Dienstag, 23. Oktober 2018
Editorial | 1. Februar 2018

Heute früh

Boot am See – Foto: Pixabay

... einen halbwachen Blick auf das halbdunkle Geschehen in unserer Straße geworfen. Nicht der gewohnte Müllwagen dieselte orange blinkend neben dem Bürgersteig vor sich hin, dessen verlängerter Rücken von emsigen Händen geschickt mit grauen, grünen oder blauen Plastiktonnen beschickt wird. Nein, ein weißes, winkliges Gefährt zitterte da auf seinen drei Achsen, ein eigen­tümliches Geknurschpel lag in der Luft. Und drei ernste Männer in leuchtender Kleidung führten allerhand ungefüge Brocken heran. Matratzen waren es, Regale, ein Deckenfluter und was noch mehr Sperriges schon lange seinen einstmaligen Daseinszweck erfüllt hatte und nun an der Hauswand lehnte, die Nacht verharrend, im Morgengrauen den letzten Gang anzutreten.

Denn von sicherem Griff gepackt, landeten die stummen Delinquenten im Schwung vor dem mechanischen Maul der Maschine, die da weiß winkelig zitterte. Und halb zog es sie, halb sanken sie hinein, hinter eiserne Kiefer und malmende Rollen, reißende Zähne und rüttelnde Zacken des gleichgültigen Gleichmachers, des erzenen Totalisators, des Großen Baal, der da so unver­sehens erschienen war, als just der seit viel zu langem schon vergraute Himmel von der Morgensonne geritzt wurde, mit roten und mit gelben Streifen.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
Tipp der Woche

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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