Samstag, 25. Februar 2017
Marburg
Die Narren ziehen
Im Februar erreicht das närrische Treiben auch in Marburg seinen Höhepunkt. Bei Rathauserstürmung, Rosen­montags­umzug und Weiberfastnacht kommt die Kampagne unter dem Motto "Magie und Fantasie" auf Touren. Den Auftakt macht die Weiberfastnacht am 23. Februar – um 20.11 Uhr geht es los im Bürgerhaus Marbach. Doch das ist nur der Anfang: Nachdem die Karnevalisten mit Musik durch die Oberstadt gezogen sind, wird das Marburger Rathaus am 25. Februar um 11.11 Uhr gestürmt. Oberbürgermeister Thomas Spies muss seinen Sessel räumen, das Marburger Prinzenpaar Prinz Thorsten II. und Prinzessin Manuela I. übernimmt mit den Marburger Närrinnen und Narren bis Aschermittwoch die Macht.
Am 27. Februar nimmt der Rosenmontagszug um 13.33 Uhr Fahrt auf. Aufgestellt wird er in der Universitätsstraße in Höhe der Einmündung Friedrichstraße. Dann geht es los in Richtung Rudolphsplatz, durch die Biegenstraße und in die Deutschhausstraße. Der Zug umrundet die Elisabethkirche und bewegt sich dann über die Bahnhofstraße zum Afföller.
 
Marburg
Knapp 200 auf Tanzdemo
Foto: Nadja
Schwarzwäller
Zum vierten Mal hat sich Marburg an der Aktion "One Billion Rising" beteiligt, bei der weltweit gegen Gewalt an Frauen und Mädchen demonstriert wird. Das Besondere: Der Protest wird getanzt. Vor dem Erwin-Piscator-Haus waren vergangene Woche knapp 200 Menschen zusammengekommen.
Viele waren in roter Kleidung gekommen, eine Teilnehmerin erschien in eine Peace-Flagge gehüllt und pinke Luftballons wehten vor der Kulisse der Oberstadt im Hintergrund.
Gewalt gehöre leider nach wie vor zum Alltag vieler Frauen und auch vieler Kinder, sagte Stadträtin Kerstin Weinbach bei der Tanzdemo. Oft geschehe sie im häuslichen Umfeld. Mehr als 100.000 Frauen seien im Jahr 2015 Opfer von Gewalt in der Partnerschaft geworden – wobei die Dunkelziffer weitaus höher liegen dürfte. "Wir dürfen uns mit dem Ausmaß und der Tabuisierung von Gewalt an Frauen und Mädchen nicht abfinden. Jede dieser Straftaten muss benannt und bestraft werden", so die Stadträtin.
 
Marburg
Gute Partnerschaft
Foto: Stadt
Marburg, Heiko
Krause
Als Ausdruck der besonderen Qualität der ältesten Marburger Städtepartnerschaft hat ein Patchworkquilt mit dem Stadtwappen von Marburg und Poitiers auf der Galerie des Stadtverordnetensitzungsaals seinen Platz bekommen.
Bürgermeister Franz Kahle nahm die kunstvoll gestaltete dreilagige Steppdecke entgegen, die Marburg als Stadt mit zahlreichen historischen Gebäuden zeigt. Das Kunstwerk zeige in ganz besonderer Weise, wie die seit 1961 bestehende Städtepartnerschaft mit Poitiers von den Bürgern durch persönliche Kontakte gestaltet und gelebt werde, hob er hervor.
2001 hatte der damalige Pressesprecher der Stadt, Erhard Dettmering, den Kontakt der Marburger Patchwork-Quilt-Gruppe um Vreneli Grimm zu einer Quiltgruppe in Poitiers hergestellt. Zwei Jahre später konnten Grimm und vier weitere Mitglieder der Gruppe nach Frankreich reisen und das von ihnen gestaltete textile Kunstwerk als Zeichen der Städtepartnerschaft über einen längeren Zeitraum ausstellen. Jetzt kehrt es nach Marburg zurück.
Marburg
Flüchtlingssprecher
"Nicht über Menschen sprechen, sondern mit ihnen", ist das Motto für die neu gewählten Flüchtlingssprecher in drei Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises für Geflüchtete. In Gladenbach, in Gladenbach-Weidenhausen und in Kirchhain haben die ersten Sprecherräte mit ihrer Arbeit begonnen.
Ziel der Sprecherräte ist es, den Geflüchteten eine eigene Stimme und Selbständigkeit bei der Vertretung ihrer Interessen zu geben. So werden Flüchtlinge motiviert, ihre Interessen in der Gemeinschaftsunterkunft und in ihrer unmittelbaren Umgebung zu reflektieren, zu äußern und mit anderen zu verhandeln. Ebenso können die Gewählten die kulturelle Teilhabe der Geflüchteten in der Stadt, der Gemeinde und im Landkreis unterstützen. Die Gewählten sollen die Wünsche und Anregungen der Geflüchteten aufnehmen und bündeln. Dabei sollen sie auch die Belange derjenigen, die sich selbst nicht äußern, aufgreifen und vertreten. Sie können Hausversammlungen regelmäßig und bedarfsorientiert durchführen und Absprachen mit hauptberuflichen und ehrenamtlichen Ansprechpersonen treffen.
 
