Dienstag, 11. Dezember 2018
Editorial | 4. Januar 2018

Große Schatten

2,5 Millionen Bücher machen sich auf den Weg – Foto: Kronenberg

So klein das neue Jahr bisher noch ist, so große Schatten wirft es schon voraus:

2,5 Millionen Bücher machen sich dieser Tage auf den Weg in ihre neue Heimat. Im Sommersemester soll die funkelnagelneue Unibibliothek beim Alten Botanischen Garten eröffnet werden. Und das ist beileibe noch nicht alles: Im Sommer soll das Museum für Kunst und Kulturgeschichte neben der Stadthalle wiedereröffnet werden, nach langer Sanierungszeit.

Es bewegt sich also etwas in Marburg. Womit wir bei bewegenden Zeiten sind, denen sich unsere Unistadt 2018 widmet: Der Studentenrevolte von 1968 – und ihren Auswirkungen auf ein bis dato verschlafenes Städtchen mit Hochschule in Mittelhessen – werden vom Kulturamt und dem Theater mit Ausstellungen und Aufführungen nachgegangen. Im Rathaus gibt's etwa die Zeit­zeu­gen-Aus­stel­lung "Klasse Kampf". An Karl Marx' 200 Geburtstag steigt eine Flower-Power-Party.

Der Kultursommer Mittelhessen ist 2018 mit seiner großen Er­öff­nungs­ver­an­staltung im Erwin-Piscator-Haus zu Gast. Ein weiteres kulturelles Highlight wird das Konzert von Aeham Ahmad und Edgar Knecht am 16. März in der Luther­ischen Pfarr­kirche sein. Mit "Keys To Friendship" wurden sie 2017 Bundessieger beim Weltmusik-Wettbewerb "creole".

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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