Montag, 20. November 2017
Marburg
Magistrat verurteilt Brandanschlag
Der Marburger Magistrat hat den Brandanschlag auf die "Dar-Al-Salem-Moschee" in der Friedrich-Ebert-Straße am vergangenen Freitag verurteilt. Bei dem Anschlag mit einem Brandsatz in der Nacht vom 9. auf den 10. November wurde die Eingangstür der Moschee beschädigt. Menschen wurden glück­liche­rweise nicht verletzt.
"Ich bin erschüttert und voller Abscheu, dass in dieser friedvollen und in­te­gra­tions­freudigen Stadt Menschen ein Feuer an ein Gotteshaus legen. Die be­trof­fenen Menschen haben unsere volle Solidarität und Unterstützung. Niemand soll in dieser Stadt Angst vor Gewalt haben. Gewalt ist niemals ein legitimes Mittel. Wer Feuer legt und Menschen in Gefahr bringt, handelt erbärmlich – immer", sagte Oberbürgermeister Thomas Spies.
"Die Stadt Marburg steht für Weltoffenheit, Toleranz und ein friedliches Mit­einander", betont auch Bürgermeister Wieland Stötzel. "Im Hinblick auf die Ereignisse in der Nacht von dem 9. auf den 10. November vor 79 Jahren ist dieser Anschlag auf eine Moschee daher besonders erschütternd." Am Abend zuvor hatten die Stadt Marburg, die Jüdische Gemeinde und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit zu einer Besinnungsstunde im Gedenken an die Opfer der Pogromnacht 1938 und des NS-Regimes in den Garten des Gedenkens eingeladen. Dort stand die Synagoge in der Universitätsstraße bis zu dieser Nacht vor 79 Jahren, in der sie komplett zerstört wurde.
"Eine solche Tat ist verabscheuenswert", sagte auch Stadträtin Kirsten Dinne­bier, die selbst am Richtsberg aufgewachsen ist. "Ich bin bestürzt, dass so etwas in Marburg passiert. Denn Hass, Gewalt und Diskriminierung haben in dieser Stadt keinen Platz."
 
Marburg
Plakataktion
Mit einer Plakataktion in 120 Bussen im Landkreis in der Zeit vom 20. November bis zum 1.Dezember macht der Kreis Marburg-Biedenkopf in Zusammenarbeit mit dem Frauennotruf Marburg auf die Möglichkeit der unkomplizierten und kosten­losen medizinischen Versorgung nach einer Vergewaltigung aufmerksam.
Hintergrund ist eine Veränderung bei der Sicherung möglicher Spuren im Falle einer Vergewaltigung: Zwar wurden Betroffene selbst­ver­ständ­lich bereits zuvor medizinisch versorgt. Jetzt können aber auch bereits im Zuge der Untersuchung im Universitätsklinikum Gießen-Marburg sowie im Diakonie-Krankenhaus Wehrda Spuren der Tat "gerichtsfest" dokumentiert werden – ohne zuvor erst eine Strafanzeige erstatten zu müssen. Möglich ist dies durch hierzu qualifizierende Fortbildungen beim Klinikpersonal und der Kooperation mit der Gerichtsmedizin Gießen im Zuge des Projekts "Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung".
Ziel ist es, Betroffene von sexualisierter Gewalt dazu zu ermutigen, sich sofort medizinisch versorgen zu lassen, ohne sich Gedanken darüber machen zu müssen dann auch gleich polizeilich Vernommen zu werden. Zudem können die gesicherten Spuren aufbewahrt werden, was Betroffenen Zeit verschafft, um sich in Ruhe beraten lassen zu können.
 
Marburg
Neue Texte
Im Garten des Gedenkens, der Synagogengedenkstätte in der Universitätsstraße, erinnern Texte in zehn Zettelkästen an den Holocaust. Die Zitate in den in den Boden eingelassenen Kästchen wechseln regelmäßig. In diesem Jahr zeichnet die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit für die Texte verantwortlich.
Deutlich mehr als die schließlich ausgewählten zehn Texte haben die Mitglieder der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit als Vorschlag für die Zettelkästen bei ihrem Vorstand und der Geschäftsführung eingereicht. Dabei sollte zunächst das 700-jährige Bestehen der jüdischen Gemeinde in Marburg in den Mittelpunkt rücken. Allerdings verschob sich die inhaltliche Ausrichtung der Texte in eine andere Richtung: Die meisten Mitglieder warnten vor dem Erstarken von rechtsnationalem Gedankengut und vor einer Wiederholung früheren Unrechts.
 
Marburg
Gewerbesteuereinnahmen
Mit 3,7 Milliarden Euro Gewerbesteuereinnahmen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 konnten die hessischen Gemeinden das Niveau des Vorjahres in etwa halten. Wie das Hessische Statistische Landesamt mitteilt, zog das 3. Quartal leicht an, sodass nach etwas schwächeren Werten in den ersten beiden Quartalen insgesamt nur ein leichter Rückgang um 56 Millionen Euro (minus 1,5 Prozent) verbucht werden musste. Ohne die Berücksichtigung der steuer­dominanten Stadt Frankfurt stiegen die Gewebesteuereinnahmen um 1,7 Pro­zent.
Lokal betrachtet ergibt sich ein differenziertes Bild. Absolut gesehen führt Frankfurt die "Verliererriege" mit einem Rückgang von fast 98 Milli­onen Euro an (minus 7,0 Prozent), bleibt aber mit Gewerbesteuereinnahmen von 1,3 Milli­arden Euro trotzdem mit weitem Abstand an der Spitze. Auf Platz 2 folgt die Stadt Darmstadt mit einem Minus von 73 Millionen Euro, was prozentual einem Rückgang von 46,9 Prozent entspricht. Darmstadt kam in den ersten 3 Quar­talen 2017 auf Gewerbe­steuer­ein­nahmen von 83 Millionen Euro. Rang 3 und 4 auf der Negativliste belegen Marburg mit einer Abnahme um 27 Millionen Euro (minus 33,9 Prozent) auf 52 Millionen Euro und Offenbach am Main mit einem Minus von 22 Millionen Euro (minus 34,1 Prozent) auf 42 Millionen Euro.
 
Marburg
Spieleabend
Neue Spiele für Jung und Alt stellt der Verein "Die Spielbrücke" beim Spiele­abend am 29. November (Mittwoch) in der Stadtbücherei Marburg, Ketzerbach 1, vor. Vom günstigen Kartenspiel bis zu exklusiven Holzspielen, von Spielen für eine Person bis zu solchen für große Runden, von kurzen Spielen mit leichtem Zugang bis zu komplexen und abendfüllenden Titeln ist für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel etwas dabei. Und für jeden Gabentisch unterm Weihnachtsbaum ebenso, versichern die Veranstalter der Spielebrücke und der Stadtbücherei. Der Spieleabend beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, alle Spiele werden fachkundig erklärt.