Freitag, 19. Oktober 2018
Editorial | 6. September 2018

Nachdem wir

Früh krümmt sich ... – Foto: Pixabay

... in der vergangenen Woche an dieser Stelle ein Schlaglicht auf den Biegen- und Deutschhausstraßenraser geworfen haben, soll diesmal ein weiterer Invertebrat vorgestellt werden, der in mancherlei Hinsicht dessen schieres Gegenteil darstellt. Leise ist er, und langsam dazu. Die Eigenschaft des Auf­fallen­wollens freilich teilt er mit dem gemeinen Straßen­schluchten­poser. Wobei von Wollen nicht eigentlich die Rede sein kann, da hier eher echte biologische Notwendigkeit am Walten ist.

Sie haben es sicherlich längst erraten, die Rede ist von niemand anderem als dem Tigerschnegel. Dieser hat es geschafft, 2018 vom Naturschutzbund Österreich zum Weichtier des Jahres erhoben zu werden, und für 2019 gleich dazu. Wie alle heimischen Nacktschnecken ein Zwitter, beeindrucke der/die/das "nicht nur durch ihre Größe und ihr Aussehen, sondern auch durch ihr spezi­elles Fortpflanzungsverhalten.

Bezüglich ihres Aussehens scheiden sich die Geister. Die einen finden sie ausgesprochen hübsch und attraktiv, für andere ist sie eher abstoßend und ekelig." Und weiter ist zu lesen: "... ernährt sich hauptsächlich als Räuber und greift auch andere Nacktschnecken und deren Gelege an. Sehr gerne werden zudem verschiedene Pilze aber auch Aas angenommen. Sie ist kein Garten­schäd­ling!"

Also, freuen Sie sich, wenn Ihnen ein Tigerschnegel über den Weg kriecht. Und grüßen Sie recht artig.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Martin
Hutchinson
Martin Hutchinson

Singer/Songwriter Martin Hutchinson stammt aus einer musikalischen Familie im irischen County Kildare. Schon in jungen Jahren spielte er in der Familienband zunächst Akkordeon, dann zunehmend Gitarre. Später zog es ihn in die irische Folk- und Rockszene nach Dublin, bis er schließlich zunächst nach London aus­wan­derte. Heute lebt der Musiker in Utrecht, regelmäßig zieht es ihn aber zurück nach Irland, wo er immer wieder Inspiration für neue Songs findet. Seine Spiel auf der Stahlsaitengitarre ist geprägt durch ein klares Fingerpicking und bluesige Slides. Amerikanische Blueseinflüsse verbindet er mühelos mit irischer Folktradition. Seine warme, prägnante Stimme erlaubt Vergleiche, beispielsweise mit der Folklegende Christy Moore. Auf der Bühne gewinnt Martin Hutchinson sein Publikum schnell mit Charme und augenzwinkerndem Humor.
Fr 19.10. | 20 Uhr | Marburg | TurmCafé
 
Tipp der Woche

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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