Editorial | 16. November 2017

Nein, nicht

Da haben wir den Salat – Foto: Michael Arlt

... zuviele Noten. Zuviele Worte. Zuviel Talkshow-Gequassel, zuviel Radio-Gequatsche. Zuviel Dummgeschreibsel. Zuviel Rap. Sprechmüllhalden. Re­dun­danz­kloaken. Silbenschrott.

Manchmal wünschte man sich, wenn so der Herbststurm sein läuterndes Tag-und Nachtwerk im welken Blätterwald verrichtet, dass alljährlich eine Art Ver­bal­terminator durchs Land fegte. Unerbittlich seine singende Sense durch den hohlen Röhricht der Worthülsen führte. Und nichts hinter sich ließe als Schnei­sen seliger Sprachlosigkeit. ------ In denen schon bald die ersten Wort­keim­linge ihre Würzelchen schlagen.

Zart zunächst und durchaus bedeutsam. Sich mehren und mehren. Bis dann daraus wieder faulig schillernde Sumpfsilbenblüten treiben. Und schließlich das Land erneut vom undurchdringlichen BlaBla-Dschungel überwuchert ist.

Aber das sind nur so Gedanken. Wenn der Herbststurm fällt. Und die Blätter pfeifen ...

Michael Arlt