Freitag, 19. Oktober 2018
Editorial | 2. November 2017

Chancengleichheit

Wer muss jobben? – Foto: Kronenberg

Was wünscht man sich als Studierender eigentlich von der künftigen Bundes­re­gierung? Einfache Antwort: mehr Geld.

Während die Jamaika-Verhandler in Berlin noch zäh miteinander ringen, hat genau dies das Deutsche Studentenwerk gefordert: mehr Geld in Form einer kräftigen Bafög-Anhebung. Denn da gebe es "dringenden Handlungsbedarf".

Der Grund: Die Bafög-Anhebung 2016, nach sechs Jahren Stillstand, habe zu einem erheblichen Rückgang der Zahl der Geförderten auf nur noch 18 Prozent geführt, kritisiert der Generalsekretär des Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde. Aufgrund des Stillstands beim Bafög seien die Studenten zunehmend gezwungen, die zu geringe oder gar fehlende Ausbildungs-Unterstützung durch Jobben auszugleichen.

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks arbeiteten im vergangenen Jahr 68 Prozent der Studierenden – ein historischer Höchststand. "Der ebenfalls auf Höchststand gestiegene durchschnittliche Verdienst von 385 Euro ist für viele bitter nötig, um ihr Studium finanzieren zu können", sagt Meyer auf der Heyde. Er mahnt eine Bafög-Reform an und fordert, dass die Ausbildungsförderung alle zwei Jahre an die Einkommens- und Preis­ent­wick­lung angepasst werden müsse.

Denn das Bafög ist das entscheidende Instrument, um Chancengleichheit für ärmere Studis zu schaffen, die nicht auf Finanzspritzen der Eltern hoffen können.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Martin
Hutchinson
Martin Hutchinson

Singer/Songwriter Martin Hutchinson stammt aus einer musikalischen Familie im irischen County Kildare. Schon in jungen Jahren spielte er in der Familienband zunächst Akkordeon, dann zunehmend Gitarre. Später zog es ihn in die irische Folk- und Rockszene nach Dublin, bis er schließlich zunächst nach London aus­wan­derte. Heute lebt der Musiker in Utrecht, regelmäßig zieht es ihn aber zurück nach Irland, wo er immer wieder Inspiration für neue Songs findet. Seine Spiel auf der Stahlsaitengitarre ist geprägt durch ein klares Fingerpicking und bluesige Slides. Amerikanische Blueseinflüsse verbindet er mühelos mit irischer Folktradition. Seine warme, prägnante Stimme erlaubt Vergleiche, beispielsweise mit der Folklegende Christy Moore. Auf der Bühne gewinnt Martin Hutchinson sein Publikum schnell mit Charme und augenzwinkerndem Humor.
Fr 19.10. | 20 Uhr | Marburg | TurmCafé
 
Tipp der Woche

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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