Freitag, 16. November 2018
Thema der Woche | 15. November 2018

Erfolgreiches Team

Die Blue Dolphins Marburg, ihr Trainer Patrick Unger und der Express
Foto: Kronenberg

Das Marburger Magazin Express wird Medienpartner der Blue Dolphins. Die Damen-Basketballerinnen des BC Pharmaserv Marburg waren deutscher Meister und deutscher Pokalsieger und sind mit ihrem Coach Patrick Unger Tabellen­führer in der 1. Bundesliga. Als dienstältester Club in der höchten deutschen Spielklasse, ist der BC Marburg gleichzeitig einer der größten Basketballvereine Hessens. Zum Auftakt unserer Zusammenarbeit und regelmäßigen Berichte zu den Spielen mit Beteiligung der Blue Dolphins gibt es ein Gespräch mit Patrick Unger, der seit September auch Bundestrainer der deutschen Damen-National­mannschaft ist.

Express: Herr Unger, Sie trainieren den Damen-Bundesligisten BC Marburg und sind seit September 2018 gleichzeitig Bundestrainer der deutschen Basketballerinnen. Vereinfacht oder verkompliziert diese Doppelfunktion Ihre Arbeit?

Patrick Unger: Es verkompliziert sie etwas. Zum einen muss ich aufpassen, dass ich niemanden auf die Füße trete. Es könnte dann eventuell heißen, da herrscht ein gewisses Interesse, eigene Spielerinnen des BC für den Kader der Nationalmmanschaft zu nominieren. Und wenn man das nicht tut, hat man vielleicht den Streit vor Ort mit den eigenen Spielerinnen. Man muss das alles unter einen Hut bekommen. Dazu die Vorbereitung auf Spiele, die Trainings­einheiten. Durch die Doppelfunktion wird es schwieriger, sich Gedanken zu machen, was man mit der jeweiligen Mannschaft machen möchte.

Express: Die Nationalmannschaft trifft im EM-Qualifikationsspiel am 17.11. den Tabellenzweiten Belgien im Georg-Gaßmann-Stadion. Was bedeutet es, ein Länderspiel gewissermaßen als Heimspiel in Marburg austragen zu können?

Patrick Unger: Das ist für den Verein eine ganz tolle Sache. Wir setzen seit Jahren in unserem Programm auf die Deutschen und haben relativ viele National­spielerinnen bei uns im Team. Derzeit sind das Marie Bertholdt, Finja Schaake, Stephanie Wagner und Alexandra Wilke, dazu mich als Trainer. Es ist natürlich fantastisch, wenn man dann hier vor dem eigenem Publikum spielt. Für mich ist es etwas ganz Besonderes, weil es mein erstes Länderspiel werden wird, das ich als hauptverantwortlicher Trainer bestreiten darf.

Coach Patrick Unger gibt Instruktionen – Foto: Kronenberg

Express: Im Hinspiel besiegten die Belgierinnen die deutsche National­mannschaft mit 103:60. In der EM-Qualifikationsgruppe G belegt Deutsch­land aktuell den dritten Platz. Da gibt es in Marburg einiges aufzuholen ...

Patrick Unger: Es wird schwer werden. Die Belgierinnen gehören momentan zu zu den vier besten Basketball-Teams der Welt. Sie haben bei der letzten Welt­meister­schaft den vierten Platz belegt und sind zur Zeit eine sehr gut ein­ge­spielte Mannschaft, die schon seit langen Jahren in ihrer bewährten Besetzung spielt. Insofern wird es nicht leicht für uns werden, da großartig etwas raus­zu­holen. Wir bringen allerdings auch eine komplett neue Philosophie an den Start. Und das bedeutet, dass wir auch auch Chancen sehen. Wir werden abwarten, was das Ganze bringt. Und dann hoffentlich etwas ganz Tolles starten können.

