Dienstag, 26. März 2019
Editorial | 8. November 2018

Das Ding in Wald

Unverhoffter Gruß aus einer anderen Welt
Foto: Michael Arlt, Licht: Markus Gronostay

Seltsam ist's, im Wald zu gehen. Die Luft feucht, der federnde Boden ein Polster unter den Sohlen der Wanderer, eine Ahnung von Abgründigem. Baumriesen verdrehen den schorfigen, glatten Leib und recken Armhaftes in den Nebel. "Ist das hier'n Pilz?" Dauer und Dasein jedenfalls scheinen genauso weich geworden wie der Hallimasch.

Warum tragen die Bäume eigentlich immer noch soviel Laub? Und bei der Lichtung schwingt ganz sacht eine Kinderschaukel. Sollte man jetzt die Schuhe abstreifen und die Erde fühlen? Immer langsamer werden und warten, bis einen die Jahreszeiten überholt haben. Wurzel schlagen im modrigen Boden, aus­strömen, versporen ... Aber halt, das steht ja was geschrieben. Ein Haufen Sandstein, angemoost, eine Inschrift, eingemeißelt.

Arthur – Anikar – 1810

Oder 1870." In der Tat. "Wer war'n das?" Was hat der hier gemacht? "Wo kam der her?" Wo ging der hin? Oder: Ist der noch hier? "Na hoffentlich nicht ..." Doch wer weiß das schon, hier an diesem kuriosen Ort, über der alten Stadt und nicht fern des grauen Turmes, wo der Waldboden Steine treibt und Bäume ihre Äste vom Himmel saugen lassen.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Japanic

Foto: J.I.M.
Aki Takase, preisgekrönte Pianistin und Komponistin, zeigt mit ihrem neuen Quintett Japanic, dass Jazz nichts von seiner Dynamik, Spielfreude und Spaß verloren hat. Mit ihren jungen Kollegen Daniel Erdmann am Saxophon, DJ Illvibe an den Turntables, Johannes Fink am Bass und Dag Magnus Narvesen am Schlagzeug hat sie sich profunde und experimentierfreudige Musiker an ihre Seite geholt, um neue musikalische Welten zu bereisen. "Freiheit und Form sind für Aki Takase keine Gegensätze, sondern miteinander verwobene Ebenen ihrer Musik, die zudem durch einen ihr eigenen Humor besticht – jenseits jeglicher Effekthascherei,", lobt die Laudatio zum Jazz Preis Berlin 2018. Also kein "funny smelling jazz", aber eine Tour de Force mit neuen und aufregenden Kompositionen, zu denen jeder etwas beisteuert. Jazz, der alle Generationen anspricht und so manch junger Band das Fürchten lehrt.
Di 26.3. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
Tipp der Woche

Japanic

Foto: J.I.M.
Aki Takase, preisgekrönte Pianistin und Komponistin, zeigt mit ihrem neuen Quintett Japanic, dass Jazz nichts von seiner Dynamik, Spielfreude und Spaß verloren hat. Mit ihren jungen Kollegen Daniel Erdmann am Saxophon, DJ Illvibe an den Turntables, Johannes Fink am Bass und Dag Magnus Narvesen am Schlagzeug hat sie sich profunde und experimentierfreudige Musiker an ihre Seite geholt, um neue musikalische Welten zu bereisen. "Freiheit und Form sind für Aki Takase keine Gegensätze, sondern miteinander verwobene Ebenen ihrer Musik, die zudem durch einen ihr eigenen Humor besticht – jenseits jeglicher Effekthascherei,", lobt die Laudatio zum Jazz Preis Berlin 2018. Also kein "funny smelling jazz", aber eine Tour de Force mit neuen und aufregenden Kompositionen, zu denen jeder etwas beisteuert. Jazz, der alle Generationen anspricht und so manch junger Band das Fürchten lehrt.
Di 26.3. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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