Donnerstag, 19. Juli 2018
Editorial | 20. April 2017

Jammerlappen

Miese Studienbedingungen ... – Foto: Kronenberg

Das Sommersemester ist gestartet, die Gedanken kreisen um Kurse, Lektüre­tests, die geschrieben werden müssen, um überhaupt Zutritt zum Kurs zu erhalten, oder darüber, dass man zu wenig "Ferien" hatte. Aber halt: das ist Jammern auf hohem Niveau.

Wir beklagen uns oft darüber, dass die Dozenten scheiße sind, dass das Angebot an Exportmodulen nicht umfangreich genug ist. Aber wenn wir mal ehrlich sind, wir würden uns auch darüber aufregen, wenn alles so wäre, wie wir jetzt wollen. Deshalb verstehe ich als Bachelor-Absolventin manchmal den Sinn des Meckerns nicht. Ich will mich hier nicht als Moralpredigerin hinstellen – ich bin im Jammern und Meckern keine Ausnahme – aber vielleicht sollten wir alle dankbar dafür sein, dass wir studieren können.

Denn leider ist es immer noch so, dass sich ein Studium nur die leisten können, die nicht am Hungertuch nagen. Viele andere, die es gerne wollen, aber finanziell nicht stemmen können, fallen immer noch durch das System. Und das ist einfach nur schade. Also lasst uns einen Moment dankbar für all dies sein, lasst das Jammern und uns einfach zufrieden sein. Morgen ist auch noch ein Tag zum Meckern.

Christina Schmid

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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