Freitag, 19. Oktober 2018
Thema der Woche | 19. Juli 2018

Blick vor und zurück

25. OpenEyes Filmfest bis 22. Juli – Foto: OpenEyes

Von Adam und Eva, die in Gottes Cabriolet in die Zukunft fliehen, über einen Boxer, der gegen Muhammad Ali im Ring stand bis zur alten Dame, die eine Ruhestätte für ihre geliebte Katze sucht: 105 Kurzfilme sind beim Marburger Filmfestivals OpenEyes dieses Jahr im Wettbewerb.

Das Festival wird dieses Jahr 25 – und hat zur Feier des Jubiläums sein Pro­gramm um einen Tag verlängert. Im Rahmenprogramm sind unter anderem Diskussionsrunden mit Filmschaffenden und Aftershowpartys.

Im Publikumswettbewerb des internationalen Filmfestes treten Kurzfilme aus 30 verschiedenen Ländern in vier Festivalkategorien gegeneinander an. Darunter auch mehrere Deutschland-, Europa- und Weltpremieren. Viele internationale Filmschaffende werden persönlich vor Ort sein, um ihre Filme zu präsentieren.

Anlässlich des Jubiläums erinnert Filmfest unter dem thematischen Schwer­punkt des "Analogen" an seine Anfänge im analogen Zeitalter. Die bereits bekannten Wett­be­werbs­kategorien: Spiel-, Animations-, Dokumentar- und Experimentalfilm, werden entsprechend in diesem Jahr durch den Wett­be­werbs­block 'rewind: analog perspectives' ergänzt. Die in diesem Block gezeigten Filme aller Kategorien widmen sich formal oder inhaltlich dem analogen Film. Filme alle*r Kategorien laufen auch in den Open-Air Abendvorstellungen im idyllischen trauma-Garten.Nachdem diese im letzten Jahr häufig ausverkauft waren, erweitern neue Spielorte und Sitzmöglichkeiten das Festivalgelände.

Die besondere Atmosphäre des g-Werks wird zum Jubiläum durch ein spezielles Gestaltungskonzept hervorgehoben. Es gibt ein thematisch ab­ge­stimmtes Rahmenprogramm, zu welchem unter anderem ein Workshop zum 35mm-Abspiel und ein 'RetroFlohmarkt' gehören. In der Ausstellung 'OpenArtworks' können die Besucher einen Blick in die Vergangenheit des Festivals werfen. Ausgestellt werden alte Festivaldesigns sowie weitere Werke der Künstler. Eine Abschlussdiskussion sowie der Vortrag 'Das Korn im Pixel – Analogien des Analogen im Film' setzen sich mit der Frage auseinander, in wie weit analoge Ästhetiken heute noch oder wieder aktuell sind.

Das beliebte Garagenkino bietet als Mini-Festival im Festival erneut abseits des Publikumswettbewerbs eine Plattform für Amateurfilmschaffende, um ihre Filme spontan einzureichen und zu präsentieren, ganz im Sinne der Grün­dungs­jahre. Erweitert durch einen 8mm- und 16mm-Projektor sowie einen Videorekorder auch mit der Abspielmöglichkeit für analoge Produktionen.

Um das Jubiläum gebührend und ausreichend feiern zu können wird das Festival in diesem Jahr um einen Tag verlängert, – es wurde bereits am Mittwoch mit Sektempfang und Live-Musik eröffnet. Gefeiert werden kann neben dem Film und den 90er Jahren, auch auf den themenbezogenen Aftershow-Parties, die das Programm täglich beschließen.

Das komplette Programm gibt's unter: www.openeyes-filmfest.de.

25 Jahre OpenEyes
Das OpenEyes-Filmfest wurde 1994 als "Mittelhessisches Amateur Filmfest" vom soziokulturellen Zentrum Café Trauma ins Leben gerufen. Von Anfang an stand der Kurzfilm im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zunächst auch aus pragmatischen und finanziellen Gründen, inzwischen ausschließlich aus programmatischen – als eigenständige Kunstform, die es selten in kommerzielle Kinos schafft.
Den ersten Schauplatz des Festivals war der Hof der Burgruine Amöneburg, der 2007 vom Neuen Botanischen Garten in Marburg abgelöst wurde. Seit 2010 findet das Festival findet auf dem Gelände des g-Werk in Marburg statt.
In 25 Jahren ist das Filmfest größer, internationaler und weltweit bekannter geworden. So zählte das Filmfest 2017 mit über 2000 Gästen einen neuen Besucherrekord. Nicht nur die Abendtermine waren nach Angaben der Veranstalter ausverkauft, auch die Nachmittagsvorstellungen hätten sich hoher Beliebtheit erfreut.
Fast 1100 Filme aus 72 Ländern wurden für den Wettbewerb 2018 eingereicht. Darunter finden sich neben den traditionell stark vertretenen Ländern Deutschland, Spanien, Frankreich, Österreich und Kroatien auch Einsendungen aus Panama, Singapur, Russland, Indonesien, Israel, Estland, der Tschechischen Republik, Chile und weiteren Ländern.

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Martin
Hutchinson
Martin Hutchinson

Singer/Songwriter Martin Hutchinson stammt aus einer musikalischen Familie im irischen County Kildare. Schon in jungen Jahren spielte er in der Familienband zunächst Akkordeon, dann zunehmend Gitarre. Später zog es ihn in die irische Folk- und Rockszene nach Dublin, bis er schließlich zunächst nach London aus­wan­derte. Heute lebt der Musiker in Utrecht, regelmäßig zieht es ihn aber zurück nach Irland, wo er immer wieder Inspiration für neue Songs findet. Seine Spiel auf der Stahlsaitengitarre ist geprägt durch ein klares Fingerpicking und bluesige Slides. Amerikanische Blueseinflüsse verbindet er mühelos mit irischer Folktradition. Seine warme, prägnante Stimme erlaubt Vergleiche, beispielsweise mit der Folklegende Christy Moore. Auf der Bühne gewinnt Martin Hutchinson sein Publikum schnell mit Charme und augenzwinkerndem Humor.
Fr 19.10. | 20 Uhr | Marburg | TurmCafé
 
Tipp der Woche

Foto: Nati
Seit 2010

Seit 2010 experimentiert die Schweizer Band Ghost Town mit der Transformation kommerzieller Popmusik hin zur Neu­inter­pre­tation ins Reich der freien Improvisation. Dies wird in den ersten sechs Jahren als Gitarrentrio umgesetzt und 2016 durch Joana Aderi – Gesang und experimental electronics – erweitert mit Murderballads, Seashanties, Lovesongs und Liedern aus der Zeit der großen Depression 1929. Diese und weitere Themen bilden die Basis der amerikanischen Blues- und Countrymusic der 1920er bis 1940er Jahre, und die Band zelebriert diese American Roots Music mit improvisatorischer Frische, fetten Grooves und einer ordentlichen Prise schwarzen Humors.
Di 23.10. | 20.30 Uhr | Marburg | Cavete
 
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