Donnerstag, 19. Juli 2018
Thema der Woche | 5. Oktober 2017

On the bright side

"Monty Python's Spamalot" in der letzten Faltz-Spielzeit – Foto: Jan Bosch

Viel schräger Humor, rasante Tanzszenen, bestens aufgelegte Sänger und ganz viel Applaus zur Premiere: Die Marburger Inszenierung von "Monty Python's Spamalot" ist nicht nur für Monty Python-Fans ein Fest.

Mit rund 100 Kostümen, vielen Rollenwechseln in Windeseile, der Koordination von Schauspielern, Sängern und Gastmusikern sowie aufwändigen Kulissen ist die Produktion freilich auch eine Herausforderung für das kleine Marburger Landestheater: "Ich hatte das Gefühl, wir sollten in der letzten Spielzeit keine kleinen Brötchen backen, und darin haben mich alle bestärkt", sagt Intendant Matthias Faltz. Erfahrungen mit aufwändigen Produltionen habe das Theater in den letzten Jahren schließlich gesammelt – etwa mit der Dreigroschenoper oder den Blues Brothers.

Durch diese Erfahrungen aus den vergangenen Marburger Großproduktionen "war der Mut da, sich sowas zuzutrauen", sagt Faltz: "Das hat mir das Vertrauen gegeben, dass wir auch die Musiker, Tänzer und Sänger haben, die die Quali­tä­ten für so ein Stück mitbringen."

Der Kultfilm "Die Ritter der Kokosnuss" der britischen Komikertruppe Monty Python von 1975 ist die Vorlage für das Musical "Spamalot". 2005 wurde das Stück am Broadway uraufgeführt, für 14 Tony Awards nominiert und unter anderem als "Bestes Musical" ausgezeichnet.

Wie im Film erzählt "Spamalot" die legendäre Geschichte von König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde, unerschrockenen Helden, die sich selbst von einem blutrünstigen Killerkaninchen nicht stoppen lassen:Im England des Jahres 932 zieht Artus mit seinen tapferen Mannen aus, auf der Suche nach der heiligen Qual, nein, Gral, dem Pokal vom letzten Abendmahl! Währenddessen sterben die Armen des Landes an einer der üblichen Seuchen, aber das macht nichts – schließlich hat Gott der Allmächtige seinen Becher verbummelt. Die illustre Tafelrunde bilden dabei der größtmögliche Feigling Sir Robin, der blutrünstige Sir Lancelot, genannt Lance, Sir Galahad, vormals ein Morast-Sammler aus der Unterschicht namens Dennis, sowie der überengagierte Ritterlehrling Sir Bedevere. Stets an ihrer Seite ist die Fee aus dem See als starke, schöne und mit magischen Kräften ausgestattete Diva der Show.

Dem achtköpfigen Marburger Schauspielensemble stehen acht Musiker und sieben Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne zur Seite. Dass die Landes­theater-Schauspielerinnen und Schauspieler auch gesanglich stark sind, zeigen sie in "Spamalot" eindrücklich, so wie sie es auch schon in "Romeo und Julia" oder "Soul Kitchen" bewiesen haben.

Nach acht Jahren am Hessischen Landestheater endet im Sommer 2018 die Intendanz von Matthias Faltz in Marburg. Zum Schluss hätten er und das Ensemble es noch einmal so richtig krachen lassen wollen, sagt Faltz. Das ist ihnen mit "Spamalot" gelungen.

Die nächsten Aufführungen
... von Monty Python's Spamalot sind am 5., 14. und 26. Oktober, jeweils um 19.30 im Erwin-Piscator-Haus.

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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