Montag, 10. Dezember 2018
Thema der Woche | 8. März 2018

Auf die Bühnen, fertig, los!

23. MaNo-Musikfestival von Do 8. bis Sa 10. März – Foto: MaNo

"Raus aus den Proberäumen, rauf auf die Bühne", heißt es seit mehr als zwei Jahrzehnten für Bands aus Marburg und der näheren Umgebung. Beim MaNo-Musikfestival können sie sich live präsentieren, dabei neue Zuhörer finden und Verbindungen zu anderen Musikern knüpfen. Aber nicht nur der lokale Partner­schafts­gedanke motiviert die Veranstalter.

Und so geht's am Donnerstagabend ab 18.30 Uhr im TTZ erst einmal los mit Auftritten der Gästebands aus den fünf Marburger Partnerstädten Maribor (Slowenien), Northampton (Großbritannien), Poitiers (Frankreich), Eisenach (Deutschland) und Sfax (Tunesien).

Die Passion der vier Musiker Snowblind aus Eisenach liegt in purer Spielfreude und der Motivation, das Publikum mitzunehmen auf eine musikalische Zeitreise in die Rockgefilde der 70er/80er/90er Jahre, unplugged und handgemacht. Ida Harc und Maja Butolen Zorko kommen aus der Singer-Songwirter-Szene von Maribor, die Musiker des slowenischen Rock-Trios Flaster haben in den ver­gang­enen 25 Jahren von Jazz bis Heavy Metal alles gespielt und machen nun ihr ganz eigenes Ding.

Drei Bands und Einzelkünstler aus dem englischen Northhampton sind dieses Jahr am Start: Drinspia ist eine dreiköpfige Alternative Rock Metal Band, Sarpa Salpa (Foto) kombinieren schlagkräftige Riffs und Rhythmen mit vertäumten Syn­the­sizer­sounds, während Singer/Songwriter Keiron Farrow sich auf die Spuren von Howlin Wolf, Lee Mavers und Charles Mingus begibt.

Akustikgitarre, beeinflusst durch die großen amerikanischen Fingerstyle-Gitarristen wie John Fahey, Robbie Basho, Jack Rose und Daniel Bachmann, spielt Mousse aus Poitiers, UnCut sind drei junge Musiker aus aus der selben Stadt, die den Blues und Rock verinnerlicht haben. Die Band Seven Skies aus dem tunesischen Sfax hat sich in ihrer Heimat und in Nachbarländern bereits einiges an Preisen erspielt. Vielfältige Einflüsse werden hier mit klassischer Musik, Pop, Jazz und traditionellen tunesischen Klängen vermischt.

Freitag- und Samstagabend sind bei MaNo gefüllt mit Auftritten von 74 hei­mi­schen Bands und ihren Gästen. In insgesamt 14 Marburger Clubs, Kneipen und Spielstätten gibt es dann handgemachte Musik in allen Stilrichtungen. In jedem Club spielen zusätzlich ein bis zwei Gastbands aus den Partnerstädten.

Das MaNo-Musikfestival findet jedes Jahr im März in Marburg statt. Die drei­tägige Veranstaltung ist in den 23 Jahren ihres Bestehens zu einem Klassiker der lokalen Musikszene avanciert und hat ihren festen Platz in der Kultur­land­schaft der Universitätsstadt. Den Kontakt zu Marburgs Partnerstädten im Ausland zu pflegen und die Städtepartnerschaft ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, war und ist nach wie vor ein zentraler Punkt des Konzepts. Schließlich lässt sich bereits am Namen ablesen, dass das MaNo-Festival ursprünglich von Musikern aus Marburg und Northampton ins Leben gerufen wurde.

2014 wurde zum ersten Mal das Ziel, Bands aus allen sechs Partnerstädten Marburgs in das Festival zu integrieren, erreicht. Die MaNo-Pendants "Les Expressifs" in Poitiers und "Twinfest" in Northampton vertiefen nach wie vor die Partnerschaft der Städte. Der Aufbau und die Etablierung eines dauerhaften musikalischen Austauschs mit den anderen Partnerstädten, zu dem auch regelmäßige Konzerte Marburger Bands dort gehören, ist ein langfristiges Ziel, an dem die veranstaltenden Marburger Musikerinnen und Musiker weiterhin arbeiten.

Auch im 23. Jahr seines Bestehens wird das Festival von Musikern für Musiker organisiert. Der Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand ist gerade für Bands interessant, die im Rahmen des MaNo-Festivals zum ersten Mal auftreten, denn oft finden sich dort neue Spielgemeinschaften für die Zukunft zusammen.

Gleichzeitig sollen alle Bands zur eigenen Mitarbeit bei den Vorbereitungen des Festivals angeregt werden. So können sie nicht nur mitgestalten und -entscheiden, sondern auch zum Fortbestehen des MaNo beitragen. Die Idee des ehrenamtlichen und nicht-profitorientierten Engagements zeigt sich auch daran, dass alle Bands und Organisatoren auf eine Gage verzichten. Vom Erlös der Veranstaltung reisen Marburger Bands zu den Partner-Festivals in Poitiers und Northhampton.

Komplettes aktuelles Programm unter mano.host-web.de.

Michael Art

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