Montag, 25. September 2017
Editorial | 4. Mai 2017

Einmischen

Wir mischen mit – Foto: Kronenberg

Beeindruckende 81,4 Prozent: So hoch war die Wahlbeteiligung bei der hessischen Kommunalwahl 1972, in einer hochpolitisierten Zeit. Danach ging's bergab. Den historischen Tiefpunkt markiert die Kommunalwahl 2006, mit nur noch 45,8 Prozent Beteiligung. Auch letztes Mal, 2016, waren es nicht viel mehr, 48 Prozent.

Was tun gegen Desinteresse, Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit?

Mehr Bürgerbeteiligung in der Kommune anzubieten, ist ein Ansatz, zum Beispiel durch Volksabstimmungen, Bürgerinitiativen oder Bürgerdialoge. Denn: "Bürger interessieren sich für Politik, wenn die Politik sich für sie interessiert", sagen die Wissenschaftler Robert Vehrkamp und Dominik Hierlemann in ihrer Studie, wer in Deutschland warum nicht mehr wählen geht.

Ihre These stützt der letzte Samstag im Erwin-Piscator-Haus. Dort hatte die Stadt zur Bürgerbeteiligungs-Auftaktveranstaltung eingeladen – und es war voll. Gut 200 Marburger waren gekommen, deutlich mehr als der sichtlich zufriedene Oberbürgermeister erwartet hatte. Engagiert diskutierten Jung und Alt über neue Beteiligungsmöglichkeiten, von der Anfragebox bis zur Handy-App.

Ein guter Anfang, um Demokratie stärker zu leben.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Eke
Miedaner
Sunil Mann

Am Grab seines Vaters lernt Detektiv Vijay Kumar die seltsame Franziska Zehnder kennen. Sie ist auf der Suche nach Gaudenz Pfister, und Vijay findet heraus, dass dieser nach seiner Scheidung auf der Straße lebt – dabei hätte der Ex-Banker genug Geld für einen Neuanfang haben müssen. Dann überschlagen sich die Ereignisse ... Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren. Die Studiengänge Psychologie und Germanistik brach er erfolgreich ab. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet, und für sein Romandebüt "Fangschuss" wurde er mit dem Zürcher Krimipreis geehrt. Der Autor liest aus seinem aktuellen Roman "Gossenblues" am
Mo 25.9. | 20 Uhr | Marburg | TTZ
 
Tipp der Woche

Foto: Waggon-
halle
Max Goldt

Nach "Für Nächte am offenen Fenster" (2003), dem großen Band, der Max Goldts prachtvollste Texte bis zum Jahr 2002 enthält, versammelt sich hier das Schönste, Komischste und Erstaunlichste, das Max Goldt in den Jahren von 2003 bis 2014 schrieb und vorlas. Es ist einzigartig, wie Max Goldt höchste literarische Stilistik, satirische Schärfe, Gedankentiefe und Komik verbindet. "Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren ... Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt." (Gustav Seibt) "Lippen abwischen und lächeln" heißt es
Mi 27.9. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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