Donnerstag, 19. Juli 2018
Editorial | 5. Januar 2017

Gehaltvoll

Reformationsstadt Marburg: Vorzeigegemeinde von Landgraf Philipp
Foto: Kronenberg

2017 ist Lutherjahr, die evangelische Kirche feiert Martin Luthers Thesen­anschlag in Wittenberg 1517 und damit 500 Jahre Reformation. Der Handel unterstützt das nach Kräften: Es gibt Luthersocken, einen Playmobil-Luther, Lutherbrot, Lutherbier, Luther-Nudeln, Luther-Brillenputztücher und Luther-Kuchen mit einer speziellen Luther-Schablone zum Verzieren des Kuchens mit Puderzucker. Auch Luther-Lutscher und Lutherbonbons sind im Angebot. Letztere werden beworben als originelle Idee, den Reformationstag wieder ins Gespräch zu bringen: "Mit dem Lutherbonbon können Christen etwas Süßes geben und gleichzeitig an die Bedeutung dieses Datums als Reformationstag erinnern."

Weit gehaltvoller widmet sich Marburg 2017 dem Jubiläum. Immerhin hat der in Marburg residierende Landgraf Philipp der Großmütige in Hessen die Reformation eingeführt, Marburg zu seiner evangelischen Vorzeigegemeinde gemacht und hier die älteste noch bestehende protestantische Universität gegründet. Außerdem initiierte er 1529 das Marburger Religionsgespräch von Luther und Zwingli.

Zu den vielen Veranstaltungen im Marburger Lutherjahr gehört das hoch­karätige Marburger Ökumenegespräch im Januar, ab März ein künstlerisches Fahnenprojekt sowie im Juni eine Zeitreise zur Reformationszeit. Weitere Highlights werden eine Reformationsausstellung im Schloss und die "Luther"-Theateraufführung im Sommer auf dem Marktplatz.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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