Montag, 10. Dezember 2018
Editorial | 22. März 2018

Hart

Apfel Messer Karos – Foto: Michael Arlt

... ist der Zahn der Bisamratte, doch härter ist unser neuer Lieblingsapfel. Der hört auf den Namen wahlweise einer ursprünglich afro­amerikanischen Musik­kultur oder eines unaussprechlichen Wortungeheuers – wohl aus dem Necro­nomicon –, und selbst der solide, nicht-rostfreie Kohlenstoffstahl der Klinge meines französischen Klappmessers, die üblicherweise jeden Haifischzahn alt und stumpf aussehen lässt und deren Schärfe diejenige der infernalischen Chili-Sorte "Dragon's Breath" (2,48 Millionen Scoville) zur schonkostlichen Morgengabe hinabwürdigt, kommt der renitenten Resilienz dieses Kern­obst­gewächses nicht bei, das sich in kriegerischeren Zeiten als Kanonenkugelersatz zum gefürchteten Ricochet- oder Prellschuss mit mehr­fachen Aufschlägen angeboten, das als Abrollhilfe den Stapellauf des dereinst größten Dampf­seglers der Welt, der Great Eastern, wohl pünktlich vonstatten gehen gelassen hätte, und dessen abnorme Dichte eine handgreifliche Idee von den Ver­hält­nissen zu vermitten mag, wie sie im Innern der schwersten Neu­tronen­sterne walten.

O rosenwangiger Favorit von Wieland und Vulkan, wie Dir nur beikommen?

Michael Arlt

Tipp des Tages

© Warner Bros.
100 Dinge

Die Freunde Paul und Toni sind beide nach technischen Geräten, Accessoires und Kleidung süchtig. Dann veranstalten sie einen Wettstreit, wer länger ohne materiellen Besitz auskommt. Und werden mit existenziellen Fragen konfrontiert, die ihnen vorher nicht in den Sinn kamen. Film von Florian David Fitz.
Mo 10.12. | 20 Uhr | Marburg | Cineplex
 
Tipp der Woche

Foto: Tim Ilskens
Jan Weiler

Inzwischen unterhält es seine Umwelt gleich in zweifacher Ausfertigung: Während Carla den Führerschein macht und mit ihrem Vater über die Preise von WG-Zimmern debattiert, hat sich Nick zum Parade-Exemplar entwickelt. Das männliche Pubertier besticht durch faszinierende Einlassungen zu den Themen Mädchen, Umwelt und Politik sowie durch seine anhaltende Be­geis­te­rungs­fähig­keit für ganz schlechtes Essen und seltsame Musik. Er wächst wie entfesselt und trägt T-Shirts und Frisuren, die uns dringend etwas sagen wollen. Natürlich spielt im dritten Teil von Jan Weilers Pubertier-Saga "Und ewig schläft das Pubertier" die Liebe eine immer größer werdende Rolle sowie Haut­un­reinheiten. Im Pubertierlabor werden über einen möglichen Zusammenhang beider Phänomene Mutmaßungen angestellt sowie über all die anderen großen und kleinen Hervorbringungen der Pubertät. Es geht zudem um Urlaub, Schule, schlechte Vorbilder und gute Einflüsse. Und um die Frage, wann diese ver­fluch­te Pubertät eigentlich aufhört ...
Mi 12.12. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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