Dienstag, 11. Dezember 2018
Thema der Woche | 20. September 2018

Leckerbissen und Hochkaräter

Der Marburger Konzertverein eröffnet die Saison 2018/19
Foto: Vision String Quartet

Es ist wieder soweit. Am 23. Oktober 2018 um 20.00 Uhr startet der Marburger Konzertverein mit einem Programm zwischen Händelscher Barockmusik und Werken des 21. Jahrhunderts im großen Saal des Erwin-Piscator-Hauses in die Konzertsaison 2018/19. In einer abwechslungsreichen Veranstaltungsreihe aus drei Orchesterkonzerten und hochkarätiger Kammer­musik vom Klavierabend bis hin zum Quartett lässt sich für alle Liebhaber klassischer Musik etwas entdecken.

Doch bereits vor Beginn der eigentlichen Konzertreihe finden in diesem Jahr zwei Konzerte statt, auf die sich hinzuweisen lohnt. Am 3. Oktober – Marburgs Tag der kulturellen Vielfalt am Tag der deutschen Einheit – wird die Junge Marburger Philharmonie unter der Leitung von Lukas Rommelspacher und unter Mitwirkung eines von Bezirkskantor Nils Kuppe einstudierten Projektchors Beethovens Neunte Symphonie aufführen. Ebenfalls außerhalb der Reihe konnte der Cellist Jakob Spahn am 18. Oktober für ein kleines, aber feines Konzertfest gewonnen werden, dessen Soloprogramm von Bach bis Pendercki reicht. Dieser musikalische Leckerbissen ist ein Dank an den langjährigen Vorsitzenden des Marburger Konzertvereins Friedemann Nassauer und gleichzeitig ein Ausdruck der Vorfreude auf die kommende Spielzeit.

Die eigentliche Saisoneröffnung erfolgt dann am 23. Oktober mit dem Kam­mer­orchester des Nationaltheaters Prag, das unter der bewährten Leitung von Petr Vronsky Schumanns Cello-Konzert a-Moll und Beethovens Symphonie Nr. 4 aufführt. Beim zweiten Konzert der Reihe verbringt das Publikum gemeinsam mit dem ATOS-Trio einen Abend im Hause Schumann, an dem Klaviertrios von Johannes Brahms und Clara und Robert Schumann zu hören sein werden. Am 5. Dezember dann laden der Tenor Christian Elsner und Trung Sam am Flügel ein zu Schuberts Winterreise.

Mit dem Philharmonischen Orchester Gießen unter der Leitung von Michael Hofstetter und mit der Solistin Maria Bader-Kubizek werden am 1. Februar 2019 zum ersten Mal Musiker aus Marburgs Nachbarstadt zu Gast sein und Werke der Wiener Klassik aus der Feder von Haydn und Mozart zu Gehör bringen. Gemeinsam mit dem Fauré Quartettkann man am 17. Februar 2019 erfahren, wie sich Bilder gleich zweier Ausstellungen in einer Fassung für Klavierquartett anhören. Ein Klavierabend mit dem Pianisten Joseph Moog, Mozarts d-Moll-Fantasie und Werken von Franz Liszt und Claude Debussy lässt bei Freunden der Klaviermusik sicher keine Wünsche offen.

Liebhaber der Barockmusik dürfen sich auf Concerto Köln und einen Ausflug in die Welt Francesco Geminianis freuen, bevor Fans der gestrichenen Saite bei den drei letzten Konzert der Saison voll auf ihre Kosten kommen. Für Tianwa Yang an der Geige und Nicholas Rimmer am Flügel heißen die drei großen "B" wie selbstverständlich Brahms, Bartok und Beethoven, während Nils Mönke­meyer an der Viola und sein Klavierpartner William Youn ein mit "Nachgesänge" überschriebenes Programm mit Werken von Debussy, Britten, Franck, Liszt und Clarke präsentieren.

Den Abschluss macht am 18.05 das junge vision string quartet, das zwei Haydn-Streichquartette, aber auch das Streichquartett Nr. 4 von Grazyna Bacewicz im Gepäck hat. Mit Grazyna Bacewicz, Clara Schumann, Rebecca Clarke und Kaaja Saariaho sind in diesem Jahr also vier Komponistinnen mit jeweils einem ihrer Werke vertreten.

Außerhalb der Konzertreihe, aber den Veranstaltern deshalb nicht weniger wichtig, findet auch wieder das alljährliche Kinderkonzert mit der Jungen Marburger Philharmonie statt, das Marburgs jüngste Konzertbesucher mit Ralph Vaughan Williams nach Norfolk entführen wird.

Konzertbeginn ist üblicherweise um 20.00 Uhr, und auch in dieser Saison findet eine Stunde vor jedem Konzert eine Einführung in die aufgeführten Werke statt. Im Anschluss an die Konzerte werden, wann immer dies möglich ist, in lockerer Atmosphäre bei einem Glas Wein moderierte Künstlergespräche mit den Musikern des Abends stattfinden. In den Konzertpausen bietet das Foyer des Erwin-Piscator-Hauses Platz für interessante Gespräche.

Tickets
Mit Beginn dieser Saison sind alle im Vorverkauf erstandenen Konzertkarten ohne Aufpreis 5 Stunden vor und nach dem Konzert auch als Ticket für den öffentlichen Nahverkehr im gesamten RMV-Gebiet gültig. Verschiedene Abonnements bieten Konzertgängern Ersparnisse zwischen 10 und 40%. Tickets und Abonnements sind an den üblichen Vorverkaufsstellen, online oder über marburger-konzertverein.de erhältlich.

pe/MiA

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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