Donnerstag, 19. Juli 2018
Thema der Woche | 9. März 2017

Auf die Bühnen, fertig, los!

22. MaNo-Musikfestival von Donnerstag 9. bis Samstag 11. März
Foto: Wait For June

"Raus aus den Proberäumen, rauf auf die Bühne", heißt es seit mehr als zwei Jahrzehnten für Bands aus Marburg und der näheren Umgebung. Beim MaNo-Musikfestival können sie sich live präsentieren, dabei neue Zuhörer finden und Verbindungen zu anderen Musikern knüpfen. Aber nicht nur der lokale Partner­schafts­gedanke motiviert die Veranstalter.

Und so geht's am Donnerstagabend ab 19.00 Uhr in der Waggonhalle erst einmal los mit Auftritten der Gästebands aus den sechs Marburger Partner­städten Sibiu (Rumänien), Maribor (Slowenien), Northampton (Großbritannien), Poitiers (Frankreich), Eisenach (Deutschland) und Sfax (Tunesien).

Die Sandra Peschke Band aus Eisenach präsentiert außergewöhnliche und anspruchsvolle Akustik-Cover mit zwei Akustik-Gitarren, einer Geige und der unverwechselbaren Stimme von Frontfrau Sandra Peschke, rhythmisch verstärkt durch ein Cajón. Rock und Folk aus dem slowenischen Maribor haben die Band InGver und das Duo J&B im Gepäck. Deaf Trap aus dem englischen North­hampton sind eine vierköpfige Alternativ/Indierockband, England. Ihr Lands­mann Will Sey ist als Singer/Songwriter für seine rauhe Stimme und kolossalen akustischen Rhythmen bekannt, dessen Einflüsse von Frank Turner bis Radio­head reichen. Was sich hinter dem Namen The Gabba Gabba Queen And The Dirty Ducks verbirgt, wird sich weisen. Dass sie von dem französischen Poitiers an die Lahn kommen, ist jedenfalls genauso sicher wie beim Folk-Duo Violette. Mit Weltmusik und Fusion sind Instaband ein tunesischer Act, der direkt aus Sfax kommt. Mit dabei hat die Band selbstkomponierte Songs, aber auch Cover in einem ganz neuen musikalischen Gewand. Still Crazy aus Sibiu, Rumänien interpretieren Hits der Hard'n Heavy Bands wie Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath, AC/DC, Judas Priest, Dio, Kiss, Guns'n'Roses, Mötley Crüe und so weiter. Als Special Guest schließlich hat sich mit The Straw Horses ein zeit­ge­nössische Folkprojekt aus Northhampton angemeldet.

Freitag- und Samstagabend sind gefüllt mit Auftritten von 68 heimischen Bands und ihren Gästen in insgesamt 13 Marburger Clubs, Kneipen und Spielstätten. Alte Mensa, Cavete, Compass, Gloria, KFZ, Krokodil, Molly Malone's, Schlucke, Sudhaus, Szenario, TTZ, Waggonhalle, Zum Röhrenden Hirsch biten handgemachte Musik in (fast) allen Stilrichtungen, ohne Playback und Castingshows. Anhänger der akustischen und leisen Klänge sollten ihre Schritte in Richtung Schlucke (Fr), Sudhaus (Fr/Sa) oder Alte Mensa (Fr/Sa) lenken. Weltmusik wird vor allem im TTZ (Sa) zu Gehör gebracht. Laut, hart und heftig wird es dagegen an beiden Abenden im Szenario und im Krokodil.

Das MaNo-Musikfestival jedes Jahr im März in Marburg statt. Die dreitägige Veranstaltung ist in den 22 Jahren ihres Bestehens zu einem Klassiker der lokalen Musikszene avanciert und hat ihren festen Platz in der Kulturlandschaft der Universitätsstadt. Den Kontakt zu Marburgs Partnerstädten im Ausland zu pflegen und die Städtepartnerschaft ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, war und ist nach wie vor ein zentraler Punkt des Konzepts. Schließlich lässt sich bereits am Namen ablesen, dass das MaNo-Festival ursprünglich von Musikern aus Marburg und Northampton ins Leben gerufen wurde.

2014 wurde zum ersten Mal das Ziel, Bands aus allen sechs Partnerstädten Marburgs in das Festival zu integrieren, erreicht. Die MaNo-Pendants "Les Expressifs" in Poitiers und "Twinfest" in Northampton vertiefen nach wie vor die Partnerschaft der Städte. Der Aufbau und die Etablierung eines dauerhaften musikalischen Austauschs mit den anderen Partnerstädten, zu dem auch regelmäßige Konzerte Marburger Bands dort gehören, ist ein langfristiges Ziel, an dem die veranstaltenden Marburger Musikerinnen und Musiker weiterhin arbeiten.

Auch im 22sten Jahr seines Bestehens wird das Festival von Musikern für Musiker organisiert. Der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand ist gerade für Bands interessant, die im Rahmen des MaNo-Festivals zum ersten Mal auftreten, denn oft finden sich dort neue Spielgemeinschaften für die Zukunft zusammen.

Gleichzeitig sollen alle Bands zur eigenen Mitarbeit bei den Vorbereitungen des Festivals angeregt werden. So können sie nicht nur mitgestalten und -entscheiden, sondern auch zum Fortbestehen des MaNo beitragen. Die Idee des ehrenamtlichen und nicht-profitorientierten Engagements zeigt sich auch daran, dass alle Bands und Organisatoren auf eine Gage verzichten. Vom Erlös der Veranstaltung reisen Marburger Bands zu den Partner-Festivals in Poitiers und Northhampton.

Komplettes aktuelles Programm unter http://mano.host-web.de

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
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Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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