Montag, 10. Dezember 2018
Editorial | 24. Mai 2018

Es raunte

Wernerkapelle zu Barach – Foto: Michael Arlt

... Freund Markus gestern Abend bei extrastarker Kola und Alsfelder Bier, als wir unsere Beine auf den noch warmen, sandigen Planken ausstreckten, Brisen die Wasser in Schüben kräuselten, der Himmelsbogen über Resten von gelb und violett sich tintig einschwärzte und die Enten, wie von einer sanften, gleichwohl gebieterischen inneren Unwucht erfasst, mal hierhin, mal dorthin paddelten.

Als gen Westen Farblichte im Samt der herabfallenden Nacht tanzten und die Lahn unter den noch warmen, sandigen Planken vor sich hin gluckste und schmatzte, im Astwerk der Bäume zur Linken das Silber des Sichelmondes zitterte und zur Rechten die Ruine der alten Brücke groteske Schattenspiele warf hinab in die dunklen Fluten:

"Sie sind wieder da ..." – "Wer denn?" "Die Eichenprozessionsspinner." "Das ist schlimm." "Ja." "Die Eichen leiden sowieso schon. Bei uns im Garten steht eine große Birke." ""Es trifft immer die Eichen. Und Allergiker. Aber es ist ein schönes Wort." "Das kannst Du laut sagen ... Eichenprozessionsspinner." – "Eichen­pro­zessions­spinner!"

Und wir lauschten und tranken aus.

Michael Arlt

Tipp des Tages

© Warner Bros.
100 Dinge

Die Freunde Paul und Toni sind beide nach technischen Geräten, Accessoires und Kleidung süchtig. Dann veranstalten sie einen Wettstreit, wer länger ohne materiellen Besitz auskommt. Und werden mit existenziellen Fragen konfrontiert, die ihnen vorher nicht in den Sinn kamen. Film von Florian David Fitz.
Mo 10.12. | 20 Uhr | Marburg | Cineplex
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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