Dienstag, 19. Februar 2019
Thema der Woche | 19. Juli 2018

Blick vor und zurück

25. OpenEyes Filmfest bis 22. Juli – Foto: OpenEyes

Von Adam und Eva, die in Gottes Cabriolet in die Zukunft fliehen, über einen Boxer, der gegen Muhammad Ali im Ring stand bis zur alten Dame, die eine Ruhestätte für ihre geliebte Katze sucht: 105 Kurzfilme sind beim Marburger Filmfestivals OpenEyes dieses Jahr im Wettbewerb.

Das Festival wird dieses Jahr 25 – und hat zur Feier des Jubiläums sein Pro­gramm um einen Tag verlängert. Im Rahmenprogramm sind unter anderem Diskussionsrunden mit Filmschaffenden und Aftershowpartys.

Im Publikumswettbewerb des internationalen Filmfestes treten Kurzfilme aus 30 verschiedenen Ländern in vier Festivalkategorien gegeneinander an. Darunter auch mehrere Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Viele internationale Filmschaffende werden persönlich vor Ort sein, um ihre Filme zu präsentieren.

Anlässlich des Jubiläums erinnert Filmfest unter dem thematischen Schwer­punkt des "Analogen" an seine Anfänge im analogen Zeitalter. Die bereits bekannten Wett­be­werbs­kategorien: Spiel-, Animations-, Dokumentar- und Experimentalfilm, werden entsprechend in diesem Jahr durch den Wett­be­werbs­block 'rewind: analog perspectives' ergänzt. Die in diesem Block gezeigten Filme aller Kategorien widmen sich formal oder inhaltlich dem analogen Film. Filme alle*r Kategorien laufen auch in den Open-Air Abendvorstellungen im idyllischen trauma-Garten.Nachdem diese im letzten Jahr häufig ausverkauft waren, erweitern neue Spielorte und Sitzmöglichkeiten das Festivalgelände.

Die besondere Atmosphäre des g-Werks wird zum Jubiläum durch ein spezielles Gestaltungskonzept hervorgehoben. Es gibt ein thematisch ab­ge­stimmtes Rahmenprogramm, zu welchem unter anderem ein Workshop zum 35mm-Abspiel und ein 'RetroFlohmarkt' gehören. In der Ausstellung 'OpenArtworks' können die Besucher einen Blick in die Vergangenheit des Festivals werfen. Ausgestellt werden alte Festivaldesigns sowie weitere Werke der Künstler. Eine Abschlussdiskussion sowie der Vortrag 'Das Korn im Pixel – Analogien des Analogen im Film' setzen sich mit der Frage auseinander, in wie weit analoge Ästhetiken heute noch oder wieder aktuell sind.

Das beliebte Garagenkino bietet als Mini-Festival im Festival erneut abseits des Publikumswettbewerbs eine Plattform für Amateurfilmschaffende, um ihre Filme spontan einzureichen und zu präsentieren, ganz im Sinne der Grün­dungs­jahre. Erweitert durch einen 8mm- und 16mm-Projektor sowie einen Videorekorder auch mit der Abspielmöglichkeit für analoge Produktionen.

Um das Jubiläum gebührend und ausreichend feiern zu können wird das Festival in diesem Jahr um einen Tag verlängert, – es wurde bereits am Mittwoch mit Sektempfang und Live-Musik eröffnet. Gefeiert werden kann neben dem Film und den 90er Jahren, auch auf den themenbezogenen Aftershow-Parties, die das Programm täglich beschließen.

Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de.

25 Jahre OpenEyes
Das OpenEyes-Filmfest wurde 1994 als "Mittelhessisches Amateur Filmfest" vom soziokulturellen Zentrum Café Trauma ins Leben gerufen. Von Anfang an stand der Kurzfilm im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zunächst auch aus pragmatischen und finanziellen Gründen, inzwischen ausschließlich aus programmatischen – als eigenständige Kunstform, die es selten in kommerzielle Kinos schafft.
Den ersten Schauplatz des Festivals war der Hof der Burgruine Amöneburg, der 2007 vom Neuen Botanischen Garten in Marburg abgelöst wurde. Seit 2010 findet das Festival findet auf dem Gelände des g-Werk in Marburg statt.
In 25 Jahren ist das Filmfest größer, internationaler und weltweit bekannter geworden. So zählte das Filmfest 2017 mit über 2000 Gästen einen neuen Besucherrekord. Nicht nur die Abendtermine waren nach Angaben der Veranstalter ausverkauft, auch die Nachmittagsvorstellungen hätten sich hoher Beliebtheit erfreut.
Fast 1100 Filme aus 72 Ländern wurden für den Wettbewerb 2018 eingereicht. Darunter finden sich neben den traditionell stark vertretenen Ländern Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich und Kroatien auch Einsendungen aus Panama, Singapur, Russland, Indonesien, Israel, Estland, der Tschechischen Republik, Chile und weiteren Ländern.

kro/pe

Tipp des Tages

Pericopes +1

Foto: Jeff Sales
..., 2007 von Emi Vernizzi und Alessandro Sgobbio ur­sprüng­lich als Saxophon-Klavierduo gegründet und 2014 vom ame­rikanischen Schlagzeuger Nick Wight komplettiert, be­dienen einer neuen, von der alternativen Popkultur der letzten Jahr­zehnte inspirierten musikalischen Palette: dynamische Grooves, ein klarer Fokus auf Rhythmen, Rhodes-Piano-Sounds und elektronische Effekte veredeln die kom­po­si­to­rischen Kunstgriffe der Band ohne die akustische Feinheiten zu überdecken. Musiker wie David Bowie, Prince, Chuck Berry oder Lemmy Kilmister setzten immer neue musikalische Trends, überschritten stilistische Grenzen, sprengten einengende Rahmen und prägten mit ihrem Schaffen auch die musikalischen Visionen von Emi, Alex und Nick. Im Geist dieser musikalisch offenen Sound­welten verbinden Pericopes +1 eine Vielzahl von Stimmungen, Stilen und ästhetischen Qualitäten, die dem Zuhörer Freiraum für eigene Interpretationen lassen.
Di 19.2. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
Tipp der Woche

Studieren­den-Big­Band

Foto: Theresa
Reusch
Keinen Bock mehr auf Kälte & Co? Die Studierenden-BigBand Marburg holt ihr Publikum aus der trostlosen Jahreszeit. Statt kalten Füßen gibt es eine kochende Stim­mung, statt stän­di­gem Grau bunte Eindrücke und statt der immer gleichen Radio­musik endlich "What is Hip?" – Jazz Swing Funk". Bläser, Rhythmus und Gesang verschieben die Maßstäbe für heiße Musik noch weiter nach oben, mit Stücken wie "The Jazz Police", "Feeling Good" und "What is Hip" schwingt die Band sich unter ihrem Leiter Dirk Kunz am 20. Februar 2018 zu Höchst­leis­tungen auf und lässt mit ihrer Per­for­mance den Schnee tauen, nämlich am
Mi 20.2. | 20 Uhr | Marburg | KFZ
 
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