Montag, 25. September 2017
Editorial | 11. Mai 2017

Was soll

Mal was Schönes – Foto: Michael Arlt

... man sagen? Wenn du, lieber Leser, liebe Leserin, dies Blatt zur Hand hast und genau jetzt der 12. Mai ist, gedenkt man heute rund um den Globus einerseits des Chronischen Erschöpfungssyndroms. Und begeht gleich­zeitig/anderer­seits, zur Feier des Geburtstages der großen Florence Nightin­gale, den International Nurse Day, den weltweiten Tag der Pflege, nebst dem dazugehörigen Personal. Bin ich nun Schelm, der sich, wenn schon nicht böses, so doch etwas gründlich schiefgelaufenes dabei denkt?

Die Kommission zur Findung und Einhaltung der sinnvollen Reihenfolge von Feier- und Gedenktagen muss wohl gehörig einen im Tee gehabt haben. So wundert es wenig, wenn tags drauf, sprich am 13. des Wonnemonats, zum Internationalen Tag des Cocktails an die Theken gerufen wird, und von Bagdad bis Buenos Aires die Zecher der Welt darin übereinkommen, wenigstens 24 Stunden lang ein einig Volk von Brüdern zu sein. Dass in der Folge Familie (15.), Kriegsdienstverweigerer (auch 15.) und Homosexuelle (17.) mit jeweils eigenem Aktionstag ins Blickfeld rücken – kaum hoch genug ist's zu preisen. Und dass man sich nicht nur im Briefmarkenparadies Aserbaidschan über den Welt­fern­meldetag (17.) freut, wie auch der Welt-Hypertonie-Tag (17.) durchaus seine Berechtigung hat – bittesehr, bittegern.

Aber der schiefe Dreiklang Suff/Pflege/Erschöpfung ist und bleibt in dieser Woche ein merkwürdiges Mysterium.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Eke
Miedaner
Sunil Mann

Am Grab seines Vaters lernt Detektiv Vijay Kumar die seltsame Franziska Zehnder kennen. Sie ist auf der Suche nach Gaudenz Pfister, und Vijay findet heraus, dass dieser nach seiner Scheidung auf der Straße lebt – dabei hätte der Ex-Banker genug Geld für einen Neuanfang haben müssen. Dann überschlagen sich die Ereignisse ... Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren. Die Studiengänge Psychologie und Germanistik brach er erfolgreich ab. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet, und für sein Romandebüt "Fangschuss" wurde er mit dem Zürcher Krimipreis geehrt. Der Autor liest aus seinem aktuellen Roman "Gossenblues" am
Mo 25.9. | 20 Uhr | Marburg | TTZ
 
Tipp der Woche

Foto: Waggon-
halle
Max Goldt

Nach "Für Nächte am offenen Fenster" (2003), dem großen Band, der Max Goldts prachtvollste Texte bis zum Jahr 2002 enthält, versammelt sich hier das Schönste, Komischste und Erstaunlichste, das Max Goldt in den Jahren von 2003 bis 2014 schrieb und vorlas. Es ist einzigartig, wie Max Goldt höchste literarische Stilistik, satirische Schärfe, Gedankentiefe und Komik verbindet. "Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren ... Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt." (Gustav Seibt) "Lippen abwischen und lächeln" heißt es
Mi 27.9. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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