Marburg
Ehrenamts-Card
Menschen, die sich mit großem persönlichem Einsatz für andere engagieren, verdienen Respekt und Anerkennung. Ein Zeichen der Würdigung und des Dankes für ein überdurchschnittliches Engagement setzt der Landkreis mit der Ehrenamts-Card.
Ehrenamtlich Engagierte haben bis zum 30. März die Möglichkeit, die Ehrenamts-Card des Landkreises und der Stadt Marburg zu beantragen. Voraussetzungen dafür sind ein ehrenamtliches Engagement von mindestens fünf Stunden pro Woche und eine ehrenamtliche Tätigkeit seit mindestens fünf Jahren. Für Inhaber der Jugendleitercard entfällt die fünfjährige Tätigkeit. Die Arbeit muss außerdem rein ehrenamtlich, ohne Aufwandsentschädigung geleistet werden.
Die Karte ist drei Jahre lang gültig und bietet zahlreiche Vergünstigungen. Inhaber der Ehrenamts-Card haben beispielsweise freien Eintritt in das Schloss Biedenkopf und das Lahnauenbad Biedenkopf. In der Universitätsstadt Marburg erhalten Gäste des Kinos "Cineplex" mit der Ehrenamts-Card von Montag bis Donnerstag Kinokarten für den persönlichen Gebrauch zu Kinder-Eintrittspreisen, an Samstagen gilt zudem eine Ermäßigung bei den öffentlichen Stadt-und Kasemattenführungen. Weitere Infos unter www.ehrenamt.marburg-biedenkopf.de.
 
Marburg
Mehr Windkraftgenehmigungen
Die Anzahl der 2016 vom Regierungspräsidium (RP) Gießen ausgesprochenen Genehmigungen für Windkraftanlagen hat sich im Vergleich zu den Vorjahren verdreifacht. Dies teilte Regierungspräsident Christoph Ullrich mit. "Vor dem Hintergrund der Änderungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in 2017 haben wir das Ziel verfolgt, möglichst viele der in 2016 anhängigen Ge­nehmi­gungs­verfahren noch bis zum Jahresende abzuschließen. Dies ist uns ge­lun­gen", freut sich Ullrich.
Insgesamt 23 Genehmigungen zur Errichtung und zum Betrieb von 84 Wind­kraft­anlagen hat das RP im vergangenen Jahr erteilt. Acht dieser Verfahren fanden mit Beteiligung der Öffentlichkeit statt.
"Die in 2016 genehmigten Windkraftanlagen haben eine Nennleistung von rund 250 Megawatt", führte Ullrich weiter aus. Bei einer durchschnittlichen Lauf­leistung von 2000 Volllaststunden im Jahr könnten hiermit mehr als 115.000 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden.