Freitag, 22. Juni 2018
Marburg
Freie Fahrt per App
Foto: Patricia
Grähling
Freie Fahrt auch mit dem Rad – das gibt es in Marburg als erster Stadt weltweit für Radfahrer. Möglich ist das laut Stadtverwaltung mit der kostenlosen Smartphone-App Sitraffic SiBike. Sie wurde von Siemens entwickelt, exklusiv in der Universitätsstadt getestet und nun auf den Markt gebracht. Haben Radler die App auf dem Smartphone, fordert SiBike an Ampeln automatisch Grün an. Das beschleunigt den Radverkehr erheblich, behindert weder Auto- noch Busverkehr und bringt mehr Sicherheit für alle Beteiligten.
"SiBike macht das Radfahren in Marburg noch attraktiver. Wir hoffen, dass die App als weiterer Baustein zusammen mit dem Ausbau der Radverkehrswege und dem Verleihsystem Nextbike den Anteil an der klimafreundlichen Mobilität auf zwei Rädern noch weiter steigert. Davon profitieren alle – durch mehr Platz auf den Straßen, weniger Schadstoffen in der Luft und weniger Lärm im öffentlichen Raum", sagt e Oberbürgermeister Thomas Spies bei der Vorstellung der neuen App.
So genannte "Grüne Wellen" durch koordinierte und bedarfsorientierte Ampelschaltungen sorgen für einen guten Verkehrsfluss und reduzieren unnötige Brems- und Beschleunigungsmanöver. Was es auf den Marburger Straßen für Autos und Busse gibt, folgt nun mit SiBike für den Radverkehr. Die App löst an Radampeln die Grünphase bei Bedarf früher aus oder verlängert sie. Der Auto- oder Busverkehr soll dadurch nicht gestört werden.
Sieben Ampelanlagen zwischen Georg-Voigt-Straße und Mensa sind mit den modernen Ampelsteuerungen und der SiBike-Technologie ausgestattet.
 
Marburg
Nextbike unter Top 3
Foto: Nextbike
Im Oktober 2017 ist das Fahrradleihsystem Nextbike in Marburg gestartet. Mit den steigenden Temperaturen hat sich das Angebot zu einem der erfolgreichsten in ganz Deutschland entwickelt: Im Mai wurden die 250 Marburger Nextbikes insgesamt 28.653 Mal ausgeliehen. Die Stadt Marburg liegt damit mit im Schnitt 114 Aus­leihen pro Leihrad im Monat unter den Top 3 im bundesweiten Vergleich.
"Die Universitätsstadt teilt sich das Siegertreppchen mit Köln und Hamburg", freut sich Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Thomas Spies. "Marburg ist inzwischen auch eine Stadt der Radfahrerinnen und Radfahrer. Die jüngsten Ausleihzahlen von Nextbike zeigen, wie beliebt das Fahrrad bei unseren Bürgerinnen und Bürgern als Verkehrsmittel ist", so Spies. Allein im Mai wurde der Service 28.653 Mal genutzt.
Nach Auskunft von Nextbike – dem Vertragspartner der Stadt Marburg, der Stadtwerke Marburg und des Allgemeinen Studierenden Ausschusses der Philipps-Universität – liegt die Stadt Marburg mit durchschnittlich 114 Aus­leihen pro Leihrad im Monat unter den Top 3 im bundesweiten Vergleich. "Wir freuen uns sehr, über diesen tollen Saisonstart", sagt Nextbike-Projektleiter Dennis Steinsiek. "Hier gibt es noch viel Potenzial, das mit einem Systemausbau und der Ergänzung durch Pedelecs und Lastenräder ausgeschöpft werden kann", so Steinsiek. Die Stadt Marburg prüft laut Spies im Rahmen des Greencity-Plans für die E-Mobilität auch einen Ausbau solcher Systeme.
Die Nextbike-Leihgebühr richtet sich nach der Ausleihdauer: ein Euro für 30 Minuten, maximal neun Euro am Tag pro Ausleihe. Mehr Infos: www.nextbike.de/marburg.
 
