Donnerstag, 19. Juli 2018
Editorial | 28. September 2017

Das Tagesgeschehen

Schön bunt – Foto: Oliver Mohr / Pixelio.de

... zu bewerten, liegt so fern. Wo doch jenseits allen Irrsinns der Herbst sein sanftes Regiment über Wald und Flur angetreten ist und auch den Gang an den Kochtopf bestimmt. Also ein passendes Rezept. Steinpilzrisotto. In einem großen Topf zu gleichen Teilen Butter und Olivenöl erhitzen und eine gehackte Zwiebel darin weichdünsten. Ein Päckchen gewaschenen Risottoreis dazugeben und trockenrösten. Dabei immer schön rühren, geht gut mit einem hölzernen Pfannenwender. Mit einem ordentlichen Quantum Weißwein ablöschen. Feingehackte, getrocknete Steinpilze, die in etwas heißem Wasser einweichen durften, dazugeben. Auf mitterer Hitze immer schön rühren, bis die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen ist. Neben dem Risottotopf blubbert derweil ein zweiter mit kräftiger heißer Brühe munter vor sich hin. Daraus nun für die nächste Zeit immer wieder eine Suppenkelle voll zum Reis geben und brav rühren, bis die Flüssigkeit undsoweiter ...

Nach einiger Zeit des Rührens und Nachschöpfens und Nichtanbrennenlassens – durchaus eine halbe Stunde –, sollte der Risotto von cremiger Beschaffenheit sein, die Reiskörner jedoch noch einen leichten Biss besitzen. Topf vom Herd und ein weiteres ordentliches Quantum, diesmal frisch geriebenen Parmesan, unterheben. Wer mag, pfeffert und salzt nach Geschmack. Eine Handvoll TK-Erbsen, ganz zum Schluss kurz mitgekocht, geben dem Ganzen Orientierungs­punkte auf dem Teller und muntere Abwechslung in der Textur.

Wäre alles so einfach, wäre nichts so kompliziert.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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