Sonntag, 21. Oktober 2018
Editorial | 15. März 2018

Der Evolution

Heißkaltes Händchen – Foto: Michael Arlt

... auf Erden ist im Laufe von Jahrmilliarden Passables gelungen. Auch man­nig­fachste Arten der Fortbewegung, vom – nehmen wir nur die Weichtiere – Schneckenkriechen zum Raketenkalmar.

Nur nicht, und das ist schon interessant, die Entwicklung des Rades. Dazu brauchte es den Umweg über den aufrecht gehenden, modernen Menschen mit seinem offensichtlich viel zu schnell viel zu groß gewordenen Hirn. Die Kon­se­quenzen umfänglichen Abrollens sind hinlänglich bekannt und reichen von sumerischen Streitwagen über alle Kriege ums Öl bis zu Staus auf den Marburger Autobahnzubringern ...

Andererseits: Schon aufgefallen, wie angenehm es in ihrer Umgebung geworden ist, seit die Weidenhäuser Brücke für den Verkehr gesperrt wurde? Wie problemlos für Fußgänger der Seitenwechsel hinüber nach Marburgs Brückenvorort ist? Man könnte sich glatt vorstellen, derartig elysische Verwehungen mögen zu stabilen Dauerzuständen führen ...

Und wo wir schonmal bei Entschleunigung sind: Wie wäre es, man würde Hartmut Mehdorn in Südfrankreich reaktivieren und in seine Hände eine Sanierung der Stadtautobahn legen? Die Erfolgsstrecke DB, Air Berlin und BER könnte im letztlichen, leisen Verbummeln des grässlichen Betonsauriers von der Lahn einen krönenden Abschluss finden ...

Und außerdem: Kannst endlich rauskommen Frühling, fauler Sack.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Junge
Kantorei
Junge Kantorei

Das aktuelle Konzert "Mein Herz entbrennt" der Jungen Kantorei stellt den Besuchern Musik von Komponisten aus der deutschen Romantik vor. Schon der Titel legt nahe, dass Liebe, Leiden­schaft, Sehnsucht, Scherz, Leben und Tod, das Mystische und das Verklärte, die Zuhörer in ein Wechselbad der Gefühle mitnehmen. Jonathan Hofmann, der Chorleiter der Jungen Kantorei: "Die romantische A-Cappella-Chormusik ist seit Beginn meiner Arbeit als Chorleiter einer meiner liebsten Bereiche, weil die Stimme das uns am meisten und am innigsten verbundene Kommunikationsmittel ist. Im Singen kann man Gefühle noch wesentlich intensiver transportieren als im Sprechen. Somit bekommt die Stimme eine ungeheure Bedeutung." Die Instrumentalmusik im Konzert verbindet eine Fantasie für Violine und Klavier von Franz Schubert, eines seiner schönsten kammermusikalischen Werke, mit Romanzen für die gleiche Besetzung von Clara Schumann, die damit gegenüber allen Bedenken der damaligen Zeit ihre Bedeutung als Komponistin herausstellen konnte.
So 21.10. | 19 Uhr | Marburg | Schloss | Fürstensaal
 
Tipp der Woche

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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