Freitag, 16. November 2018
Editorial | 15. November 2018

Die BI – typisch für Marburg

Unter dem Symbol der Vorsicht und der schlaflosen Wachsamkeit hat der Express Bürgerinitiativen porträtiert

Marburg hat ungewöhnlich viele Bürgerinitiativen. Sie sind typisch für diese Stadt, in der sich die Bürgerinnen und Bürger gern empören, aufregen, für oder gegen etwas kämpfen, Neues ausprobieren oder etwas verändern wollen. 14 dieser Initiativen hat die Express-Redaktion für ihre Serie "Aufbruch der Zivil­gesellschaft" in den vergangenen Monaten porträtiert.

Manche dieser Bündnisse waren gerade erst entstandene, lose Allianzen, oft ohne feste Strukturen. Sie sind geeint durch ihren Protest gegen kommunal­politische Vorhaben, misstrauen der Bürgerbeteiligung, die sich die Stadt Marburg und der Landkreis auf die Fahnen geschrieben haben. Andere be­ste­hen – inzwischen als eingetragene Vereine – schon seit Jahrzehnten. Manche der Aktiven sind mit ihren Initiativen alt geworden. Andere Zusammenschlüsse haben sich mit neuen Mitgliedern und neuen Aufgaben über die Jahre ver­än­dert, arbeiten heute selbstverständlich mit früher verpönten Institutionen zusammen. Auffällig ist indes: In den sozial schwachen Stadtteilen schließen sich die Menschen selten zu Bürgerinitiativen zusammen.

Die Serie geht mit unserer aktuellen Print-Ausgabe zu Ende – aber sicher nicht die Geschichte der BIs in Marburg. Wir sind gespannt.

Gesa Coordes

Tipp des Tages

Foto: Gardi
Hutter
Gardi Hutter

In ihrem aktuellen Programm "Gaia Gaudi" ist Clown-Komödiantin Gardi Hutter alias Hanna gleich von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Von so etwas Unwichtigem lässt sie sich nicht aufhalten. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: Er hört das Rumoren der nächsten Generation. Der Tod ist, wie jeder Schlusspunkt, auch immer ein Anfang, und in diesem Sinne ein übergang: für Gläubige in eine andere Welt, für Wissenschaftler in einen anderen Zustand, und für Theaterleute in eine andere Phantasie. Es geht um Wurzeln und um Flügel. Um Beständigkeit und Erneuerung, um den großen Strom von Generationen, die das Leben immer weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen. Und da eine Clownin, eine Sängerin, eine Tänzerin und ein Perkussionist diese Geschichte erzählen, wird der Abend voller Über­raschungen sein.
Fr 16.11. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Jason
Krüger
Bukahara

Eine Band. Vier Musiker. Drei Kontinente. Stimmen und Songs, die eine geradezu magische Anziehungskraft erzeugen: Bukahara ver­einen die Freude am Mischen von Stilen mit den ins­tru­men­ta­len Fähigkeiten akademischer Musiker. So entsteht eine welt­läufige, entspannte, aber dennoch raffiniert gespielte Pop­musik, die in Deutschland selten geworden ist. Mit dem Einsatz von Geige, Kontrabass, akustischer Gitarre, unterschiedlichster Perkussion und Posaune sorgen Bukahara für eine ganz eigene Note in Folk, Weltmusik und Pop. Da erklingen zwischen Gypsy-Jazz, Balkan-Sound und Swing auch gerne mal Songs, wie sie die frühen Mumford & Sons geschrieben haben könnten. Dass Swing, Folk, Reggae und Arabic-Balkan keine Wider­sprüche sein müssen, beweisen die Multi-Instrumentalisten mit viel akustischer Gewandtheit und großer Leidenschaft. Doctor Karpula aus Bogota/Kolumbien präsentieren im Support eine kraftvolle Mischung aus Punk, Cumbia, Ska, Hip Hop und Reggae mit anspruchsvollen Texten in einer Liveshow auf höchstem Niveau.
Mi 21.11. | 20.30 Uhr | Marburg | KFZ
 
Live – Kommende Highlights

Foto: Olaf Heine
Benjamin von Stuckrad-Barre

Mit Boris Becker schaut er in Wimbledon das berühmte Finale von Wimbledon. Dem Freund Christian Ulmen schaut er zu bei der Verwandlung in "Christian Ulmen". Bei Madonna live in L.A. entdeckt er wahrhaftige Künstlichkeit. Und Pharell Williams singt den Sommerhit zum Herbstanfang. Hinzu kommt: Die Welt sagt adieu zum Papier. Die Menschen beschriften ihre Körper. Geschichte wird gemacht – im Wechsel der Frisuren. Benjamin von Stuckrad-Barre öffnet weit die Augen und schaut, wie die anderen das hinkriegen, das Leben. Das Ergebnis: Eine Familienaufstellung. Eine Heldenparade. Eine Götzendämmerung.
Mi 28.11. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
Freikartenverlosung: Fr 16.11. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Jonas
Adolfsen
Namibia

Karl Seglem hat den Klang seines Tenor-Saxophons und des Ziegenhorns mit der Hardangerfiedel und Elementen elektronischer Musik zusammengebracht, nun kommt der Norweger in einer Septett-Besetzung, bei der u.a. auch die Hardangerfiedel-Virtuosin und mehrfache, norwegische Grammy-Gewinnerin Sigrid Moldestad sowie der Masterfiddler Hakon Hogemo als "Hardanger-Geigenmaschine" im Zentrum stehen. Zusammen mit dem einzigartigen Klang der Ziegenhörner und Seglems kraftvollem Tenor-Spiel entsteht ein frisches, kraftvolles und lebendiges Zusammenspiel. Energiegeladen und gleichzeitig poetisch, vollgepackt mit originellen Melodien, Riffs und angetrieben: Seglem und seine hochkarätigen Mitstreiter lassen genreübergreifende Klangbilder entstehen, die Jazz, Folk, Weltmusik und Rock vereinen und die durch die Improvisationskunst der einzelnen Musiker veredelt werden.
Do 22.11. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
Freikartenverlosung: Fr 16.11. | 16 Uhr | Tel. 06421/684443
 

Foto: Gaudenz
Danuser
Bülent Ceylan

Lachen ist die beste Medizin und das, obwohl sich auch immer wieder Menschen kranklachen oder schief oder kaputt. Auf jeden Fall ist es schwer ansteckend! Es ist aber weniger die medizinische Seite des Lachens, die Bülent Ceylan in seinem neuen Programm "Lassmalache" zum Thema macht. Es ist die Gesundheit der Seele und des Geistes, die durch Lachen und Humor nachhaltig beeinflusst werden. Wenn auch manchmal nur für ein paar wunderbar lustige Stunden. Bülent interessiert sich ausführlich und intensiv für die Schadenfreude, den wie auch immer provozierten Lachzwang und die unterschiedlichsten Arten des Lachens. Dazu gibt es jede Menge neue Geschichten über das Lachen als Waffe, als Reflex oder als Ablenkung, über Lachtränen, Lachgas und Humor im Allgemeinen.
Sa 24.11. | 19 Uhr | Gießen | Hessenhallen
 
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