Mittwoch, 28. Juni 2017
Editorial | 5. Januar 2017

Gehaltvoll

Reformationsstadt Marburg: Vorzeigegemeinde von Landgraf Philipp
Foto: Kronenberg

2017 ist Lutherjahr, die evangelische Kirche feiert Martin Luthers Thesen­anschlag in Wittenberg 1517 und damit 500 Jahre Reformation. Der Handel unterstützt das nach Kräften: Es gibt Luthersocken, einen Playmobil-Luther, Lutherbrot, Lutherbier, Luther-Nudeln, Luther-Brillenputztücher und Luther-Kuchen mit einer speziellen Luther-Schablone zum Verzieren des Kuchens mit Puderzucker. Auch Luther-Lutscher und Lutherbonbons sind im Angebot. Letztere werden beworben als originelle Idee, den Reformationstag wieder ins Gespräch zu bringen: "Mit dem Lutherbonbon können Christen etwas Süßes geben und gleichzeitig an die Bedeutung dieses Datums als Reformationstag erinnern."

Weit gehaltvoller widmet sich Marburg 2017 dem Jubiläum. Immerhin hat der in Marburg residierende Landgraf Philipp der Großmütige in Hessen die Reformation eingeführt, Marburg zu seiner evangelischen Vorzeigegemeinde gemacht und hier die älteste noch bestehende protestantische Universität gegründet. Außerdem initiierte er 1529 das Marburger Religionsgespräch von Luther und Zwingli.

Zu den vielen Veranstaltungen im Marburger Lutherjahr gehört das hoch­karätige Marburger Ökumenegespräch im Januar, ab März ein künstlerisches Fahnenprojekt sowie im Juni eine Zeitreise zur Reformationszeit. Weitere Highlights werden eine Reformationsausstellung im Schloss und die "Luther"-Theateraufführung im Sommer auf dem Marktplatz.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: German
Stage Service
Über Reden reden

"Sie reden von Krisen, von Umbrüchen, die Europa sprengen werden, von politisch-bürokratischen Vorgängen, so komplex dass sie sie selbst wahrscheinlich gar nicht verstehen. Über uns braut sich eine Apokalypse zusammen – und wir? Wir werden mit­ge­rissen, ohne zu wissen, worum es eigentlich geht. Die einzige Sicherheit: Wir hören sie reden. Wir haben keine Ahnung, wie wir etwas stoppen oder verändern können." Über Reden reden vom german stage service ist eine Stückentwicklung mit geflüchteten und nicht geflüchteten Jugendlichen aus Marburg und beschäftigt sich mit den politischen Reden des gesamten politischen Spektrums. Premiere ist
Mi 28.6. | 20 Uhr | Marburg | Theater im G-Werk
 
Tipp der Woche

Foto: Waggon-
halle
on the road

Zwölf junge Artisten machen sich auf, ihren ganz eigenen Weg zu beschreiten. Türen zu Varietés, Theatern und Festivals öffnen sich. Wohin der Weg führt, wird die Zukunft zeigen. Eines ist jedoch sicher: die frischgebackenen Absolventen der Staatlichen Artisten­schule Berlin sind von nun an on the road in einer Spritztour de Force mit tollkühner Akrobatik, feinster Äquilibristik und abwechslungsreicher Jonglage. In vielen kuriosen Geschichten, eingebettet in poesievolle Choreographien, erzählen die Artisten von Begeg­nungen auf der Straße, aus dem Alltag und über sich selbst.
Do 6.7. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Aktuelles Heft
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.
 
Kulturtipps 2017
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.
 
Ausgehen & Einkaufen
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.