Freitag, 16. November 2018
Editorial | 18. Oktober 2018

Kluge Köpfe

Infomarkt für Erstsemester auf dem Marktplatz – Foto: Kronenberg

Rund 6000 Erstsemester haben sich im Wintersemester in Marburg ein­ge­schrie­ben. Damit beherbergt die 76.000-Einwohner-Stadt über 25.000 Stu­dierende.

Dass die Stadt, über die gerne gesagt wird, "andere Städte haben eine Uni­ver­si­tät, Marburg ist eine", ein guter Studienort ist, haben so einige Dichter und Denker bewiesen.

Eine kleine Auswahl: Konrad Duden, der Wegbereiter der deutschen Einheits­recht­schreibung promovierte 1854 in Marburg. Auch Jacob und Wilhelm Grimm, die Begründer der Germanistik, studierten 1802 bis 1806 in Marburg. Der Chemiker und Nobelpreisträger Otto Hahn promovierte in Marburg, ebenso Bundespräsident Gustav Heinemann.

Wilhelm Liebknecht, der in Gießen geborene Mitbegründer der Sozial­demo­kra­tischen Partei Deutschlands, studierte genauso an der Philipps-Uni wie der russische Universalgelehrte Michail Lomonossow, Lyrikerin Ina Seidel, Polito­login und Philosophin Hannah Arendt oder Schriftsteller Boris Pasternak.

Mehr über das hiesige Hochschulleben steht im Semesterstart-Sonderteil unserer Print-Ausgabe.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Gardi
Hutter
Gardi Hutter

In ihrem aktuellen Programm "Gaia Gaudi" ist Clown-Komödiantin Gardi Hutter alias Hanna gleich von Anfang an tot. Das Publikum versteht das sofort, nur Hanna nicht. Von so etwas Unwichtigem lässt sie sich nicht aufhalten. Hannas Seele flattert so ungetrübt, dass der Körper sie genervt packt und hinüber bugsiert: Er hört das Rumoren der nächsten Generation. Der Tod ist, wie jeder Schlusspunkt, auch immer ein Anfang, und in diesem Sinne ein übergang: für Gläubige in eine andere Welt, für Wissenschaftler in einen anderen Zustand, und für Theaterleute in eine andere Phantasie. Es geht um Wurzeln und um Flügel. Um Beständigkeit und Erneuerung, um den großen Strom von Generationen, die das Leben immer weitergeben – und sich ab und zu auch auf die Köpfe hauen. Und da eine Clownin, eine Sängerin, eine Tänzerin und ein Perkussionist diese Geschichte erzählen, wird der Abend voller Über­raschungen sein.
Fr 16.11. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Jason
Krüger
Bukahara

Eine Band. Vier Musiker. Drei Kontinente. Stimmen und Songs, die eine geradezu magische Anziehungskraft erzeugen: Bukahara ver­einen die Freude am Mischen von Stilen mit den ins­tru­men­ta­len Fähigkeiten akademischer Musiker. So entsteht eine welt­läufige, entspannte, aber dennoch raffiniert gespielte Pop­musik, die in Deutschland selten geworden ist. Mit dem Einsatz von Geige, Kontrabass, akustischer Gitarre, unterschiedlichster Perkussion und Posaune sorgen Bukahara für eine ganz eigene Note in Folk, Weltmusik und Pop. Da erklingen zwischen Gypsy-Jazz, Balkan-Sound und Swing auch gerne mal Songs, wie sie die frühen Mumford & Sons geschrieben haben könnten. Dass Swing, Folk, Reggae und Arabic-Balkan keine Wider­sprüche sein müssen, beweisen die Multi-Instrumentalisten mit viel akustischer Gewandtheit und großer Leidenschaft. Doctor Karpula aus Bogota/Kolumbien präsentieren im Support eine kraftvolle Mischung aus Punk, Cumbia, Ska, Hip Hop und Reggae mit anspruchsvollen Texten in einer Liveshow auf höchstem Niveau.
Mi 21.11. | 20.30 Uhr | Marburg | KFZ
 
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