Donnerstag, 19. Juli 2018
Editorial | 2. November 2017

Chancengleichheit

Wer muss jobben? – Foto: Kronenberg

Was wünscht man sich als Studierender eigentlich von der künftigen Bundes­re­gierung? Einfache Antwort: mehr Geld.

Während die Jamaika-Verhandler in Berlin noch zäh miteinander ringen, hat genau dies das Deutsche Studentenwerk gefordert: mehr Geld in Form einer kräftigen Bafög-Anhebung. Denn da gebe es "dringenden Handlungsbedarf".

Der Grund: Die Bafög-Anhebung 2016, nach sechs Jahren Stillstand, habe zu einem erheblichen Rückgang der Zahl der Geförderten auf nur noch 18 Prozent geführt, kritisiert der Generalsekretär des Studentenwerks, Achim Meyer auf der Heyde. Aufgrund des Stillstands beim Bafög seien die Studenten zunehmend gezwungen, die zu geringe oder gar fehlende Ausbildungs-Unterstützung durch Jobben auszugleichen.

Laut der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks arbeiteten im vergangenen Jahr 68 Prozent der Studierenden – ein historischer Höchststand. "Der ebenfalls auf Höchststand gestiegene durchschnittliche Verdienst von 385 Euro ist für viele bitter nötig, um ihr Studium finanzieren zu können", sagt Meyer auf der Heyde. Er mahnt eine Bafög-Reform an und fordert, dass die Ausbildungsförderung alle zwei Jahre an die Einkommens- und Preis­ent­wick­lung angepasst werden müsse.

Denn das Bafög ist das entscheidende Instrument, um Chancengleichheit für ärmere Studis zu schaffen, die nicht auf Finanzspritzen der Eltern hoffen können.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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