Donnerstag, 19. Juli 2018
Editorial | 26. Januar 2017

Mit Leidenschaft

Dr. Hirschhausen im vollbesetzten Audimax – Foto: Kronenberg

Mit diesem Erfolg hatte Medizinprofessor Jürgen Schäfer dann doch nicht gerechnet. Der große Saal im Marburger Audimax platzte fast aus den Nähten, so viele Studenten waren am Montagabend zur Abschlussvorlesung des Dr. House-Seminars gekommen. Hatte Schäfer doch Dr. Eckart von Hirschhausen als Referenten gewonnen, der im Anschluss einen Auftritt gegenüber in der Stadthalle hatte.

Der populäre Arzt, Kabarettist und Bestsellerautor begeisterte die Marburger Medizinstudenten mit seinem eindrücklichen Plädoyer, was im Medizinerberuf wichtig ist: den Patienten zuhören, ihre Anliegen ernst nehmen, Mitgefühl zeigen, Fehler zugeben. Mehr über seine Vorlesung hier.

Mit Leidenschaft appellierte Hirschhausen für mehr Persönlichkeitsbildung in der Ärzte-Ausbildung. Wie wichtig ihm sein Anliegen war, zeigt die Zeit, die er sich für die Studierenden nahm: Nach eindreiviertel Stunden verließ er unter tosendem Applaus gerade rechtzeitig das Audimax, um in der Stadthalle auf die Bühne zu gehen und nahtlos mit seiner Show weiterzumachen.

Georg Kronenberg

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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