Donnerstag, 14. Dezember 2017
Editorial | 21. September 2017

Aufreger

Es lohnt sich

Der Bundestagswahlkampf sei ziemlich langweilig, wird auf allen Kanälen kritisiert. Das Fernseh-Duell zwischen Merkel und Schulz sei mehr Duett als Duell gewesen, der Auftritt der Parteien lahm, ohne Aufreger, das Rennen längst gelaufen.

Was für ein Blödsinn: Wer glaubt, dass es an Aufregern fehlt, hat offenbar die vielen Fake News nicht registriert, die auf den sozialen Netzwerken vor der Wahl verbreitet werden. Da wird Angst geschürt, diffamiert, beleidigt – mich regt das ziemlich auf.

Dass bei der Bundestagswahl aller Voraussicht nach eine rechtspopulistische Partei ins Parlament einziehen wird, die beim Ängste schüren fleißig mitmacht, statt Lösungen anzubieten, die gegen den Mindestlohn ist und den Reichen massive Steuergeschenke machen will – das regt mich nicht minder auf.

Also sich am Sonntag nicht langweilen, sondern wählen gehen!

Das Rennen ist erst Sonntagabend gelaufen, wenn die Wahllokale zu sind. Und wer sein Wahlrecht nicht nutzt, stärkt automatisch radikale Kräfte.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Igor
Patierovic
Hamburg Blues Band

Seit über fünf­und­dreißig Jahren tourt die Hamburg Blues Band immer wieder mit anderen Gast­musikern. Aktuell werden die Blues­rocker von der Reeper­bahn begeleitet von der "Queen of Rock from Scotland" Maggie Bell (Stone The Crows, Rod Stewart, Eric Burdon) und dem jungen Ausnahme­talent an der Gitarre Krissy Matthews, der schon als Zwölf­jäh­riger mit John Mayall auf der Bühne stand. Special Guest ist Rock­le­gen­de Chris Farlowe mit seinen unnach­ahm­lichen Blues­arien. Wer einen großen Sänger, der Rock- und Blues­ge­schichte geschrieben hat, live erleben möchte, sollte hingehen, zuschauen, zuhören und genießen.
Do 14.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Thomas
Willemsen
Stoppok

Auf seiner alljährlichen Vorweihnachtstour quer durch die Republik zaubert Stoppok den Menschen ein echtes Leuchten in die Augen und liefert das sinnliche Gegenprogramm mit Herzblut statt Lebkuchenherzen. Was einst als einmalige Aktion gedacht war, ist inzwischen aus vielen deutschen Städten nicht mehr wegzudenken. Stoppok macht Alltagssprache zu Poesie, die Bilder von berührender Direktheit schafft. In den Songs und in den Konzerten geht es dem ganz und gar nicht stillen Beobachter um Haltung und Werte. Begeleitet wird der Musiker und Entertainer auf der diesjährigen Solo-Tour von der Texanerin Tess Wiley, einer hervorragenden Sängerin und Multiinstrumentalistin.
Mi 20.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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