Editorial | 23. Januar 2014

Einer für Max

Ein Mustermann für Hessen – Foto: Kronenberg

Lange hat es gedauert: Vier Monate nach der Landtagswahl hat Hessen endlich eine neue Regierung bekommen. Das erste schwarz-grüne Bündnis in einem bundesdeutschen Flächenland ist perfekt. Obwohl die Wahl des Minister­präsidenten im Wiesbadener Landtag alles andere als glatt lief.

Volker Bouffier hatte ganz plötzlich einen Gegenkandidaten, den selbst die erfahrensten Landtagskorrespondenten nicht auf der Rechnung hatten: Bei der geheimen Wahl des Ministerpräsidenten wurden versehentlich Stimmzettel verteilt, auf denen statt Bouffier "Max Mustermann" stand.

Ein Abgeordneter stimmte prompt für Mustermann. Die Wahl wurde wegen der Panne wiederholt und Axel Wintermeyer, der Chef der hessischen Staatskanzlei, hatte den Schuldigen auch gleich ausgemacht: "Das wird nicht lustig für die Landtagsverwaltung."

Vor allem sorgte die Panne aber für Spott im Internet: Wenn einer der Abgeordneten so hochintelligent sei, einem gewissen Max Mustermann die Stimme zu geben, lasse das "für die Zukunft auf weitere Meisterleistungen schließen", schrieb ein Kommentator bei Spiegel Online. Und ein anderer unterstrich: "Mir wäre selbst Max Mustermann als MP lieber gewesen als Volker al-Bouzier!"

Georg Kronenberg