Dienstag, 11. Dezember 2018
Editorial | 15. März 2018

Der Evolution

Heißkaltes Händchen – Foto: Michael Arlt

... auf Erden ist im Laufe von Jahrmilliarden Passables gelungen. Auch man­nig­fachste Arten der Fortbewegung, vom – nehmen wir nur die Weichtiere – Schneckenkriechen zum Raketenkalmar.

Nur nicht, und das ist schon interessant, die Entwicklung des Rades. Dazu brauchte es den Umweg über den aufrecht gehenden, modernen Menschen mit seinem offensichtlich viel zu schnell viel zu groß gewordenen Hirn. Die Kon­se­quenzen umfänglichen Abrollens sind hinlänglich bekannt und reichen von sumerischen Streitwagen über alle Kriege ums Öl bis zu Staus auf den Marburger Autobahnzubringern ...

Andererseits: Schon aufgefallen, wie angenehm es in ihrer Umgebung geworden ist, seit die Weidenhäuser Brücke für den Verkehr gesperrt wurde? Wie problemlos für Fußgänger der Seitenwechsel hinüber nach Marburgs Brückenvorort ist? Man könnte sich glatt vorstellen, derartig elysische Verwehungen mögen zu stabilen Dauerzuständen führen ...

Und wo wir schonmal bei Entschleunigung sind: Wie wäre es, man würde Hartmut Mehdorn in Südfrankreich reaktivieren und in seine Hände eine Sanierung der Stadtautobahn legen? Die Erfolgsstrecke DB, Air Berlin und BER könnte im letztlichen, leisen Verbummeln des grässlichen Betonsauriers von der Lahn einen krönenden Abschluss finden ...

Und außerdem: Kannst endlich rauskommen Frühling, fauler Sack.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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