Dienstag, 11. Dezember 2018
Editorial | 8. März 2018

Sauber

Heißkaltes Händchen – Foto: Michael Arlt

Ein Haushaltstipp. "So kommen Teppiche fleckfrei durch die Welt." Führt doch die artgerechte Bodenhaltung speziell in der Übergangsjahreszeit dazu, dass Hochflor, Velours und Co. allzuleicht Opfer von Schnee, Nässe, Schmutz werden ... Wohlan:

Feuchte Flecken wollen mit einem saugfähigen, weichen Tuch auf­genommen werden, so steht geschrieben. Eventuell mit lauwarmem Wasser nachbehandeln, aber keinesfalls Spülmittel oder Waschpulver verwenden. Das hinterlässt einen klebrigen Film, der neuen Schmutz anzieht. Was nicht gut ist, sondern unter Umständen Anlass zu neuer Verzweiflung.

Eingetrocknete Substanzen werden mit dem Messerrücken vorsichtig abge­tragen und weggesaugt. Nomadisierende Wachsflecken hingegen haben ein spezielles Nirvana: Waschbenzin, worinnen sie sich – Om mani padme hum – bereitwillig auflösen.

Abzuraten ist hingegen von der Löschpapier-Bügeleisen-Methode. Nicht etwa, weil kaum noch jemand weiß, was Löschpapier ist, sondern weil gerade bunte Wachsreste unter Hitzeeinwirkung die Tendenz zeigen, faserflächendeckend färbende Spuren ihrer einstigen Existenz zu hinterlassen.

Der beliebte Klassiker "Rotweinfleck" schließlich verlangt auch nach der traditionellen Beseitigungsmethode: Mit reichlich Salz bestreuen, trocknen lassen und alsdann unter dem Absingen einiger Hosiannas wegsaugen.

Dies stets bedacht, bleiben Mensch und Teppich jahrelang gute Freunde.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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