Dienstag, 11. Dezember 2018
Thema der Woche | 19. Juli 2018

Blick vor und zurück

25. OpenEyes Filmfest bis 22. Juli – Foto: OpenEyes

Von Adam und Eva, die in Gottes Cabriolet in die Zukunft fliehen, über einen Boxer, der gegen Muhammad Ali im Ring stand bis zur alten Dame, die eine Ruhestätte für ihre geliebte Katze sucht: 105 Kurzfilme sind beim Marburger Filmfestivals OpenEyes dieses Jahr im Wettbewerb.

Das Festival wird dieses Jahr 25 – und hat zur Feier des Jubiläums sein Pro­gramm um einen Tag verlängert. Im Rahmenprogramm sind unter anderem Diskussionsrunden mit Filmschaffenden und Aftershowpartys.

Im Publikumswettbewerb des internationalen Filmfestes treten Kurzfilme aus 30 verschiedenen Ländern in vier Festivalkategorien gegeneinander an. Darunter auch mehrere Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Viele internationale Filmschaffende werden persönlich vor Ort sein, um ihre Filme zu präsentieren.

Anlässlich des Jubiläums erinnert Filmfest unter dem thematischen Schwer­punkt des "Analogen" an seine Anfänge im analogen Zeitalter. Die bereits bekannten Wett­be­werbs­kategorien: Spiel-, Animations-, Dokumentar- und Experimentalfilm, werden entsprechend in diesem Jahr durch den Wett­be­werbs­block 'rewind: analog perspectives' ergänzt. Die in diesem Block gezeigten Filme aller Kategorien widmen sich formal oder inhaltlich dem analogen Film. Filme alle*r Kategorien laufen auch in den Open-Air Abendvorstellungen im idyllischen trauma-Garten.Nachdem diese im letzten Jahr häufig ausverkauft waren, erweitern neue Spielorte und Sitzmöglichkeiten das Festivalgelände.

Die besondere Atmosphäre des g-Werks wird zum Jubiläum durch ein spezielles Gestaltungskonzept hervorgehoben. Es gibt ein thematisch ab­ge­stimmtes Rahmenprogramm, zu welchem unter anderem ein Workshop zum 35mm-Abspiel und ein 'RetroFlohmarkt' gehören. In der Ausstellung 'OpenArtworks' können die Besucher einen Blick in die Vergangenheit des Festivals werfen. Ausgestellt werden alte Festivaldesigns sowie weitere Werke der Künstler. Eine Abschlussdiskussion sowie der Vortrag 'Das Korn im Pixel – Analogien des Analogen im Film' setzen sich mit der Frage auseinander, in wie weit analoge Ästhetiken heute noch oder wieder aktuell sind.

Das beliebte Garagenkino bietet als Mini-Festival im Festival erneut abseits des Publikumswettbewerbs eine Plattform für Amateurfilmschaffende, um ihre Filme spontan einzureichen und zu präsentieren, ganz im Sinne der Grün­dungs­jahre. Erweitert durch einen 8mm- und 16mm-Projektor sowie einen Videorekorder auch mit der Abspielmöglichkeit für analoge Produktionen.

Um das Jubiläum gebührend und ausreichend feiern zu können wird das Festival in diesem Jahr um einen Tag verlängert, – es wurde bereits am Mittwoch mit Sektempfang und Live-Musik eröffnet. Gefeiert werden kann neben dem Film und den 90er Jahren, auch auf den themenbezogenen Aftershow-Parties, die das Programm täglich beschließen.

Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de.

25 Jahre OpenEyes
Das OpenEyes-Filmfest wurde 1994 als "Mittelhessisches Amateur Filmfest" vom soziokulturellen Zentrum Café Trauma ins Leben gerufen. Von Anfang an stand der Kurzfilm im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zunächst auch aus pragmatischen und finanziellen Gründen, inzwischen ausschließlich aus programmatischen – als eigenständige Kunstform, die es selten in kommerzielle Kinos schafft.
Den ersten Schauplatz des Festivals war der Hof der Burgruine Amöneburg, der 2007 vom Neuen Botanischen Garten in Marburg abgelöst wurde. Seit 2010 findet das Festival findet auf dem Gelände des g-Werk in Marburg statt.
In 25 Jahren ist das Filmfest größer, internationaler und weltweit bekannter geworden. So zählte das Filmfest 2017 mit über 2000 Gästen einen neuen Besucherrekord. Nicht nur die Abendtermine waren nach Angaben der Veranstalter ausverkauft, auch die Nachmittagsvorstellungen hätten sich hoher Beliebtheit erfreut.
Fast 1100 Filme aus 72 Ländern wurden für den Wettbewerb 2018 eingereicht. Darunter finden sich neben den traditionell stark vertretenen Ländern Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich und Kroatien auch Einsendungen aus Panama, Singapur, Russland, Indonesien, Israel, Estland, der Tschechischen Republik, Chile und weiteren Ländern.

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Janine
Guldener
Andreas Rebers

Onkel Andi kommt, um mit dem Publikum Weihnachten zu feiern. Und er kommt nicht allein. Und Andreas Rebers bringt viele Freunde mit: den niedersächsischen Fliesenleger, Frau Flüchtling aus Syrien, Paddy O'Shonassey aus Irland und jede Menge Clowns, die uns das Leben schwer machen wollen. Aber es sollen auch selbst geschriebene Weihnachtslieder ge­schmet­tert werden, an die Kunst der Fuge von J.S. Bach er­in­nert und gute Fragen gestellt: Warum gibt es im Christentum nur Be­sche­rung und keine Beschneidung? Stimmt es, dass Salafisten in Deutschland Weih­nachts­geld bekommen und es sogar annehmen, ohne, dass sie sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlen? Was wollen die Deutschen an den Feier­tagen wirklich? Weihnachten, das ist das Fest der Liebe, aber es wird eben auch zum Showdown für Junggesellen und Kleinfamilien, die sich in der Welt des Konsums nicht mehr zurechtfinden. Hier hilft oft nur ein gut gemachter Exor­zis­mus, und genau der wird an diesem Abend stattfinden. "Weihnachten mit Onkel Andi", eine kabarettistische Betrachtung des Weihnachtsfestes, wird beschert
Di 11.12. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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