Donnerstag, 19. Juli 2018
Editorial | 4. Mai 2017

Einmischen

Wir mischen mit – Foto: Kronenberg

Beeindruckende 81,4 Prozent: So hoch war die Wahlbeteiligung bei der hessischen Kommunalwahl 1972, in einer hochpolitisierten Zeit. Danach ging's bergab. Den historischen Tiefpunkt markiert die Kommunalwahl 2006, mit nur noch 45,8 Prozent Beteiligung. Auch letztes Mal, 2016, waren es nicht viel mehr, 48 Prozent.

Was tun gegen Desinteresse, Wahlmüdigkeit und Politikverdrossenheit?

Mehr Bürgerbeteiligung in der Kommune anzubieten, ist ein Ansatz, zum Beispiel durch Volksabstimmungen, Bürgerinitiativen oder Bürgerdialoge. Denn: "Bürger interessieren sich für Politik, wenn die Politik sich für sie interessiert", sagen die Wissenschaftler Robert Vehrkamp und Dominik Hierlemann in ihrer Studie, wer in Deutschland warum nicht mehr wählen geht.

Ihre These stützt der letzte Samstag im Erwin-Piscator-Haus. Dort hatte die Stadt zur Bürgerbeteiligungs-Auftaktveranstaltung eingeladen – und es war voll. Gut 200 Marburger waren gekommen, deutlich mehr als der sichtlich zufriedene Oberbürgermeister erwartet hatte. Engagiert diskutierten Jung und Alt über neue Beteiligungsmöglichkeiten, von der Anfragebox bis zur Handy-App.

Ein guter Anfang, um Demokratie stärker zu leben.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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