Kreistag beschließt einstimmig weitere finanzielle Unterstützung für das insolvente DRK-Krankenhaus in Biedenkopf

Grünes Licht für eine weitere Finanzspritze für das DRK-Krankenhaus in Biedenkopf: Der Landkreis Marburg-Biedenkopf unterstützt das insolvente Krankenhaus mit weiteren 2,5 Millionen Euro finanziell. Das hat der Kreistag in seiner Sitzung am Freitag, 20. September, einstimmig beschlossen. Der Kreis kann dadurch das Geld dafür aufwenden, um den Weiterbetrieb des Krankenhauses in 2024 und darüber hinaus abzusichern.

Mit dem Geld sollen gestiegene Verluste aus dem Betrieb des Krankenhauses ausgeglichen werden. Hintergrund ist, dass nach Einschätzung des Insolvenzverwalters die bereits zugesicherte und beschlossene Verlustübernahme seitens des Kreises aus dem diesjährigen März in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro nicht ausreichen wird. Ziel des Landkreises ist es, den Krankenhausbetrieb aus dem laufenden Insolvenzverfahren in eine sanierende Übertragung mit einem neuen Betriebskonzept zu überführen.

Landrat Jens Womelsdorf machte in seiner Rede deutlich, dass der Beschluss eine der wichtigsten Entscheidungen des hiesigen Kreistages sei: „Es ist einmal mehr ein Bekenntnis zum Krankenhaus-Standort in Biedenkopf und damit einmal mehr ein wichtiges Signal für die Mitarbeitenden des Krankenhauses, für die Bevölkerung im Hinterland und darüber hinaus“. Er bedankte sich bei den Kreistagsmitgliedern für die Zustimmung des Beschlusses und betonte, dass der Kreis nochmals Verantwortung übernehme. Die Entscheidung sei eben auch und insbesondere „ein Signal für alle Menschen im Landkreis, nämlich dahingehend, dass auf den Kreis, auf die Kreispolitik, die Kreisverwaltung und den Landrat Verlass ist.“

Bereits im März hatte der Kreistag dem Krankenhaus finanzielle Unterstützung in Höhe von mehr als 2,6 Millionen Euro zugesichert, um Verluste aus dem laufenden Betrieb auszugleichen. Jedoch hatte der Insolvenzverwalter den Kreis Ende August darüber informiert, dass durch deutlich gestiegene Verluste die zur Verfügung stehenden 2,6 Millionen Euro des Kreises nicht ausreichen würden, um den Betrieb der Klinik bis zum Ende des Jahres sicher zu stellen. Er hat daher beantragt, die Verlustübernahme durch den Landkreis auszuweiten. Die Kreisverwaltung hat dann innerhalb weniger Tage, die vorhandenen Möglichkeiten geprüft, diese auch mit der Aufsichtsbehörde besprochen und schließlich die entsprechende Beschlussvorlage für den Kreistag auf den Weg gebracht.

Der Kreis strebt an, bis zum Jahresende 2024 gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter und weiteren Akteuren erste Punkte für ein mögliches zukünftiges Betriebskonzept zu entwickeln.

pe

Bild mit freundlicher Genehmigung von Landkreis Marburg-Biedenkopf/Marlene Müller