Montag, 25. September 2017
Thema der Woche | 20. Juli 2017

Film ab

OpenEyes Filmfest 20. bis 23. Juli – Foto: Florian Gärtner

Vom begeisterten Couchsurfer über die Lehrerin, die in ihren Laptop verknallt ist bis zur emotionalen Reise von Flüchtlingen: 91 Kurzfilme sind bei der 24. Auflage des Marburger Filmfestivals OpenEyes im Wettbewerb. Im Rahmen­programm des Festivals sind unter anderem Diskussionsrunden mit Film­schaf­fen­den und Aftershowpartys.

Das Festival beginnt täglich ab 13.00 Uhr mit der Wiederholung des Open-Air-Programms des Vorabends im Traumakino. Die Blöcke zu den Festival­ka­te­go­rien Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilm laufen in diesem Jahr nach großem Publikumsandrang im Traumakino erstmals im größeren Theater im g-Werk, nachdem sie in den letzten Jahren bereits nach kurzer Zeit ausverkauft waren.

Außerhalb des Wettbewerbs wird das Programm durch das Spezialprogramm "PFF en 5 regards" des Poitiers Film Festival der französischen Partnerstadt Marburgs erweitert. Vervollständigt wird das Festival schließlich durch das beliebte "Garagenkino", in dem Amateurfilmemacher die Chance haben, ihre Werke abseits des offiziellen Wettbewerbs zu präsentieren.

Die Zuschauer können sich also auf Themenblöcke zu den unterschiedlichen Wettbewerbskategorien und anschließenden Diskussionen mit anwesenden Filmschaffenden aus der ganzen Welt freuen, bevor jeder Festivaltag in den Filmvorführungen unter freiem Himmel im idyllischen Garten im Trauma mündet und man den Filmabend auf den Aftershowpartys ausklingen lassen kann.

Das Festival auf dem Gelände des g-Werks in Marburg wird am Donnerstag­abend um 20.15 Uhr durch einen Sektempfang mit Livemusik eröffnet. Sekt gibt es auch beim offenen Brunch am Sonntagmorgen mit den Filmschaffenden und bei der Bekanntgabe der Gewinnerfilme die das Festival Sonntag Nacht ab­schließt. Die Gewinnerfilme werden am Mittwoch, 26. Juli, in einem OpenEyes Spezial im traumakino vorgeführt.

Eine kleine Auswahl aus dem OpenEyes-Filmangebot stellen wir hier vor. Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de

Couchsurfing

Deutschlandpremiere, Laufzeit: 2:13 Minuten, Regisseur: Juan Trueba
Eine wahre Schwärmerei für den Kult des Couchsurfings wird von Juan Trueba in nur wenigen, aber durchaus witzigen Sekunden seziert.
Nico, ein Freigeist, ist begeistert vom Couchsurfing. Er sieht darin die perfekte Chance neue Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und Abenteuer zu erleben. Sein Mitbewohner Juan ist der ganzen Sache skeptisch gegenübergestellt. Ein fremder Mann auf seiner Couch? Ob das eine gute Idee ist? Eine wahre Schwärmerei für den Kult des Couchsurfings wird in nur wenigen, aber durchaus witzigen Sekunden seziert.

Dent De Lleo

Laufzeit: 7:00 Minuten, Regisseur: Jorge Bellver Varela
Jorge Bellver Varela beleuchtet in seinem Animationsfilm die gefährlichen Seiten der Reise, die Flüchtlinge für eine bessere Zukunft auf sich nehmen. Eine Pusteblume symbolisiert dabei stellvertretend die Wünsche und Hoffnungen tausender Menschen in einer globalisierten Welt. Varela präsentiert in seinem sieben-minütigen Kurzfilm eine emotionale Reise. Dent De Lleo wurde bereits auf mehreren internationalen Filmfestivals, darunter beispielsweise dem Karama Human Rights Film Festival (2016) oder dem Cartoon Festival Gandia (2017), ausgestrahlt und erhielt u.a auf dem Catálogo Curts 2016 einen "CultureArts-Award".

Die besonderen Fähigkeiten des Herrn Maler

Laufzeit: 29:00 Minuten, Regisseur: Paul Philipp
DDR - Ein Junge verschwindet und die Stasi ermittelt. Herr Mahler, einer der Beamten, soll mit seinen besonderen Fähigkeiten die Eltern des Jungen dazu bringen, ihn für Tod zu erklären, um den Fall abschließen zu können.
Der Film hat bereits einige Auszeichnungen erhalten. Darunter der Preis "Best Genre-Film" der Genrenale5 in Berlin, den Preis "Best Director" des Short to the Point March in Bukarest und der "Engelke- Kurzfilmpreis" des 28. Internationalen Filmfests Emden-Norderney.
Paul Philipp ist internationaler Regisseur für kommerzielle Filme und Texter- und Konzeptmacher für Handelsagenturen.

