Donnerstag, 19. Juli 2018
Thema der Woche | 20. Juli 2017

Film ab

OpenEyes Filmfest 20. bis 23. Juli – Foto: Florian Gärtner

Vom begeisterten Couchsurfer über die Lehrerin, die in ihren Laptop verknallt ist bis zur emotionalen Reise von Flüchtlingen: 91 Kurzfilme sind bei der 24. Auflage des Marburger Filmfestivals OpenEyes im Wettbewerb. Im Rahmen­programm des Festivals sind unter anderem Diskussionsrunden mit Film­schaf­fen­den und Aftershowpartys.

Das Festival beginnt täglich ab 13.00 Uhr mit der Wiederholung des Open-Air-Programms des Vorabends im Traumakino. Die Blöcke zu den Festival­ka­te­go­rien Spiel-, Dokumentar-, Experimental- und Animationsfilm laufen in diesem Jahr nach großem Publikumsandrang im Traumakino erstmals im größeren Theater im g-Werk, nachdem sie in den letzten Jahren bereits nach kurzer Zeit ausverkauft waren.

Außerhalb des Wettbewerbs wird das Programm durch das Spezialprogramm "PFF en 5 regards" des Poitiers Film Festival der französischen Partnerstadt Marburgs erweitert. Vervollständigt wird das Festival schließlich durch das beliebte "Garagenkino", in dem Amateurfilmemacher die Chance haben, ihre Werke abseits des offiziellen Wettbewerbs zu präsentieren.

Die Zuschauer können sich also auf Themenblöcke zu den unterschiedlichen Wettbewerbskategorien und anschließenden Diskussionen mit anwesenden Filmschaffenden aus der ganzen Welt freuen, bevor jeder Festivaltag in den Filmvorführungen unter freiem Himmel im idyllischen Garten im Trauma mündet und man den Filmabend auf den Aftershowpartys ausklingen lassen kann.

Das Festival auf dem Gelände des g-Werks in Marburg wird am Donnerstag­abend um 20.15 Uhr durch einen Sektempfang mit Livemusik eröffnet. Sekt gibt es auch beim offenen Brunch am Sonntagmorgen mit den Filmschaffenden und bei der Bekanntgabe der Gewinnerfilme die das Festival Sonntag Nacht ab­schließt. Die Gewinnerfilme werden am Mittwoch, 26. Juli, in einem OpenEyes Spezial im traumakino vorgeführt.

Eine kleine Auswahl aus dem OpenEyes-Filmangebot stellen wir hier vor. Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de

Couchsurfing

Deutschlandpremiere, Laufzeit: 2:13 Minuten, Regisseur: Juan Trueba
Eine wahre Schwärmerei für den Kult des Couchsurfings wird von Juan Trueba in nur wenigen, aber durchaus witzigen Sekunden seziert.
Nico, ein Freigeist, ist begeistert vom Couchsurfing. Er sieht darin die perfekte Chance neue Leute kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und Abenteuer zu erleben. Sein Mitbewohner Juan ist der ganzen Sache skeptisch gegenübergestellt. Ein fremder Mann auf seiner Couch? Ob das eine gute Idee ist? Eine wahre Schwärmerei für den Kult des Couchsurfings wird in nur wenigen, aber durchaus witzigen Sekunden seziert.

Dent De Lleo

Laufzeit: 7:00 Minuten, Regisseur: Jorge Bellver Varela
Jorge Bellver Varela beleuchtet in seinem Animationsfilm die gefährlichen Seiten der Reise, die Flüchtlinge für eine bessere Zukunft auf sich nehmen. Eine Pusteblume symbolisiert dabei stellvertretend die Wünsche und Hoffnungen tausender Menschen in einer globalisierten Welt. Varela präsentiert in seinem sieben-minütigen Kurzfilm eine emotionale Reise. Dent De Lleo wurde bereits auf mehreren internationalen Filmfestivals, darunter beispielsweise dem Karama Human Rights Film Festival (2016) oder dem Cartoon Festival Gandia (2017), ausgestrahlt und erhielt u.a auf dem Catálogo Curts 2016 einen "CultureArts-Award".

