Dienstag, 23. Oktober 2018
Thema der Woche | 1. März 2018

Bewegende Begegnung

Aeham Ahmad meets Edgar Knecht am 16. März in der Lutherischen Pfarrkirche – Foto: o-tone music

Syrischer Gesang trifft auf deutsches Volkslied. Jazz und Latin verbinden sich mit arabischen Rhythmen zu mitreißenden Kompositionen: Für ihr Projekt "Keys to Friendship" sind der renommierte Kasseler Jazzer Edgar Knecht und der syrisch-palästinensische Pianist Aeham Ahmad als Bundessieger beim Creole-Weltmusikwettbewerb ausgezeichnet worden.

Das gemeinsame Projekt der beiden Musiker ist die beeindruckende wie bewegende Geschichte einer besonderen Begegnung. Zwei Menschen, zwei Pianisten, die in der grotesk polarisierten Welt eigentlich nicht zueinander hätten finden sollen, trafen vor etwas über einem Jahr erstmals aufeinander, lernten sich kennen und inspirierten sich schließlich gegenseitig – kraft der Musik.

"Wir haben gleich gemerkt, dass wir zusammen ein riesiges Thema haben", erzählt der für seine Volksliedbearbeitungen renommierte Pianist Edgar Knecht über die erste Unterhaltung der beiden Musiker im Kasseler Opernhaus: "Ich habe mich ja intensiv mit Volksliedern auseinandersetzt. Aeham hat sofort arabische Volkslieder ins Feld geführt. Das war ein riesiger Glücksfall, wir haben sofort gespürt, dass wir eine wichtige gemeinsame Ebene haben."

Schnell war ein Termin für ein gemeinsames Konzert im Kasseler Opernhaus vereinbart. Das Konzert im Februar 2017 wurde ein voller Erfolg. "Wir waren alle am Fliegen, es gab schon zur Halbzeit Standing Ovations", berichtet Edgar Knecht.

So gut wie die Musiker harmonierten war für die Kritiker klar, "ihr könnt es nicht bei einem Konzert bewenden lassen".

"Ich hatte schon im Sommer mein Lieblingsstudio für unsere nächste Trio-CD gebucht", sagt Edgar Knecht, "ich habe dann schnell entschieden, wir verschieben die Trio-CD und machen das Projekt mit Aeham."

Da fest stand, dass im Herbst 2017 Aehams Autobiografie publiziert werden sollte, entschieden die Musiker, dass die CD gleichzeitig erscheinen sollte. Was folgte, war eine intensive musikalische und persönliche Zusammenarbeit, die die beiden Musiker noch mehr zusammengeschweißt hat.

"Ich habe eine Komposition basierend auf 'Die Gedanken sind frei' ge­schrie­ben", er­zählt Edgar Knecht. "Wir haben Aeham einbezogen und das ist natürlich ein Stück, dass er sofort als Botschaft empfindet, bei dem er am Ende sogar das Thema auf deutsch mitsingt." Umgekehrt fühlten sich Knecht sowie Rolf Denecke am Kontrabass und Tobias Schulte am Schlagzeug in Aehams Musik ein, reicherten sie etwa mit jazzigen Soli an.

Quasi in der letzten Minute beim hessischen Creole-Preis angemeldet, wurde das Projekt "Keys to Friendship" bei dem Weltmusikwettbewerb direkt zum Landessieger gekürt. Als erste hessische Formation konnten Aeham Ahmad und Edgar Knecht mit seinem virtuosen Trio danach auch den Bundespreis gewinnen. "Das ist eine Riesenannerkennung für unser Projekt", freut sich Knecht. Als Gewinner des Creole-Festivalpreises haben die Musiker zudem Einladungen zu namhaften Weltmusikfestivals, zum Rudolstadt-Festival, zum Bardentreffen in Nürnberg und zum Masala-Weltbeat-Festival in Hannover.

Die Presse beschied zur Premiere vor ausverkauftem Haus in der Oper Kassel: "Schon jetzt das bewegendste Konzert des Jahres – auch musikalisch heraus­ragend. Zu schade für nur eine Aufführung." (HNA)

Termin: "Keys to Friendship" – Aeham Ahmad meets Edgar Knecht
Fr, 16. März, 20:00 Uhr, Lutherische Pfarrkirche
Das Konzert wird vom Marburger Magazin Express veranstaltet.
Karten gibt es hier online

Georg Kronenberg

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Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
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