Die Hochzeitspolizei

Laufzeit: 14:00 Minuten, Regisseur: Rogier Hardeman
Mikhail Shchershbachov und Felix Hellweg führen eine glückliche Ehe. Doch eines Tages taucht die Polizei auf und verdächtigt sie der Scheinehe. Täuschen die beiden ihre Beziehung nur vor, damit Mikhail in Deutschland bleiben kann? Und wer ist diese Wanda?
"Die Hochzeitspolizei" wurde bereits auf mehreren Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Unter anderm dem "Directors Award" der North Carolina Film Awards und dem "Audience Award" des Filmfest Düsseldorf.

Du Liebes Ding! Valentina und Valentino

Laufzeit: 2:46 Minuten, Regisseurin: Kathrin Ahäuser
Valentina ist eine objektsexuelle Frau. Sie ist Musiklehrerin aus Nordrhein-Westfalen für Klavier und Keyboard. 2013 verliebte sie sich in ihren PC "Valentino". Davor gehörte ihr Herz viele Jahre lang einem Baukran, dem sie jedoch nie nahe sein konnte.
Objektsexualität bzw. Objektophilie ist Thema des Projektes "Ach du liebes Ding!" von Kathrin Ahäuser, woraus ihr Dokumentarfilm über Valentina und Valentino entstand. Seit 2012 dokumentiert die Fotografin objektsexuelle Menschen und ihre Partnerschaften.

Goliath

Laufzeit: 18:00 Minuten, Regisseur: Loic Barché
Nicolas ist total in Charlotte verknallt, die er kaum kennt, aber deren Facebook-Bilder ihn regelmäßig zum Träumen bringen. Er beschließt durch eine wag­halsige Aktion ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
Der Film lief bereits auf ARTE im Magazin Kurzschluss. Loic Barché, Jahrgang 1987, machte in Paris seinen Master in Filmrecherche an der Sorbonne. 2013 drehte er unter der Produktion von Punchline Cinema den Kurzspielfilm "Le Commencement". Ein Jahr später entstand in Eigenproduktion "Les Grandes Sages". "Goliath" ist sein neuester Film.

Pregnant Pause

Laufzeit: 13:00 Minuten, Regisseurin: Alice Seabright
Was wenn man sich auf einmal gar nicht mehr so sicher ist, was man eigentlich von der Zukunft erwartet oder was man will? Ein junges Paar in einer Krise. Eine eventuelle Schwangerschaft stellt alles auf den Kopf. Auf ihrer Suche nach der richtigen Antwort und klaren Gedanken flieht Steph aus der Wohnung. Theoretisch ist man erwachsen und bereit für Kinder, aber eben nur theoretisch.
Mit viel Witz wird ein Thema präsentiert, welches vermutlich beinahe jeden irgendwann einmal beschäftigt hat oder beschäftigen wird. Alice Seabrights "Pregnant Pause" gewann bei den London Independent Film Awards den Titel des "Best Short Film".

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Eke
Miedaner
Sunil Mann

Am Grab seines Vaters lernt Detektiv Vijay Kumar die seltsame Franziska Zehnder kennen. Sie ist auf der Suche nach Gaudenz Pfister, und Vijay findet heraus, dass dieser nach seiner Scheidung auf der Straße lebt – dabei hätte der Ex-Banker genug Geld für einen Neuanfang haben müssen. Dann überschlagen sich die Ereignisse ... Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren. Die Studiengänge Psychologie und Germanistik brach er erfolgreich ab. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet, und für sein Romandebüt "Fangschuss" wurde er mit dem Zürcher Krimipreis geehrt. Der Autor liest aus seinem aktuellen Roman "Gossenblues" am
Mo 25.9. | 20 Uhr | Marburg | TTZ
 
Tipp der Woche

Foto: Waggon-
halle
Max Goldt

Nach "Für Nächte am offenen Fenster" (2003), dem großen Band, der Max Goldts prachtvollste Texte bis zum Jahr 2002 enthält, versammelt sich hier das Schönste, Komischste und Erstaunlichste, das Max Goldt in den Jahren von 2003 bis 2014 schrieb und vorlas. Es ist einzigartig, wie Max Goldt höchste literarische Stilistik, satirische Schärfe, Gedankentiefe und Komik verbindet. "Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren ... Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt." (Gustav Seibt) "Lippen abwischen und lächeln" heißt es
Mi 27.9. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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