Donnerstag, 19. Juli 2018
Thema der Woche | 20. April 2017

Von Bayern bis Madagaskar

Internationales Akkordeon-Festival am 29. April – Foto: Dietmar Neuhart

Bayerische Grooves treffen auf temperamentvollen französischen Jazz, russische Volksweisen begegnen melodiösen Rhythmen aus Madagaskar, dazu kommt atmosphärischer Folk aus Schottland. Das Ganze wird zusammengewebt mit niederländischer Klangästhetik. Das sind die Zutaten, die sich Servais Haanen, Schöpfer der Akkordeonale, für die 9. Auflage des Akkordeon-Festivals ausgedacht hat.

Im Mittelpunkt des Festivals steht die Begegnung zwischen den Musikern im lebendigen Wechsel von Soli und Ensemblestücken. Das ist eine Heraus­for­de­rung, denn so verschieden die kulturellen Hinter­gründe und Persönlichkeiten, so unterschiedlich sind auch die Herangehensweisen und Stile der Musiker: der eine ist hoch studiert mit klassischer Ausbildung, der andere hat sein Instru­ment von frühester Kindheit an ganz selbstverständlich innerhalb seiner Kultur erlernt.

Termin: Samstag, 29. April, 20 Uhr, KFZ

Stefan Straubinger

Bayerische Grooves auf Bandoneon

Nach einem Architekturstudium hat Stefan Straubinger sein Diplom an den Nagel gehängt um Musiker zu werden. Er beschäftigt sich mit den verschiedensten Stilrichtungen – mit traditioneller Musik aus Bayern, Österreich, dem Balkan und dem Orient als auch mit Schrammelmusik, Bordun-, Mittelalter- und Renaissancemusik, Funk, Rock, Latin und Jazz. Straubingers Hauptinstrument ist das Bandoneon, doch darüber hinaus ist er Multi-Instrumentalist und spielt u.a. Drehleier, Tenorhorn, SteirischeHarmonikaund seine große Leidenschaft – die Maultrommel.

Alevtina Nikitina

Junge Virtuosin mit russischer Seele

Alevtina Nikitina kommt aus dem Nordwesten Russlands, aus der Stadt Pskov an der Grenze zu Estland. Akkordeon spielt sie seit ihrem achten Lebensjahr.

Sie hat ihr Studium in Sankt Petersburg am Rimsky-Korsakov Konservatorium erst 2014 abgeschlossen, aber bereits an vielen nationalen und internationalen Akkordeonwettbewerben teilgenommen, wo sie diverse erste Preise abräumte.

Ihr Instrument ist das Bajan, die osteuropäische Variante des chromatischen Knopfakkordeons.

Laurent Derache

Esprit und Temperament im Jazzgewand

Mit sieben Jahren hat der Franzose Laurent Derache einmal bei der Organi­sa­tion eines Akkordeonkonzerts mitgeholfen. Daraufhin schlug sein Vater ihm vor, dieses Instrument zu lernen und Laurent hat nie mehr damit aufgehört.

Seine Ausbildung als Akkordeonist / Musiker führte ihn durch zahlreiche Konservatorien und Akademien. Seine musikalischen Inspirationen fand er bei Keith Jarrett, Chick Corea, Miles Davis, Dire Straits, Supertramp aber auch bei Bach und Ravel.

Rinah Rakotovao

Der Herzschlag Madagaskars

Nirinambinintsoa (Rinah) Rakotovao kommt aus Madagaskar.

Seine ersten Instrumente waren der Kab“sy, eine kastenförmige Gitarre, und Perkussion. Erst mit 23 Jahren entdeckte Rinah das Akkordeon für sich, ein Instrument, das einstmals von den französischen Besatzern eingeführt worden war.

Als Autodidakt spielt Rinah die traditionelle Betsileo(Musik mit Ursprung in Südostasien) und madagassische Volksmusik (ein Mischmasch aus allem, was mal auf der Insel vorbeigeschaut hat).

Servais Haanen

Der Meister feiner Klänge

Als musikalischer Querdenker ist der Niederländer Servais Haanen Drahtzieher und Organisator der Akkordeonale. Er komponiert und arrangiert die Ensemble-Stücke des Festivals und führt durchs Programm. Seine mit knochentrockenem Humor gespickten Moderationen haben bereits Kultstatus.

Schon lange arbeitet Servais daran, die Grenzen der Ziehharmonika zu sprengen und Elemente aus neuer Musik, Minimalstrukturen und andere ausgefallene Klänge zu integrieren.

Begleitmusiker: Twelfth Day

Atmospheric Folk aus Schottland

Das Duo Twelfth Day sind die Geigerin Catriona Price und die Harfenistin Esther Swift aus Schottland. Ihr Gesang klingt wie ein ätherisches Stimm­gemälde.

Catriona und Esther komponieren gemeinsam, wobei sie ihre Inspiration aus traditionellem Folk, klassischen Elementen, Pop und Minimal- Music schöpfen und eine Musik kreieren, die außerhalb bekannter Genres steht.

kro/pe

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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