Montag, 25. September 2017
Thema der Woche | 17. August 2017

Der Blues regiert

Blues Schmus Apfelmus vom 25. bis 27.8 in Laubach
Foto: Laubacher Tourismus und Service GmbH

Immer wenn die Äpfel reifen, kommt König Blues nach Laubach. Zum 24. Mal wird das mittelhessische Städtchen für drei Tage zur heimlichen Blues-Hauptstadt der Republik. Es ist vielleicht das größte Bluesfest in Deutschland, eventuell eines der ältesten, aber ganz bestimmt ist es das gesündeste Festival. Es gibt jede Menge frische Luft im Schloßpark inmitten des hohen Vogelsbergs. Und Vitamine in fester und flüssiger Form: Apfelkuchen, Apfelbrei, Apfelmus und natürlich Apfelschnaps, Apfelwein und Apfelmost. Bei sommerlichen Temperaturen kann man auf einer Decke im Schlossparkgrün der Musik lauschen und durch das Dreieck aus Infoständen, Apfelspezialitäten, Bio­an­ge­boten und Kunsthandwerk, Kinderprogramm und Workshops flanieren. Spät abends geht es je nach Wetter weiter unter freiem Himmel, oder in den vier Musikzelten. "Nicht die Musik, sondern das Wetter machte den Unterschied zu den amerikanischen Vorbildern: Am Mississippi ist der Regen wärmer, aber dafür ist es in Chicago windiger", war einmal zu lesen. Und die Musik kann sich hören lssen, wie unsere kleine Auswahl aus mehr als zwei dutzend Acts belegt.

Abi Wallenstein & Dieter Kropp

Fr 25.8. 21.30, Zirkus-Zelt
In der europäische Blues-Szene ist der 1945 in Jerusalem geborene Gitarrist und Sänger Abi Wallenstein längst eine feste Größe. Kaum einer der Blues-Interpreten in den europäischen Ländern spielt den Blues so authentisch wie er, der "Vater der Hamburger Blues-Szene". Gesellt sich mit Dieter Kropp nun noch einer der ausdrucksstärksten Mundharmonika-Spieler Deutschlands zu ihm, dann kann man sich auf zwei außergewöhnliche Künstler freuen, die den Blues so selbstverständlich und unaffektiert spielen und singen, dass sie innerhalb kürzester Zeit jedes Publikum erobern.

Malcanto

Sa 26.8. 19.30, Akustik- & Mundartbühne
Malcanto aus Marburg spielen Lieder aus dem Hamsterrad des wahren Lebens – und da diese höhnische Tretmühle bekanntlich überall auf der Welt rattert, fällt das Repertoire auch entsprechend bunt aus: Da vereinen sich Polka-, Tango-, Walzer-, Bluegrass-, Latino- und Django-Rhythmen lustvoll in Malcantos Swing dö Garaasch und Schangsongs de la Goss, und in den deftigen deutschen Texten wird beseelt von Liebe, Lust, Leid und dem Teufel im Detail, der Komik des Scheiterns, der Tücke der Objekte, der Erotik von Gemüse, der Ironie der Wohlstandsfassade und der Abgründe der Verhältnisse – oder umgekehrt – gesungen. Also raus aus dem Laufrad und rauf auf den Tanzboden! – www.malcanto.de

Red Bananas Bluesband & Midnight Session

Sa 26.8. 23.30, Apfelweinzelt
Blues, der ins Ohr und die Beine geht: Die Red Bananas Blues Band aus Wetzlar versprüht eine unbändige Spielfreude und mischt gekonnt den Chicago-, Mississipi- oder Delta-Blues mit Rock- oder Funkelementen. Ob bei Festivals, kleinen Clubs, Firmenevents oder Familienfeiern – die Red Bananas fühlen sich überall zu Hause und hat sich durch ihre groovigen und erfrischenden Eigenkompositionen sowie Interpretationen von Blues-Klassikern in der hessischen Szene schon längst etabliert – www.red-bananas-blues-band.de