Die besonderen Fähigkeiten des Herrn Maler

Laufzeit: 29:00 Minuten, Regisseur: Paul Philipp
DDR - Ein Junge verschwindet und die Stasi ermittelt. Herr Mahler, einer der Beamten, soll mit seinen besonderen Fähigkeiten die Eltern des Jungen dazu bringen, ihn für Tod zu erklären, um den Fall abschließen zu können.
Der Film hat bereits einige Auszeichnungen erhalten. Darunter der Preis "Best Genre-Film" der Genrenale5 in Berlin, den Preis "Best Director" des Short to the Point March in Bukarest und der "Engelke- Kurzfilmpreis" des 28. Internationalen Filmfests Emden-Norderney.
Paul Philipp ist internationaler Regisseur für kommerzielle Filme und Texter- und Konzeptmacher für Handelsagenturen.

Die Hochzeitspolizei

Laufzeit: 14:00 Minuten, Regisseur: Rogier Hardeman
Mikhail Shchershbachov und Felix Hellweg führen eine glückliche Ehe. Doch eines Tages taucht die Polizei auf und verdächtigt sie der Scheinehe. Täuschen die beiden ihre Beziehung nur vor, damit Mikhail in Deutschland bleiben kann? Und wer ist diese Wanda?
"Die Hochzeitspolizei" wurde bereits auf mehreren Festivals mit Preisen ausgezeichnet. Unter anderm dem "Directors Award" der North Carolina Film Awards und dem "Audience Award" des Filmfest Düsseldorf.

Du Liebes Ding! Valentina und Valentino

Laufzeit: 2:46 Minuten, Regisseurin: Kathrin Ahäuser
Valentina ist eine objektsexuelle Frau. Sie ist Musiklehrerin aus Nordrhein-Westfalen für Klavier und Keyboard. 2013 verliebte sie sich in ihren PC "Valentino". Davor gehörte ihr Herz viele Jahre lang einem Baukran, dem sie jedoch nie nahe sein konnte.
Objektsexualität bzw. Objektophilie ist Thema des Projektes "Ach du liebes Ding!" von Kathrin Ahäuser, woraus ihr Dokumentarfilm über Valentina und Valentino entstand. Seit 2012 dokumentiert die Fotografin objektsexuelle Menschen und ihre Partnerschaften.

Goliath

Laufzeit: 18:00 Minuten, Regisseur: Loic Barché
Nicolas ist total in Charlotte verknallt, die er kaum kennt, aber deren Facebook-Bilder ihn regelmäßig zum Träumen bringen. Er beschließt durch eine wag­halsige Aktion ihre Aufmerksamkeit zu bekommen.
Der Film lief bereits auf ARTE im Magazin Kurzschluss. Loic Barché, Jahrgang 1987, machte in Paris seinen Master in Filmrecherche an der Sorbonne. 2013 drehte er unter der Produktion von Punchline Cinema den Kurzspielfilm "Le Commencement". Ein Jahr später entstand in Eigenproduktion "Les Grandes Sages". "Goliath" ist sein neuester Film.

Pregnant Pause

Laufzeit: 13:00 Minuten, Regisseurin: Alice Seabright
Was wenn man sich auf einmal gar nicht mehr so sicher ist, was man eigentlich von der Zukunft erwartet oder was man will? Ein junges Paar in einer Krise. Eine eventuelle Schwangerschaft stellt alles auf den Kopf. Auf ihrer Suche nach der richtigen Antwort und klaren Gedanken flieht Steph aus der Wohnung. Theoretisch ist man erwachsen und bereit für Kinder, aber eben nur theoretisch.
Mit viel Witz wird ein Thema präsentiert, welches vermutlich beinahe jeden irgendwann einmal beschäftigt hat oder beschäftigen wird. Alice Seabrights "Pregnant Pause" gewann bei den London Independent Film Awards den Titel des "Best Short Film".

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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