Samstag, 21. Juli 2018
Thema der Woche | 19. Juli 2018

Blick vor und zurück

25. OpenEyes Filmfest bis 22. Juli – Foto: OpenEyes

Von Adam und Eva, die in Gottes Cabriolet in die Zukunft fliehen, über einen Boxer, der gegen Muhammad Ali im Ring stand bis zur alten Dame, die eine Ruhestätte für ihre geliebte Katze sucht: 105 Kurzfilme sind beim Marburger Filmfestivals OpenEyes dieses Jahr im Wettbewerb.

Das Festival wird dieses Jahr 25 – und hat zur Feier des Jubiläums sein Pro­gramm um einen Tag verlängert. Im Rahmenprogramm sind unter anderem Diskussionsrunden mit Filmschaffenden und Aftershowpartys.

Im Publikumswettbewerb des internationalen Filmfestes treten Kurzfilme aus 30 verschiedenen Ländern in vier Festivalkategorien gegeneinander an. Darunter auch mehrere Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Viele internationale Filmschaffende werden persönlich vor Ort sein, um ihre Filme zu präsentieren.

Anlässlich des Jubiläums erinnert Filmfest unter dem thematischen Schwer­punkt des "Analogen" an seine Anfänge im analogen Zeitalter. Die bereits bekannten Wett­be­werbs­kategorien: Spiel-, Animations-, Dokumentar- und Experimentalfilm, werden entsprechend in diesem Jahr durch den Wett­be­werbs­block 'rewind: analog perspectives' ergänzt. Die in diesem Block gezeigten Filme aller Kategorien widmen sich formal oder inhaltlich dem analogen Film. Filme alle*r Kategorien laufen auch in den Open-Air Abendvorstellungen im idyllischen trauma-Garten.Nachdem diese im letzten Jahr häufig ausverkauft waren, erweitern neue Spielorte und Sitzmöglichkeiten das Festivalgelände.

Die besondere Atmosphäre des g-Werks wird zum Jubiläum durch ein spezielles Gestaltungskonzept hervorgehoben. Es gibt ein thematisch ab­ge­stimmtes Rahmenprogramm, zu welchem unter anderem ein Workshop zum 35mm-Abspiel und ein 'RetroFlohmarkt' gehören. In der Ausstellung 'OpenArtworks' können die Besucher einen Blick in die Vergangenheit des Festivals werfen. Ausgestellt werden alte Festivaldesigns sowie weitere Werke der Künstler. Eine Abschlussdiskussion sowie der Vortrag 'Das Korn im Pixel – Analogien des Analogen im Film' setzen sich mit der Frage auseinander, in wie weit analoge Ästhetiken heute noch oder wieder aktuell sind.

Das beliebte Garagenkino bietet als Mini-Festival im Festival erneut abseits des Publikumswettbewerbs eine Plattform für Amateurfilmschaffende, um ihre Filme spontan einzureichen und zu präsentieren, ganz im Sinne der Grün­dungs­jahre. Erweitert durch einen 8mm- und 16mm-Projektor sowie einen Videorekorder auch mit der Abspielmöglichkeit für analoge Produktionen.

Um das Jubiläum gebührend und ausreichend feiern zu können wird das Festival in diesem Jahr um einen Tag verlängert, – es wurde bereits am Mittwoch mit Sektempfang und Live-Musik eröffnet. Gefeiert werden kann neben dem Film und den 90er Jahren, auch auf den themenbezogenen Aftershow-Parties, die das Programm täglich beschließen.

Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de.

25 Jahre OpenEyes
Das OpenEyes-Filmfest wurde 1994 als "Mittelhessisches Amateur Filmfest" vom soziokulturellen Zentrum Café Trauma ins Leben gerufen. Von Anfang an stand der Kurzfilm im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zunächst auch aus pragmatischen und finanziellen Gründen, inzwischen ausschließlich aus programmatischen – als eigenständige Kunstform, die es selten in kommerzielle Kinos schafft.
Den ersten Schauplatz des Festivals war der Hof der Burgruine Amöneburg, der 2007 vom Neuen Botanischen Garten in Marburg abgelöst wurde. Seit 2010 findet das Festival findet auf dem Gelände des g-Werk in Marburg statt.
In 25 Jahren ist das Filmfest größer, internationaler und weltweit bekannter geworden. So zählte das Filmfest 2017 mit über 2000 Gästen einen neuen Besucherrekord. Nicht nur die Abendtermine waren nach Angaben der Veranstalter ausverkauft, auch die Nachmittagsvorstellungen hätten sich hoher Beliebtheit erfreut.
Fast 1100 Filme aus 72 Ländern wurden für den Wettbewerb 2018 eingereicht. Darunter finden sich neben den traditionell stark vertretenen Ländern Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich und Kroatien auch Einsendungen aus Panama, Singapur, Russland, Indonesien, Israel, Estland, der Tschechischen Republik, Chile und weiteren Ländern.