Express: Am Mittwoch drauf, dem 21.11., geht es dann in Wolfenbüttel weiter gegen die Schweiz. Ein schwieriger Gegner?

Patrick Unger: Die Schweiz haben wir im Hinspiel knapp besiegt. Normaler­weise ist es so, dass wir klar die bessere Mannschaft sein müssten. Aber die Schweizerinnen haben uns schon im Hinspiel das Leben schwer gemacht. Im Rückspiel wollen wir es jetzt natürlich besser machen ...

Express: Welche Ziele haben Sie sich als neuer Cheftrainer der deutschen Damen-Nationalmannschaft gesetzt?

Patrick Unger: Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Mein Vertrag läuft zunächst einmal bis März 2019. Von daher bin ich erst einmal nur für die November­spiele verantwortlich. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommne, dass wir mit viel Energie spielen und langsam einen Umbruch einläuten, was die Spielerinnen angeht.

Express: Und nach dem Superstart der Marburgerinnen in die Saison. Was sind die Ziele mit dem BC Marburg?

Patrick Unger: Unser Ziel ist, jedes Spiel auf die richtige Art und Weise zu spielen. Es gibt nicht das Saisonziel, Erster, Zweiter, Dritter, Vierter oder Fünfter zu werden. Wir wollen jedes Spiel richtig angehen, mit viel Energie auftreten, gut verteidigen. Das hat uns bisher erfolgreich gemacht. Und deswegen halten wir auch an dieser Linie fest.

Patrick Unger
... ist seit 2013 Headcoach bei den Marburger Blue Dolphins, war dort zuvor hauptamtlicher Jugendtrainer und -koordinator des Vereins sowie am Mädchen-Basketball-Leistungszentrum aktiv. Der 35-Jährige stammt aus Berlin und hat bisher bei den Klubs VfB Hermsdorf, TV Lich, Grant MacEwan Collage, University of Alberta, VfB Gießen und Pharmaserv Marburg erfolgreich gearbeitet. Mit seinem DBBL-Team kam er 2017 auf den starken dritten Platz in der DBBL. Er gilt als profunder Kenner der weiblichen Basketballszene in Deutschland. Seit 2017 fungierte Patrick Unger als Damen-Assistenztrainer, seit September 2018 ist er Bundestrainer in der Nachfolge von Hermann Paar, der das Amt aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hatte.
DBB

Interview: Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Gardi
Hutter
Gardi Hutter

In ihrem aktuellen Programm "Gaia Gaudi" ist Clown-Komödiantin Gardi Hutter alias Hanna gleich von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Von so etwas Unwichtigem lässt sie sich nicht aufhalten. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: Er hört das Rumoren der nächsten Generation. Der Tod ist, wie jeder Schlusspunkt, auch immer ein Anfang, und in diesem Sinne ein übergang: für Gläubige in eine andere Welt, für Wissenschaftler in einen anderen Zustand, und für Theaterleute in eine andere Phantasie. Es geht um Wurzeln und um Flügel. Um Beständigkeit und Erneuerung, um den großen Strom von Generationen, die das Leben immer weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen. Und da eine Clownin, eine Sängerin, eine Tänzerin und ein Perkussionist diese Geschichte erzählen, wird der Abend voller Über­raschungen sein.
Fr 16.11. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Jason
Krüger
Bukahara

