Montag, 25. September 2017
Editorial | 25. Mai 2017

Es liegt was

Super sauber – Foto: Michael Arlt

... in der Luft, und es liegt was auf dem Boden. In der Luft des Frühlings holder, belebender Blick. Auf dem Boden der Müll. Und zwar dort, wo er nicht hingehört. Die Hinterlassenschaften nächtlicher Grillparties an der Lahn und die Fährten trinkfreudiger Flaschenbierabpumper in der Stadt sind nicht zu ignorieren.

Auf den Uferwiesen türmen sich nach einem lauen Nächtchen Plastikbecher, Pappteller und Einweggrills zuhauf. Auf den Gehwegen knirschen unter den Sohlen von Mensch und Tier ebenso wie unter den Pneus von Kinderwagen und Fahrrädern die Scherben zerdepperter Flaschen. Unnötig, gefährlich, zum Kotzen.

Nun könnten tatsächlich an den Uferwiesen zumindest saisonal mehr oder größere Abfallgebinde stehen, könnte man an eine gewisse Klientel Alkoholika nur in ausrangierten Wärmflaschen abgeben. Könnte man noch öfter die emsigen Mitarbeiter der Stadt aktivieren, die unermüdlich hinter den Schlecht­er­zogenen herräumen müssen.

Aber es geht auch einfacher. Wenn die Verursacher sich schlicht an ein Basis­gebot des gesunden Hausverstandes halten und sich so benehmen würden, wie sie es von anderen durchaus verlangen können, wenn sie mal Besuch in ihrem Koben haben. Dann haben wir alle mehr. Vom Frühling und vom Feiern.

Michael Arlt

Tipp des Tages

Foto: Eke
Miedaner
Sunil Mann

Am Grab seines Vaters lernt Detektiv Vijay Kumar die seltsame Franziska Zehnder kennen. Sie ist auf der Suche nach Gaudenz Pfister, und Vijay findet heraus, dass dieser nach seiner Scheidung auf der Straße lebt – dabei hätte der Ex-Banker genug Geld für einen Neuanfang haben müssen. Dann überschlagen sich die Ereignisse ... Sunil Mann wurde als Sohn indischer Einwanderer im Berner Oberland geboren. Die Studiengänge Psychologie und Germanistik brach er erfolgreich ab. Zahlreiche seiner Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet, und für sein Romandebüt "Fangschuss" wurde er mit dem Zürcher Krimipreis geehrt. Der Autor liest aus seinem aktuellen Roman "Gossenblues" am
Mo 25.9. | 20 Uhr | Marburg | TTZ
 
Tipp der Woche

Foto: Waggon-
halle
Max Goldt

Nach "Für Nächte am offenen Fenster" (2003), dem großen Band, der Max Goldts prachtvollste Texte bis zum Jahr 2002 enthält, versammelt sich hier das Schönste, Komischste und Erstaunlichste, das Max Goldt in den Jahren von 2003 bis 2014 schrieb und vorlas. Es ist einzigartig, wie Max Goldt höchste literarische Stilistik, satirische Schärfe, Gedankentiefe und Komik verbindet. "Max Goldt schreibt heute das schönste Deutsch aller jüngeren Autoren ... Die Heiterkeit und Stille, die diese Sprache ihren Lesern schenkt, liegt nicht nur im Humor; ebenso in einem freundlichen Abstandnehmen von den Aufdringlichkeiten einer Wirklichkeit, an der man sich besser seitlich vorbeidrückt." (Gustav Seibt) "Lippen abwischen und lächeln" heißt es
Mi 27.9. | 20 Uhr | Marburg | Waggonhalle
 
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