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Hasret
Sahin
Kontrabass

Er ist Musiker im Staatsorchester und spielt das unhandlichste Instrument, das man sich vorstellen kann: den Kontrabass. Das scheußlichste und plumpeste Instrument, das je erfunden wurde. Dass er ihn liebt, kann man nicht behaupten. Er übt auch nicht, bei acht Kontrabässen ist es eh wurscht, was der einzelne spielt. Und als "Tutti-Schwein" am dritten Pult steht er ohnehin ganz hinten in der Orchester-Hackordnung. Wagner steht er skeptisch gegenüber, und Jazz lehnt er sowieso ab. Außerdem hat er seit zwei Jahren keine Frau mehr gehabt, und schuld ist der Kontrabass. Und so sitzt er allein in seinem schallisolierten Akustikzimmer, trinkt ein paar Bier gegen den Feuchtigkeitsverlust und hadert mit sich, dem Orchester, der Welt und diesem Monstrum von Instrument. Aber da ist noch Sarah, die junge, neue Mezzosopranistin, in die er sich unsterblich verliebt hat ...
Sa 21.7. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
Live – Kommende Highlights

Grafik: Waggon-
halle
Jekyll & Hyde

Jekyll & Hyde – das ist Gut gegen Böse, das ist die Geschichte eines verheerenden Experiments mit der menschlichen Psyche. Kaum eine Werk der Literatur hat das Doppelgänger-Motiv packender in Szene gesetzt als Robert Louis Stevensons Klassiker. Als Musical erobert es seit Jahren die Bühnen auf der ganzen Welt. Nach Sweeney Todd, Jesus Christ Superstar und Hairspray ist Jekyll & Hyde die neueste, große Musical-Produktion der Waggonhalle.
Mi 1.8.| 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
Freikartenverlosung: Fr 20.7. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Anja
Limbrunner
Horst Evers

Der Marburger Kabartettherbst 2018 beginnt mit einem "Meister des Absurden im Alltäglichen" (Jury des Deutschen Kleinkunstpreises). Horst Evers' neues Programm ist voll von ganz frischen Geschichten direkt vom Erzeuger rund um die Themen Anstand, Moral und was man so dafür oder auch davon hält. Hier und anderswo. Auf der Bühne liest, ruft, dröhnt, zischt und wummert Horst Evers seine Geschichten heraus, dass es nur so eine Art hat. Es ist sehr viel drin in diesem Abend, wie immer verpackt in vielen kleinen, harmlos beginnenden Erzählungen. Geschichten von der Schönheit des Scheiterns. Liebevoll und entlarvend, heiter bis poetisch und gnadenlos komisch. Vor allem aber ist es ein grandioser Spaß, für das Publikum, genauso wie für den Kabarettisten selbst.
Fr 31.8. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
Freikartenverlosung: Fr 10.8. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Sepultura
Sepultura

Die brasilianische Metal-Legende Sepultura wird im Sommer nicht nur auf zahlreichen Festivals die Bühnen erobern, sondern auch für einige Headline-Clubshows nach Europa kommen und im KFZ Halt machen. Sepultura haben sich schon lange den Status als Legenden der Metalwelt verdient. Nachdem sich die Band 1984 in Belo Horizonte, Brasilien zusammengeschlossen hatte, sind Sepultura sehr schnell zu wichtigen Bestreitern des aufkeimenden Thrash Metal Undergrounds geworden. Aktuell sind die Brasilianer Bewaffnet mit ihrem wohl besten Album seit langem und einem Brennen unter den Fingerspitzen, wieder voll durchzustarten, um ihre neue Musik mit den Fans zu teilen. Die kalifornische Thrash Metal Band Warbringer unterstützt Sepultura auf ihrer Tour, Special Guests sind Depravation aus Gießen.
Do 23.8. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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