Dienstag, 11. Dezember 2018
Thema der Woche | 25. Januar 2018

Kampf um Ackerland

Eindrückliche Bilder: Filmfestival "Globale Mittelhessen" ab 20. Januar – Foto: Globale Mittelhessen

Das Dokumentarfilmfestival "Globale Mittelhessen" startet am 26. Januar in der Marburger Waggonhalle. Das Thema Landraub ist ein Schwerpunkt bei der 9. Ausgabe des globalisierungskritischen Festivals. "Mit "Dead donkeys fear no hyenas" haben wir einen sehr starken Film in der Auswahl. Der Film wirft einen bemerkenswerten Blick auf das Problem des Landgrabbings in Äthiopien", berichtet Festival-Mitorganisator Ralf Dörschel. Der Film bringe die Aneignung riesiger Landflächen durch internationale Konzerne mit Vertreibung, Hunger und Flucht in Zusammenhang.

Ein weiterer spannender Film am ersten Festival-Wochenende sei "Thank You For The Rain", der sich mit den Folgen des Klimawandels auf das Leben der ländlichen Bevölkerung Kenias beschäftigt, sagt Manuel Kästner vom Globale-Team. Kästner: "Johannes Grün von Brot für die Welt, der sich mit dem Thema viel auseinandergesetzt hat, wird uns dabei ein sehr spannender Gesprächs­partner sein."

Insgesamt 72 Filmveranstaltungen in elf verschiedenen Spielorten in ganz Mittelhessen umfasst das zweiwöchige Globale-Programm in diesem Jahr.In den beiden Spielorten Marburg und Gießen werden während der ersten zehn Tage täglich um 18:00 Uhr und 20:30 Uhr Dokumentarfilme zu sehen sein. Zu jedem der Filme sind Experten und Filmemacher eingeladen, die dem Publikum für eine anschließende Diskussion und Fragen zur Verfügung stehen. Die anderen Spielorte der Globale Mittelhessen zeigen in unterschiedlichem Umfang an ausgewählten Tagen ihr Programm und bieten dem Publikum zuweilen ganz besondere Aufführungsorte an.

Die diesjährige Auswahl umfasst 38 Dokumentarfilme, mit dabei sind zahl­reiche internationale Produktionen unter anderem aus Südafrika, Türkei, USA, Irak, Mosambik, Indien und Mexiko.

Der Eröffnungsfilm am 26. Januar in der Waggonhalle in Marburg ist die Dokumentation "Grünes Gold" (Dead Donkeys Fear No Hyenas). Am Beispiel Äthiopien wird gezeigt, wie sich ausländische Investoren skrupellos große Ackerflächen aneignen – unterstützt von der äthiopischen Regierung und der offiziellen Entwicklungshilfe. Für das anschließende Filmgespräch ist der schwedische Regisseur Joakim Demmer zu Gast. Den Ausklang der Er­öff­nungs­ver­anstaltung in Marburg gestaltet die Eat Well Organisation (EWO) aus Würz­burg mit selbst­gemachtem Fingerfood. Durch die daraus gewonnen Spenden unterstützt die EWO die Lebensmittelversorgung von Geflüchteten in Krisen­gebieten.

Ebenfalls am Eröffnungswochenende präsentieren Studierende der Marburger Uni im Rahmen einer Kooperation mit dem Festival ihr eigenes Programm. "Uni-goes-Globale" lädt alle Interessierten am Sonntag, 28. Januar, um 15 Uhr ins Marburger Capitol zu zwei Filmen mit Diskussion ein. "The Wait" und "Ma Fille Nora" sind beeindruckende Dokumentationen über junge Muslima zwischen Radikalisierung und Kampf um Asyl. Im Anschluss kann das Publikum mit Gästen über die aktuelle Situation von Rückkehrern aus Syrien oder die Abschiebung nach Afghanistan diskutieren.

Alle Termine der Globale Mittelhessen unter www.globalemittelhessen.de

Festival-Bilanz
Inspiriert von dem Globale Filmfestival in Berlin wurde im Juni 2009 in Mittelhessen das erste globalisierungskritische Filmfestival an vier Spielorten veranstaltet – mit 42 Veranstaltungen.
Inzwischen sind es elf Spielorte und 72 Filmveranstaltungen: "Den bisherigen Verlauf unseres Festivals bewerten wir sehr positiv", sagt Mitorganisator Manuel Kästner: "Uns ist es gelungen, ein politisches Filmfestival zu etablieren, welches über die Grenzen einer Szene oder Subkultur hinaus geht und einen Ort der inhaltlichen Auseinandersetzung und Diskussion anbietet." Über die Jahre sei die Besucherzahl des Festivals stetig gewachsen. 2017 habe sie bei knapp 3000 Besuchern gelegen. "Auch der Umstand, dass dieses Jahr drei neue Spielorte auf uns zugekommen sind, zeigt, dass wir den richtigen Weg beschreiten und unser Versuch, regionale Netzwerke zu knüpfen, bisher aufgegangen ist", unterstreicht Kästner.
kro

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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