Donnerstag, 19. Juli 2018
Thema der Woche | 6. April 2017

Ein Europäer

Publizist Alfred Grosser zur "Ba-ta-clan"-Eröffnung in Marburg
Foto: Badische Zeitung, Ingo Schneider

Er ist ein überzeugter Europäer und einer der wichtigsten Wegbereiter der Annäherung, der Verständigung und der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich: Der Politikwissenschaftler und Publizist Alfred Grosser wird zur Eröffnung der Ausstellung "Ba-ta-clan" am Sonntag, 9. April, einen Vortrag zum Thema "Mensch werden lassen – trotz Verzweiflung an der heutigen Welt" halten. In der Ausstellung setzen sich Künstler mit dem Terroranschlag auf das Pariser Kulturzentrum "Bataclan" auseinander.

Grosser, 1925 in Frankfurt geboren, der als Kind mit seiner jüdischen Familie aus Deutschland fliehen musste, hat sich seit den 1950er Jahren für die deutsch-französische Aussöhnung und ein freiheitlich-tolerantes Europa eingesetzt.

In Deutschland ist der ehemalige Professor am Institut d'études politiques in Paris seit den 1950er Jahren durch seine Zeitungsartikel, Reden und Bücher und durch seine Auftritte in Radio und Fernsehen bekannt. 1975 erhielt er den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, danach zahlreiche weitere Ehrungen. Er schrieb mehr als 30 Bücher und wurde dabei nie müde, Klischees und Vor­urteile zu bekämpfen und sich für die Befreiung des Menschen von nationaler Überheblichkeit einzusetzen. Eine neue politische Ethik fordert er auch für ein vereintes Europa, in dem die EU nicht nur Freihandelszone, sondern politisches und gesellschaftliches Modell sein müsse.

Seine unkonventionelle Art, Fragen auf den Grund zu gehen, seine Fähigkeit, unbequeme Wahrheiten charmant zu formulieren, haben Alfred Grosser in Frankreich und Deutschland zu einer Institution werden lassen. Er ist Präsident des CIRAC (Centre d'information et de recherches sur l'Allemagne contem­poraine) und politischer Kolumnist für die französischen Zeitungen.

Termin
Die für Sonntag, 9. April, um 14 Uhr geplante Eröffnung der Ausstellung "Ba-ta-clan" von Pariser Künstlerinnen und Künstler zum islamistischen Attentat am 13. November 2015 in Paris wird wegen der hohen Zahl an Anmeldungen nicht im Historischen Rathaussaal, sondern in der Lutherischen Pfarrkirche St. Marien stattfinden.
Die Ausstellung im Marburger Rathaus zeigt erstmals außerhalb von Frankreich über 60 Exponate. Sie ist wie angekündigt vom 9. bis 26. April täglich von 11 bis 18 Uhr im Rathaus zu sehen. Zur Eröffnungsveranstaltung haben sich neben Prof. Alfred Grosser die französische Generalkonsulin Sophie Laszlo, sowie die Künstlerinnen Marjolaine Dégremont und Philippine Schaefer angekündigt.

red

Tipp des Tages

Foto: Lüder
Wohlenberg
Lüder Wohlenberg

"Wird schon wieder!" ist eine satirische Über­lebens­hilfe, 90 Minuten aktuelles Grund­lagen­kabarett in Sachen Opti­mismus. Es werden neue Ein­blicke er­öff­net und über­raschende Aus­wege aus jeder Lebens­lage gezeigt, präsen­tiert von einem ver­sierten Sur­vi­val-Experten: Lüder Wohlen­berg ist Arzt und Kaba­rettist. Er kennt das Gesundheits­system von beiden Seiten der Nadel und weiß, was die Medizin kann und wo sie besser das Skalpell in der Ver­packung stecken lässt. Zahl­reiche Gesund­heits­reformen, zwei Verkehrs­un­fälle und eine Schulter­eck­ge­lenks­spreng­ung haben ihn, den über 2 Meter großen Bühnen­hünen, nicht klein gekriegt. Er hat an ver­schie­denen Krisen­herden sein Süpp­chen gekocht und es immer selber aus­ge­löffelt. Als Fach­arzt für Radio­logie hat Wohlen­berg zudem den nötigen Durch­blick und als zer­ti­fi­zier­ter Not­arzt immer eine Spritze im An­schlag. In seinem neuen Kabarett­programm spricht der Arzt, spottet der Kaba­rettist, und selbst­ver­ständ­lich philosophiert auch wieder Profi­patient Rader­scheid. Wohlen­berg gibt wieder einmal alles. Und dann wird für einen Moment auch alles klar: Der Grund für die Rücken­schmerzen, für die un­er­bitt­liche Digital­anzeige der Waage und sogar für das Leben selbst ...
Do 19.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Lottehof
 
Tipp der Woche

Foto: Sven
Gebert
Dirk Schäfer

Bereits über ein­hun­dert­mal war Dirk Schäfers Jacques-Brel-Abend "Doch davon nicht genug" bundes­weit zu sehen. Die Presse feierte das Programm als Gesamt­kunst­werk und als kultu­relles Gross­er­eig­nis. Die Zusammen­arbeit mit seinen Musikern Karsten Schnack (Akkordeon), Wolfram Nerlich (Kontra­bass) und Ferdi­nand von See­bach (Piano) wurde oft als kon­genial beschrieben. Große Auf­merk­sam­keit erregen auch immer wieder Dirk Schäfers neue Brel-Über­setzungen. Die Hälfte der Chansons singt er an diesem Abend in Deutsch und die andere Hälfte in Original­sprache, wobei der Schau­spieler und Sänger die fran­zö­sischen Stücke szenisch mit deutschen Über­leitungen vorbereitet.
Do 26.7. | 20.30 Uhr | Wetzlar | Rosengärtchen
 
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