Montag, 20. November 2017
Editorial | 11. Mai 2017

Was soll

Mal was Schönes – Foto: Michael Arlt

... man sagen? Wenn du, lieber Leser, liebe Leserin, dies Blatt zur Hand hast und genau jetzt der 12. Mai ist, gedenkt man heute rund um den Globus einerseits des Chronischen Erschöpfungssyndroms. Und begeht gleich­zeitig/anderer­seits, zur Feier des Geburtstages der großen Florence Nightin­gale, den International Nurse Day, den weltweiten Tag der Pflege, nebst dem dazugehörigen Personal. Bin ich nun Schelm, der sich, wenn schon nicht böses, so doch etwas gründlich schiefgelaufenes dabei denkt?

Die Kommission zur Findung und Einhaltung der sinnvollen Reihenfolge von Feier- und Gedenktagen muss wohl gehörig einen im Tee gehabt haben. So wundert es wenig, wenn tags drauf, sprich am 13. des Wonnemonats, zum Internationalen Tag des Cocktails an die Theken gerufen wird, und von Bagdad bis Buenos Aires die Zecher der Welt darin übereinkommen, wenigstens 24 Stunden lang ein einig Volk von Brüdern zu sein. Dass in der Folge Familie (15.), Kriegsdienstverweigerer (auch 15.) und Homosexuelle (17.) mit jeweils eigenem Aktionstag ins Blickfeld rücken – kaum hoch genug ist's zu preisen. Und dass man sich nicht nur im Briefmarkenparadies Aserbaidschan über den Welt­fern­meldetag (17.) freut, wie auch der Welt-Hypertonie-Tag (17.) durchaus seine Berechtigung hat – bittesehr, bittegern.

Aber der schiefe Dreiklang Suff/Pflege/Erschöpfung ist und bleibt in dieser Woche ein merkwürdiges Mysterium.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Sarah Shatz
The Big Sick

Kumail stammt aus einer Familie von pakistanischen Immigranten und schlägt sich mehr schlecht als recht als Comedian in Chicago durch. Seiner sehr konservativen und traditionsbewussten Familie ist Kumails Lebensstil schon seit längerem ein Dorn im Auge. Film von Michael Showalter.
Mo 20.11. | 20.30 Uhr | Marburg | Capitol-Center
 
Tipp der Woche

Foto: Christoph
Rehage
Christoph Rehages

Christoph Rehages Youtube-Video "The Longest Way" ist ein Hit – mehr als 10 Millionen Menschen haben es bisher gesehen. In seiner packenden Live-Reportage dokumentiert der Globetrotter seine einzigartige Reise: 4.646 Kilometer zu Fuß durch China. Zu seinem 26. Geburtstag macht sich Christoph Rehage selbst das schönste Geschenk: Von Peking aus bricht er auf zu einer Wanderung, die bis ins heimatliche Bad Nenndorf in Nord­deutsch­land führen soll. Sein Weg ist gesäumt von Wunder­werken wie der Großen Mauer und der Terrakotta-Armee. Aber es sind die kleinen Wunder, die seine Reise un­ver­gess­lich machen: die Hilfs­bereit­schaft der chinesischen Dorfbevölkerung, die Begegnungen mit Mönchen und Wahrsagern, Beamten und Prostituierten, die Freundschaft zu Lehrer Xie und seine Gefühle für die Sichuanesin Juli, die ihn – so die schwebende Ver­ab­redung – bei seiner Ankunft in Deutsch­land erwarten wird ... Passend zum Vortrags­thema bietet das Ver­an­stalter­team von Planet­view chinesische Drinks an.
Do 23.11. | 19.30 Uhr | Marburg | KFZ
 
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