Freitag, 19. Oktober 2018
Editorial | 9. August 2018

Die Wege des Seltsamen

Dieser junge Mann hat sich vorbildlich auf den Genuss von Bienenstich präpariert, einem weiteren Spätsommerklassiker – Foto: Michael Arlt

... ins gewöhnliche Leben verlaufen mitunter wunderlich, wie uns folgende Geschichte erzählt, die an einem stürmischen Novemberabend im geselligen Beisammensein um einen Kessel dampfenden Punsches die Runde machte, und die wir Dir, geneigter Leser, nicht vorenthalten wollen ... – Im späten Sommer des Jahres 20.. begaben sich die Freunde Lothar und Cyprian nach einem wilden Gewitter an das Gestade der Ostsee nahe der alten Handelsstadt D., auf der Suche nach Bernstein und Treibholz, um ihre ins Groteske zielende Phantasie zu befeuern.

Doch was sie auf dem Sande fanden, vom Tang umschlungen und wellenumspült, war stattdessen eine dickwandige Flasche von alterthümlicher Form, darinnen gerollt ein Manuskript steckte mit den höchstmerkwürdigen Zeilen ---- Ameisen­kuchen. So wird's gemacht: 400 g Mehl mit 2 TL Backpulver und einer Prise Salz mischen, 130 g Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, 2 Eier, 3 EL Milch und 200 g Butter unterkneten. Diesen Mürbeteig auf ein gefettetes Blech ausrollen und dicht mit 750 g Ameisen belegen. Bei 220 Grad ca. 40 Min. backen. Noch heiß dick mit Zucker und Zimt bestreuen. ---- ... Wie der Zufall stets neu in träumerischer Weise dem Ahnungsvollen Platz bahnt war lange noch Gespräch der Gesellschaft an jenem stürmischen Novemberabend.

Wir hingegen empfehlen uns leise und wünschen schlichtweg Guten Appetit.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Martin
Hutchinson
Martin Hutchinson

Singer/Songwriter Martin Hutchinson stammt aus einer musikalischen Familie im irischen County Kildare. Schon in jungen Jahren spielte er in der Familienband zunächst Akkordeon, dann zunehmend Gitarre. Später zog es ihn in die irische Folk- und Rockszene nach Dublin, bis er schließlich zunächst nach London aus­wan­derte. Heute lebt der Musiker in Utrecht, regelmäßig zieht es ihn aber zurück nach Irland, wo er immer wieder Inspiration für neue Songs findet. Seine Spiel auf der Stahlsaitengitarre ist geprägt durch ein klares Fingerpicking und bluesige Slides. Amerikanische Blueseinflüsse verbindet er mühelos mit irischer Folktradition. Seine warme, prägnante Stimme erlaubt Vergleiche, beispielsweise mit der Folklegende Christy Moore. Auf der Bühne gewinnt Martin Hutchinson sein Publikum schnell mit Charme und augenzwinkerndem Humor.
Fr 19.10. | 20 Uhr | Marburg | TurmCafé
 
Tipp der Woche

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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