Marburg
Projekt H.E.A.R.T. zeigt App
Foto: Stifter-
verband, David
Außerhofer
Der Marburger Linguistik­professor Jürgen Handke hat sein Projekt H.E.A.R.T. (Humanoid Emotional Assistant Robots in Teaching) auf der Computermesse CeBIT in Hannover prä­sentiert. Das Team H.E.A.R.T führte zwei Apps vor: die bundesweit erste Hörsaal-App ("Quizmaster-App"), mit der die Studierenden kompetenzbezogene Fragen im Hörsaal gestellt bekommen und Lehrende große Freiräume zur Betreuung erhalten. Die Quizmaster-App war bereits mehrfach an der Universität Marburg im Hörsaal im Einsatz. Die zweite App ist eine Neuheit. Mit der "Student-Advisor-App" können die Roboter Yuki und Miki auf der Basis von Lernerdaten ein persönliches Beratungsgespräch mit Studierenden führen (robot-based learner analytics).
Das Projekt H.E.A.R.T. läuft seit Juni 2017 für ein Jahr und wird mit 137.000 Euro vom Bundesforschungsministerium gefördert. Das Projekt will den Komplex "Roboter im Alltag" im Hochschulkontext qualitativ untersuchen, um Forschungsfragen und Hypothesen für weitere empirische Studien zu formu­lieren und Konsequenzen für die wachsende Verbreitung humanoider Roboter abzuleiten. Handke erläutert: "Dass sich humanoide Roboter verstärkt im menschlichen Alltagsleben ausbreiten und eher früher als später schlicht "dazugehören" werden, ist keine Frage. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für den Einzelnen und für die Gesellschaft?"
Ziel des Forschungsvorhabens ist es, den Themenkomplex "Roboter im Alltag" explorativ mit qualitativen Methoden zu bearbeiten, um Forschungsfragen und Hypothesen zu generieren, die dann empirisch an einer größeren Population untersucht werden können.
Marburg
Fahrbahnerneuerung
Die Gisselberger Ortsdurchfahrt und die Kreisstraße von Gisselberg bis Niederweimar werden erneuert und bekommen eine neue Fahrbahndecke. Der Verkehr wird während der Bauarbeiten größtenteils durch eine Ampel gesteuert. Für den überörtlichen Durchgangsverkehr muss die Straße im Gisselberger Ortskern allerdings in den Ferien für zwei Wochen gesperrt werden, teilt die Stadt mit. Der Marburger Stadtteil bleibt für Bewohner, Besucher und Be­schäf­tigte per Umleitung erreichbar. Um die Auswirkungen für die Bevölkerung möglichst gering zu halten, finden die Arbeiten in der Ortsdurchfahrt selbst in den Schulferien statt.
Die Vollsperrung betrifft zunächst den überörtlichen Verkehr. Anlieger erreichen Gisselberg selbstverständlich weiter. Sie können während der Vollsperrung vom 25. Juni bis 6. Juli über Niederweimar auf der Kreisstraße nach Gisselberg fahren. Die offizielle Umleitung erfolgt über den Stadtwald, Cyriaxweimar und Niederweimar und umgekehrt. Lediglich die direkte Zufahrt von der Marburger Südspange nach Gisselberg wird für die begrenzte Zeit von zwei Wochen nicht möglich sein. Die B3 ist befahrbar.
Die Zufahrt nach Gisselberg ist über Niederweimar und die Helwigswiese in Gisselberg möglich. Über den Kreisverkehr in der Gießener Straße – der Gisselberger Ortsdurchfahrt – können die Anlieger weiterhin auch den Bereich des Stadtteils anfahren, der auf der anderen Seite der Ortsdurchfahrt liegt.
Die Fräsarbeiten beginnen am Montag, 25. Juni. Die Vollsperrung für den überörtlichen Verkehr gilt an diesem Tag ab 7 Uhr. Die Asphaltarbeiten in der Gießener Straße beginnen am Mittwoch, 4. Juli, ab 18 Uhr. Bis Freitag, 6. Juli, 12 Uhr wird diese Straße dann auch für Anlieger nicht befahrbar sein, weil der neue Asphalt aufgebracht wird und entsprechend abkühlen muss.
 
Marburg
Psychiatrie-Beschwerdestelle
Die "unabhängige Beschwerde­stelle Psychiatrie im Landkreis Marburg-Biedenkopf" hat ihre Arbeit aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine Anlaufstelle für Menschen, die negative Erfahrungen gemacht haben: in Kliniken, bei Psychiatern oder Psychotherapeuten, in Tagesstätten, im Betreuten Wohnen, in Beratungsstellen, mit Pflegediensten, mit dem Sozialpsychiatrischen Dienst oder in einer gesetzlichen Betreuung.
Die Aufgabe der Beschwerdestelle ist es, moderierend vorliegende Beschwerden zu klären. Grundlage für die Einrichtung der Beschwerdestelle ist das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz. Betroffene können eine vertrauliche Nachricht auf einem Anrufbeantworter hinterlassen oder eine Beschwerde per Post oder per E-Mail schicken.
Die Mitarbeiter der Beschwerdestelle sind Psychiatrie-Erfahrenen, Angehörigen sowie Fachkräften der psychiatrischen Versorgung. Sie arbeiten ehrenamtlich und sind damit hundertprozentig unabhängig. Der Landkreis stellt die Infrastruktur wie Räumlichkeiten und Telefon. Die Beschwerdestelle befindet sich im Gebäude des Gesundheitsamtes in der Schwanallee 23.
Erreichbar ist die Beschwerdestelle unter der Telefonnummer 06421/405-4242 (Anrufbeantworter), 06421/405-924242 (Fax), per E-Mail: Beschwerdestelle-Psychiatrie[at]marburg-biedenkopf.de oder per Post: Unabhängige Beschwerdestelle Psychiatrie, Im Landkreis Marburg Biedenkopf, Schwanallee 23, 35037 Marburg.
 
Marburg
Für DLRG-Boote
Damit das große Boot der Deutschen Lebens­ret­tungs­ge­sell­schaft (DLRG) zu Wasser gelassen werden kann, wird der Dienst­leistungs­betrieb der Stadt Marburg ab der vorletzten Juniwoche eine Slip-Anlage errichten. Entstehen soll die Schräge zur Lahn im Bereich der Uferstraße in Höhe der Ausfahrt des ehemaligen Parkplatzes in der Lahnaue, die an der Martin-Luther-Schule auf die Uferstraße trifft. Zurzeit müssen die Boote mit viel Aufwand und Kraft rund 100 Meter unterhalb über die Uferkante ins Wasser gesetzt werden. Bereits 2015 wurde das Anlegen der Bootsrampe wasser- und naturschutzrechtlich genehmigt. Ein Eingriff in die Ufergehölze ist nicht erforderlich. Die Lahnwiese selbst ist von der Rampe nicht betroffen. Im Jahr 2017 war die Ausführung an den durchgehend hohen Wasserständen der Lahn gescheitert. Auch andere Wasserfahrzeuge wie Drachenboote können über die Slip-Anlage in die Lahn gelassen werden.