Dienstag, 11. Dezember 2018
Thema der Woche | 1. März 2018

Bewegende Begegnung

Aeham Ahmad meets Edgar Knecht am 16. März in der Lutherischen Pfarrkirche – Foto: o-tone music

Syrischer Gesang trifft auf deutsches Volkslied. Jazz und Latin verbinden sich mit arabischen Rhythmen zu mitreißenden Kompositionen: Für ihr Projekt "Keys to Friendship" sind der renommierte Kasseler Jazzer Edgar Knecht und der syrisch-palästinensische Pianist Aeham Ahmad als Bundessieger beim Creole-Weltmusikwettbewerb ausgezeichnet worden.

Das gemeinsame Projekt der beiden Musiker ist die beeindruckende wie bewegende Geschichte einer besonderen Begegnung. Zwei Menschen, zwei Pianisten, die in der grotesk polarisierten Welt eigentlich nicht zueinander hätten finden sollen, trafen vor etwas über einem Jahr erstmals aufeinander, lernten sich kennen und inspirierten sich schließlich gegenseitig – kraft der Musik.

"Wir haben gleich gemerkt, dass wir zusammen ein riesiges Thema haben", erzählt der für seine Volksliedbearbeitungen renommierte Pianist Edgar Knecht über die erste Unterhaltung der beiden Musiker im Kasseler Opernhaus: "Ich habe mich ja intensiv mit Volksliedern auseinandersetzt. Aeham hat sofort arabische Volkslieder ins Feld geführt. Das war ein riesiger Glücksfall, wir haben sofort gespürt, dass wir eine wichtige gemeinsame Ebene haben."

Schnell war ein Termin für ein gemeinsames Konzert im Kasseler Opernhaus vereinbart. Das Konzert im Februar 2017 wurde ein voller Erfolg. "Wir waren alle am Fliegen, es gab schon zur Halbzeit Standing Ovations", berichtet Edgar Knecht.

So gut wie die Musiker harmonierten war für die Kritiker klar, "ihr könnt es nicht bei einem Konzert bewenden lassen".

"Ich hatte schon im Sommer mein Lieblingsstudio für unsere nächste Trio-CD gebucht", sagt Edgar Knecht, "ich habe dann schnell entschieden, wir verschieben die Trio-CD und machen das Projekt mit Aeham."

Da fest stand, dass im Herbst 2017 Aehams Autobiografie publiziert werden sollte, entschieden die Musiker, dass die CD gleichzeitig erscheinen sollte. Was folgte, war eine intensive musikalische und persönliche Zusammenarbeit, die die beiden Musiker noch mehr zusammengeschweißt hat.

"Ich habe eine Komposition basierend auf 'Die Gedanken sind frei' ge­schrie­ben", er­zählt Edgar Knecht. "Wir haben Aeham einbezogen und das ist natürlich ein Stück, dass er sofort als Botschaft empfindet, bei dem er am Ende sogar das Thema auf deutsch mitsingt." Umgekehrt fühlten sich Knecht sowie Rolf Denecke am Kontrabass und Tobias Schulte am Schlagzeug in Aehams Musik ein, reicherten sie etwa mit jazzigen Soli an.

Quasi in der letzten Minute beim hessischen Creole-Preis angemeldet, wurde das Projekt "Keys to Friendship" bei dem Weltmusikwettbewerb direkt zum Landessieger gekürt. Als erste hessische Formation konnten Aeham Ahmad und Edgar Knecht mit seinem virtuosen Trio danach auch den Bundespreis gewinnen. "Das ist eine Riesenannerkennung für unser Projekt", freut sich Knecht. Als Gewinner des Creole-Festivalpreises haben die Musiker zudem Einladungen zu namhaften Weltmusikfestivals, zum Rudolstadt-Festival, zum Bardentreffen in Nürnberg und zum Masala-Weltbeat-Festival in Hannover.

Die Presse beschied zur Premiere vor ausverkauftem Haus in der Oper Kassel: "Schon jetzt das bewegendste Konzert des Jahres – auch musikalisch heraus­ragend. Zu schade für nur eine Aufführung." (HNA)

Termin: "Keys to Friendship" – Aeham Ahmad meets Edgar Knecht
Fr, 16. März, 20:00 Uhr, Lutherische Pfarrkirche
Das Konzert wird vom Marburger Magazin Express veranstaltet.
Karten gibt es hier online

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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