Eine Band. Vier Musiker. Drei Kontinente. Stimmen und Songs, die eine geradezu magische Anziehungskraft erzeugen: Bukahara ver­einen die Freude am Mischen von Stilen mit den ins­tru­men­ta­len Fähigkeiten akademischer Musiker. So entsteht eine welt­läufige, entspannte, aber dennoch raffiniert gespielte Pop­musik, die in Deutschland selten geworden ist. Mit dem Einsatz von Geige, Kontrabass, akustischer Gitarre, unterschiedlichster Perkussion und Posaune sorgen Bukahara für eine ganz eigene Note in Folk, Weltmusik und Pop. Da erklingen zwischen Gypsy-Jazz, Balkan-Sound und Swing auch gerne mal Songs, wie sie die frühen Mumford & Sons geschrieben haben könnten. Dass Swing, Folk, Reggae und Arabic-Balkan keine Wider­sprüche sein müssen, beweisen die Multi-Instrumentalisten mit viel akustischer Gewandtheit und großer Leidenschaft. Doctor Karpula aus Bogota/Kolumbien präsentieren im Support eine kraftvolle Mischung aus Punk, Cumbia, Ska, Hip Hop und Reggae mit anspruchsvollen Texten in einer Liveshow auf höchstem Niveau.
Mi 21.11. | 20.30 Uhr | Marburg | KFZ
 
Live – Kommende Highlights

Foto: Olaf Heine
Benjamin von Stuckrad-Barre

Mit Boris Becker schaut er in Wimbledon das berühmte Finale von Wimbledon. Dem Freund Christian Ulmen schaut er zu bei der Verwandlung in "Christian Ulmen". Bei Madonna live in L.A. entdeckt er wahrhaftige Künstlichkeit. Und Pharell Williams singt den Sommerhit zum Herbstanfang. Hinzu kommt: Die Welt sagt adieu zum Papier. Die Menschen beschriften ihre Körper. Geschichte wird gemacht – im Wechsel der Frisuren. Benjamin von Stuckrad-Barre öffnet weit die Augen und schaut, wie die anderen das hinkriegen, das Leben. Das Ergebnis: Eine Familienaufstellung. Eine Heldenparade. Eine Götzendämmerung.
Mi 28.11. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
Freikartenverlosung: Fr 16.11. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Jonas
Adolfsen
Namibia

Karl Seglem hat den Klang seines Tenor-Saxophons und des Ziegenhorns mit der Hardangerfiedel und Elementen elektronischer Musik zusammengebracht, nun kommt der Norweger in einer Septett-Besetzung, bei der u.a. auch die Hardangerfiedel-Virtuosin und mehrfache, norwegische Grammy-Gewinnerin Sigrid Moldestad sowie der Masterfiddler Hakon Hogemo als "Hardanger-Geigenmaschine" im Zentrum stehen. Zusammen mit dem einzigartigen Klang der Ziegenhörner und Seglems kraftvollem Tenor-Spiel entsteht ein frisches, kraftvolles und lebendiges Zusammenspiel. Energiegeladen und gleichzeitig poetisch, vollgepackt mit originellen Melodien, Riffs und angetrieben: Seglem und seine hochkarätigen Mitstreiter lassen genreübergreifende Klangbilder entstehen, die Jazz, Folk, Weltmusik und Rock vereinen und die durch die Improvisationskunst der einzelnen Musiker veredelt werden.
Do 22.11. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
Freikartenverlosung: Fr 16.11. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Gaudenz
Danuser
Bülent Ceylan

Lachen ist die beste Medizin und das, obwohl sich auch immer wieder Menschen kranklachen oder schief oder kaputt. Auf jeden Fall ist es schwer ansteckend! Es ist aber weniger die medizinische Seite des Lachens, die Bülent Ceylan in seinem neuen Programm "Lassmalache" zum Thema macht. Es ist die Gesundheit der Seele und des Geistes, die durch Lachen und Humor nachhaltig beeinflusst werden. Wenn auch manchmal nur für ein paar wunderbar lustige Stunden. Bülent interessiert sich ausführlich und intensiv für die Schadenfreude, den wie auch immer provozierten Lachzwang und die unterschiedlichsten Arten des Lachens. Dazu gibt es jede Menge neue Geschichten über das Lachen als Waffe, als Reflex oder als Ablenkung, über Lachtränen, Lachgas und Humor im Allgemeinen.
Sa 24.11. | 19 Uhr | Gießen | Hessenhallen
 
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