Papa Legbas Blues Lounge

Sa 26.8. 13.30, Apfelweinzelt
Mit Mundharmonika und Maultrommel, Blechgitarre und Blechtrommel, mit Bassukulele, Mandoline, Nasenflöte, Kazoo und dreistimmigem Gesang legt Papa Legba's Blues Lounge besonderen Wert auf abwechslungsreichen Klang. Dabei bleiben Jürgen Queissner, Reiner Lenz und Thomas Heldmann immer nah am Sound ihrer Vorbilder, die zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts musizierend durch den Süden der Vereinigten Staaten zogen. Und wie bei den Musikanten aus dem Mississippi-Delta, beschränkt sich die Band nicht auf zwölftaktigen Blues. In ihrem Repertoire finden sich ebenso Jazzstandards, Schlager, Hokums sowie eigene Stücke und Klassiker aus der Frühzeit der Rockmusik – www.bluespapas.de

Andi Valandi

Sa 26.8. 20.30, Apfelweinzelt
Er ist erwachsen geworden, unser Straßenjunge, schreibt die Presse. Und das liest Andi Valandi so gar nicht gerne. Auch wenn er mittlerweile meist in weichen Betten übernachtet statt unterm Balkon und mit seiner Band auf hellen Bühnen spielt statt draußen im Schummerlicht vor dem Laden an der Ecke, so liegt sein Herz doch noch immer im Staub auf dem harten Kopfsteinpflaster der Straße. Und so singt er, gestützt von den Punk- und Bluesriffs seiner Band weiter fröhlich vor sich hin,von Freiheit, Utopien, und dem zärtlichen Genuss von Sternburgbier in der königlichen Oper – www.andivalandi.de

Gravedigger Jones

So 27.8. 11.30, Gelbe Pagode
Druckvoller, treibender BluesRock aus Trier – Die sechs Totengräber spielen zu Ehren ihres Namensgebers Gravedigger Jones BluesRock-Songs abseits des klassischen Chicago- Blues: Treibendes Schlagwerk, harte Riffs, pulsierender Bass, schneidende Bluesharp und kraftvoller Gesang. Stimmung garantiert! – www.gravediggerjones.de

32/20 Blues Band

Sa 26.8. 17.00, Zirkus-Zelt
Nach mittlerweile vier Studioalben und einer Live-Veröffentlichung spiegelt gerade das aktuelle Programm der 32/20 Blues Band die ganze Facette des modernen Blues wieder. Satte Gitarren-Sounds kann man hier erleben, ebenso scharfe Bottleneck- Einlagen wie fett verzerrte Licks inklusive schöner Bendings, die an Eric Clapton zu Cream-Zeiten erinnern. Das begeistert nicht nur Fans des traditionellen Blues, sondern bringt auch eingefleischte Rocker, Punker und Elektro-Jünger zum tanzen, denn Blues rules! – www.32-20bluesband.de
Blues Schmus Apfelmus
Fr 25. bis So 27.8., Laubach, www.bluesschmusundapfelmus.de

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Eke
Miedaner
Sunil Mann

Am Grab seines Vaters lernt Detektiv Vijay Kumar die seltsame Franziska Zehnder kennen. Sie ist auf der Suche nach Gaudenz Pfister, und Vijay findet heraus, dass dieser nach seiner Scheidung auf der Straße lebt – dabei hätte der Ex-Banker genug Geld für einen Neuanfang haben müssen. Dann überschlagen sich die Ereignisse ... Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren. Die Studiengänge Psychologie und Germanistik brach er erfolgreich ab. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet, und für sein Romandebüt "Fangschuss" wurde er mit dem Zürcher Krimipreis geehrt. Der Autor liest aus seinem aktuellen Roman "Gossenblues" am
Mo 25.9. | 20 Uhr | Marburg | TTZ
 
Tipp der Woche

Foto: Waggon-
halle
Max Goldt

Nach "Für Nächte am offenen Fenster" (2003), dem großen Band, der Max Goldts prachtvollste Texte bis zum Jahr 2002 enthält, versammelt sich hier das Schönste, Komischste und Erstaunlichste, das Max Goldt in den Jahren von 2003 bis 2014 schrieb und vorlas. Es ist einzigartig, wie Max Goldt höchste literarische Stilistik, satirische Schärfe, Gedankentiefe und Komik verbindet. "Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren ... Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt." (Gustav Seibt) "Lippen abwischen und lächeln" heißt es
Mi 27.9. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
Aktuelles Heft
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.
 
Kulturtipps 2017
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.
 
Ausgehen & Einkaufen
Zum Anschauen und Blättern klicken Sie bitte auf den Hefttitel.